Beglaubigung

von Urkunden

Gemäß dem "Zusatzabkommen über die Rechtshilfe und rechtliche Zusammenarbeit zwischen der Republik Österreich und der Französischen Republik zum Haager Übereinkommen betreffend das Verfahren in bürgerlichen Rechtssachen" vom 27.02.1978 (BGBl. 236/1980) ist die Echtheit öffentlicher Urkunden, die in einem der beiden Staaten von einem Gericht, einer Verwaltungsbehörde oder einem öffentlichen Notar ausgestellt und mit dem Amtssiegel versehen sind, im anderen Staat anzuerkennen, ohne dass eine weitere Beglaubigung, Apostille oder gleichartige Förmlichkeit verlangt werden.

einer privaten Urkunde

Die österreichischen konsularischen Vertretungen in Frankreich (österreichische Honorar- bzw. Berufskonsulate sowie die Konsularabteilung der Botschaft in Paris) beglaubigen Unterschriften von Personen auf Privaturkunden unabhängig vom Ort deren Errichtung, wenn die Voraussetzungen dafür erfüllt sind.

Die Beglaubigung der Unterschrift auf einer privaten Urkunde bestätigt lediglich die Echtheit dieser Unterschrift.

Für die Unterschriftsbeglaubigung auf einer Privaturkunde durch eine österreichische Vertretungsbehörde gelten folgende Voraussetzungen: 

  • Die Urkunde soll in Österreich verwendet werden oder es handelt sich beim Antragsteller um einen österreichischen Staatsbürger oder eine Österreich zuzurechnende juristische Person (das sind insbesondere Firmen, die ihren Sitz in Österreich haben oder zumindest mehrheitlich in österreichischem Eigentum stehen).
  • Die Beglaubigung der Urkunde in Österreich ist nicht möglich oder nicht zumutbar.
  • Die durchzuführende Prüfung der Urkunde ergibt keinerlei Zweifel
  • Die zu beglaubigende Unterschrift wurde eigenhändig vor dem Beglaubigenden beigesetzt oder die Person, die unterschrieben hat, erkennt die bereits beigesetzte Unterschrift vor dem Beglaubigenden als die ihre an und
  • die Identität der Person wird durch einen amtlichen Lichtbildausweis bestätigt. In Ausnahmefällen kann auch ein Identitätszeuge herangezogen werden.

Bitte vereinbaren Sie einen Termin für die persönliche Vorsprache direkt bei der zuständigen konsularischen Vertretung. Die Kontaktdaten der zuständigen Vertretung finden Sie über die Webseite des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äusseres.

Beizubringen sind:

  • zu beglaubigende Urkunde(n)
  • Lichtbildausweis 
  • Konsulargebühren € 40,00 pro Beglaubigung (Bezahlung in bar, keine Kreditkarten)

der Richtigkeit einer Abschrift oder Vervielfältigung (Vidimierung)

Die österreichischen konsularischen Vertretungen in Frankreich können bestätigen, dass die Abschrift (Kopie) einer in Österreich errichteten Urkunde mit dem ihnen vorgelegten Original übereinstimmt, sofern eine solche Bestätigung zur Verwendung im Amtsbereich der Vertretungsbehörde dient. Dabei handelt es sich um eine Vidimierung. Voraussetzung hierfür ist, dass der die Amtshandlung Durchführende sowohl die Abschrift (Kopie) als auch das Original eindeutig lesen kann.

Die Vidimierung einer französischen Urkunde ist lediglich bei den dafür zuständigen französischen Behörden möglich.

Eine Vidimierung stellt keine Beglaubigung dar. Sie bestätigt weder die Echtheit noch die Richtigkeit des Dokuments oder allfällig darauf befindlicher Unterschriften oder Stempel. Besteht der Verdacht, dass die Vidimierung dem Zweck der Verletzung oder Umgehung von Rechtsvorschriften oder einer sonstigen missbräuchlichen Verwendung dienen könnte, insbesondere der Erweckung des Anscheins, dass es sich dabei um eine Beglaubigung handelt, so wird diese verweigert.

Beizubringen sind:

  • Urkunde(n) im Original zusammen mit einer Kopie
  • Konsulargebühren € 40,00 pro Vidimierung (Bezahlung in bar, keine Kreditkarten) 

Für die Vorlage vor französischen Behörden ist im Allgemeinen eine Beglaubigung einer Kopie nicht mehr erforderlich. Weisen Sie das Original vor und hinterlassen Sie eine Kopie.

einer Übersetzung

Die konsularischen Vertretungen Österreichs sind nicht befugt, die Richtigkeit einer Übersetzung zu bestätigen.

Für die Anerkennung einer Übersetzung in Frankreich ist es erforderlich, dass sie von einem Übersetzer, der vom "Cour d’Appel" zugelassen ist, vorgenommen worden ist. Eine Liste der Übersetzer (Deutsch-Französisch) in Frankreich finden Sie unter "Downloads". Eine Überbeglaubigung der Unterschrift und des Siegels des Übersetzers ist nicht erforderlich.

Für Übersetzungen in Österreich wenden Sie sich bitte an einen gerichtlich beeideten Übersetzer (Österreichischer Verband der allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Dolmetscher). 

im Hochschulbereich

Informationen über das Beglaubigungswesen im Hochschulbereich finden Sie in den beiden Merkblättern, die zum Download zu Verfügung stehen (in deutscher und französischer Sprache).