Staatsbürgerschaftsnachweis

Erwerb der Staatsbürgerschaft durch Abstammung ( Stand: 11. September 2013 )

Am 1. August 2013 trat eine Novelle des Staatsbürgerschaftsgesetzes in Kraft, die in einigen staatsbürgerschafsrechtlichen Themenfeldern Neuerungen bringt. Eheliche Kinder erwerben mit der Geburt automatisch die österreichische Staatsbürgerschaft, wenn zu diesem Zeitpunkt ein Elternteil österreichische Staatsbürgerin/österreichischer Staatsbürger ist. Stirbt ein Elternteil vor der Geburt des Kindes, so erwirbt das eheliche Kind die österreichische Staatsbürgerschaft, sofern der verstorbene Elternteil im Zeitpunkt seines Todes österreichische Staatsbürgerin/österreichischer Staatsbürger war.

Hinweis: Dies gilt nur für Kinder, die ab 1. September 1983 geboren sind. Uneheliche Kinder erwerben mit der Geburt automatisch die österreichische Staatsbürgerschaft, wenn die Mutter zum Zeitpunkt der Geburt österreichische Staatsbürgerin ist, ohne dass auf den Geburtsort des Kindes oder die Staatsangehörigkeit des unehelichen Vaters Rücksicht genommen wird.

NEUE ÄNDERUNG AB 1.8.2013: Die für Auslandsösterreicher/innen wesentlichen Neuerungen der am 1.8.2013 in Kraft getretenen Staatsbürgerschaftsnovelle 2013 im Überblick:
Gleichstellung von ehelichen und unehelichen Kindern Beim Staatsbürgerschaftserwerb durch Abstammung wird nicht mehr zwischen ehelichen und unehelichen Kindern unterschieden. Für Kinder nicht verheirateter Eltern, die ab 1.8.2013 geboren sind, ist der Staatsbürgerschaftserwerb durch Abstammung nunmehr auch vom österreichischen Vater möglich. Hierbei muss der Vater die Vaterschaft vor der Geburt oder binnen 8 Wochen nach der Geburt des Kindes anerkannt haben bzw. muss diese binnen 8 Wochen nach Kindesgeburt gerichtlich festgestellt worden sein. Ein im Ausland abgegebenes Vaterschaftsanerkenntnis ist gültig, wenn es den Rechtsvorschriften des jeweiligen ausländischen Staates oder den österreichischen Vorschriften entspricht. Wenn die Anerkennung der Vaterschaft später als acht Wochen nach der Geburt erfolgt, ist bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres des Kindes eine sehr vereinfachte Verleihung möglich. Ist das Kind nicht rechtmäßig in Österreich niedergelassen, muss der Vater nachweislich den Mittelpunkt seiner Lebensinteressen und seinen ständigen und rechtmäßigen Aufenthalt seit mindestens zwölf Monaten im Ausland haben.
Erwerb durch Abstammung von einer österreichischen Mutter für Personen die zwischen dem 1.9.1964 und dem 31.8.1983 geboren sind Vor dem 1.9.1983 geborene eheliche und legitimierte Kinder einer österreichischen Mutter, die bei Geburt oder Legitimierung eine fremde Staatsangehörigkeit vom Vater erworben haben, und zum genannten Zeitpunkt noch minderjährig und ledig waren, können die Staatsbürgerschaft durch Anzeige erhalten. Die Mutter muss bei Abgabe der Anzeige noch am Leben und Österreicherin sein.

ACHTUNG: Frist für die Anzeige war der 30.4.2014. 

Erleichterte Einbürgerung von Adoptivkindern

Für von Österreichern adoptierte Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres sieht die Gesetzesnovelle ein erleichtertes und mit verkürzten Fristen ausgestattetes Verfahren zur Erlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft durch Verleihung vor und lässt Doppelstaatsbürgerschaften zu. Hält sich das Kind nicht in Österreich auf, muss der maßgebliche Wahlelternteil nachweislich den Mittelpunkt der Lebensinteressen und seinen ständigen und rechtmäßigen Aufenthalt seit mindestens zwölf Monaten im Ausland haben.

Erwerb durch Verleihung
Zur Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft müssen in jedem Fall die allgemeinen Einbürgerungsvoraussetzungen erfüllt sein und ein entsprechender Antrag gestellt werden. Die weiteren Voraussetzungen einer Verleihung bestimmen sich danach, ob die Staatsbürgerschaft aufgrund eines Rechtsanspruches verliehen wird oder die Entscheidung im freien Ermessen der zuständigen Behörde liegt.

Erwerb der österreichischen Staatsbürgerschaft durch Ehepartner österreichischer Staatsbürger Staatsbürgerschaftsnachweis
Der Staatsbürgerschaftsnachweis ist die Bestätigung, dass eine bestimmte Person die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt. Diese Urkunde wird von jener Gemeinde in Österreich über Antrag ausgestellt, in der die betroffene Person ihren Hauptwohnsitz hat. Wenn Sie in Singapur wohnen, ist die Österreichische Botschaft in Singapur zuständig. Das Antragsformular, die zusätzlich erforderliche Erklärung sowie Merkblätter, die die beizubringenden Unterlagen auflisten, stehen hier zum Herunterladen zur Verfügung.

Zuständige Behörde in Städten mit Bundespolizei: im Magistratischen Bezirksamt in Wien: in allen Magistratischen Bezirksämtern und in der Magistratsabteilung 61 im Rathaus in Städten ohne Bundespolizei: Gemeindeamt (Gemeindeverband) bei der Österreichischen Botschaft in Singapur (wenn Wohnsitz in Singapur); die Bearbeitung erfolgt durch die Österreichische Botschaft in Jakarta.

Namensänderung im Staatsbürgerschaftsnachweis: Die Änderung des Staatsbürgerschaftsnachweises ist nicht verpflichtend, jedoch verlangen Änderungen von anderen Dokumenten (z. B. Reisepass, Personalausweis) einen auf den neuen Namen lautenden Staatsbürgerschaftsnachweis. Bei Amtshandlungen bei der Österreichischen Botschaft in Singapur, bei denen der Staatsbürgerschaftsnachweis vorgelegt wird, erfolgt die Änderung von Amts wegen und kostenfrei!

Beibehaltung der österreichischen Staatsbürgerschaft: Sie sind österreichische Staatsbürgerin bzw. österreichischer Staatsbürger und wollen eine fremde Staatsangehörigkeit erwerben, ohne die österreichische Staatsbürgerschaft zu verlieren? Beachten Sie bitte die nachstehenden Hinweise:
Der freiwillige Erwerb einer fremden Staatsangehörigkeit bewirkt den Verlust der österreichischen Staatsbürgerschaft. Wenn Sie eine fremde Staatsangehörigkeit erwerben und die österreichische Staatsbürgerschaft dadurch nicht verlieren wollen, so müssen Sie rechtzeitig die Bewilligung zu Beibehaltung der österreichischen Staatsbürgerschaft beantragen.
Bitte beachten Sie: Die Beibehaltung der Staatsbürgerschaft kann nur vor dem Erwerb der fremden Staatsangehörigkeit bewilligt werden.

Allgemeine Voraussetzungen (Staatsbürgerschaftsgesetz 1985, §§ 28 und 10) Interesse der Republik Österreich, oder Erwerb der österreichischen Staatsbürgerschaft durch Abstammung und Vorliegen eines für die Beibehaltung besonders berücksichtigungswürdigen Grundes im Privat- und Familienleben, in machen Fällen: Zustimmung des anderen Staates, Unbescholtenheit.
Falls Sie an einem Verfahren zwecks Bewilligung der Beibehaltung der österreichischen Staatsbürgerschaft interessiert sind, nehmen Sie bitte zuerst telefonisch mit der zuständigen Sachbearbeiterin bzw. dem zuständigen Sachbearbeiter Kontakt auf. Die Österreichische Botschaft in Singapur agiert in diesen Angelegenheiten im Auftrag des jeweils zuständigen Amts der Landesregierung, dem die Entscheidung vorbehalten ist. Kosten Für den Bescheid über die Beibehaltung der Staatsbürgerschaft ist z. B. an das Land Wien eine Verwaltungsabgabe von 76,30 EUR zu entrichten. Allerdings ist mit zusätzlichen Kosten zu rechnen: z.B.: für das Beibehaltungsansuchen 13,00 EUR, für jedes dem Ansuchen beigelegte oder nachgereichte Dokument (Zeugnis) 13,00 EUR, für jede sonstige Beilage 3,60 EUR usw.

Dokumente: Für die Bearbeitung Ihres Ansuchens um die Bewilligung zu Beibehaltung der österreichischen Staatsbürgerschaft ist, soweit dies derzeit beurteilt werden kann, die Vorlage insbesondere der nachstehend angeführten Urkunden und Schriftstücke notwendig. Im Verlauf des Verfahrens kann es sich jedoch herausstellen, dass noch weitere Unterlagen nachzubringen sind. Ihr Lebenslauf (ausführliche schriftliche Darstellung insbesondere Ihrer Wohn- und Aufenthaltsorte von Geburt bis jetzt, Ihrer Schulbildung, Ihres beruflichen Werdeganges und Ihrer persönlichen Verhältnisse); eine ausführliche schriftliche Darstellung der von Ihnen bereits erbrachten und von Ihnen noch zu erwartenden Leistungen, bzw. eines besonders berücksichtigungswürdigen Grundes, wegen denen bzw. aus dem die Beibehaltung der Staatsbürgerschaft Ihrer Ansicht nach im Interesse der Republik Österreich liegt; wenn Sie die Beibehaltung der Staatsbürgerschaft wegen bereits erbrachter und noch zu erwartender Leistungen anstreben: geeignete Schriftstücke, die Ihre Leistungen dokumentieren (z. B. Stellungnahmen oder Befürwortungsschreiben von Fachinstitutionen, Kopien von Abhandlungen in Fachzeitschriften, die von Ihnen verfasst wurden, Referenzen Ihrer Auftrag- oder Arbeitgeber usw.); Ihre Geburtsurkunde in Fotokopie; zutreffendenfalls: Ihre Heiratsurkunde in Fotokopie; zutreffendenfalls: das Scheidungsurteil betreffend Ihre Vorehe (mit Bestätigung der Rechtskraft) in Fotokopie; Ihren Staatsbürgerschaftsnachweis in Fotokopie; zutreffendenfalls: den urkundlichen Nachweis über Ihren akademischen Grad bzw. den Nostrifizierungsbescheid in Fotokopie; bei Wohnsitz im Ausland: einen Strafregisterauszug (Führungszeugnis) neuesten Datums, ausgestellt von der für Ihren derzeitigen Wohnsitz zuständigen Behörde, ferner aus allen jenen Staaten, in denen Ihr Aufenthalt jeweils länger als sechs Monate währte.
Beachten Sie bitte: Fremdsprachige Urkunden müssen zusammen mit Übersetzungen in die deutsche Sprache, die von einer gerichtlich beeideten Übersetzerin bzw. einem gerichtlich beeideten Übersetzer angefertigt wurden, vorgelegt werden.