Staatsbürgerschaftsnachweis

Die österreichische Staatsbürgerschaft kann durch Abstammung, Verleihung, Erstreckung der Verleihung, etc. erworben werden.Die Erwerbsart durch Abstammung bedeutet, dass ein eheliches Kind mit der Geburt automatisch Staatsbürger wird, wenn ein Elternteil zu diesem Zeitpunkt österreichische/r StaatsbürgerIn ist bzw. zum Zeitpunkt des Todes österreichische/r StaatsbürgerIn war. Uneheliche Kinder erwerben automatisch die Staatsbürgerschaft, wenn die Mutter zum Zeitpunkt der Geburt österreichische Staatsbürgerin ist, ohne dass auf den Geburtsort des Kindes oder die Staatsangehörigkeit des unehelichen Vaters Rücksicht genommen wird.

Die Erwerbsart durch Verleihung gilt vor allem für Fremde, die sich in Österreich niedergelassen haben und sich nun zur Gänze integrieren wollen.

Am 1.8.2013 ist eine Novelle des Staatsbürgerschaftsgesetzes in Kraft getreten. Die wesentlichen Bestimmungen der beiden Novellen können Sie im Download nachlesen.

Umfangreiche Informationen zum Thema Staatsbürgerschaft bietet Ihnen die Webseite des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres.

Wegen der oft recht komplexen Materie empfiehlt es sich, das persönliche Gespräch mit dem zuständigen Sachbearbeiter zu suchen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der konsularischen Vertretungen in Paris und Strassburg beraten Sie gerne!

Österreich Fahne im Winter

Der Staatsbürgerschaftsnachweis ist die Bestätigung, dass eine bestimmte Person die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt. Diese Urkunde wird von jener Gemeinde in Österreich über Antrag ausgestellt, in der der/die Betroffene seinen/ihren Hauptwohnsitz hat. Wenn Sie in Frankreich oder Monaco wohnen, ist die Konsularabteilung der Österreichischen Botschaft in Paris (siehe Quicklink) sowie das Österreichische Generalkonsulat in Strassburg (siehe Quicklink) zuständig.

Bei der Konsularabteilung der Österreichischen Botschaft in Paris oder beim Österreichischen Generalkonsulat in Strassburg betragen die Konsulargebühren € 48,-- (Entrichtung in bar oder per Scheck, keine Kreditkarten!)

Seit 1. Jänner 2008 ist die Ausstellung von Staatsbürgerschaftsnachweisen für Neugeborene, sofern sie innerhalb von 2 Jahren ab der Geburt beantragt werden, von den Konsulargebühren befreit (Novelle des Konsulargebührengesetzes lt BGBl. I Nr. 62/2008).

Bei einer Antragstellung in Österreich: abhängig vom Ort (z. B. in Wien: € 37,62 in bar); noch nicht vergebührte Dokumente (z. B. ausländische Geburts- oder Heiratsurkunden), die vorzulegen sind, müssen zusätzlich vergebührt werden. Genaue Auskünfte erteilt die zuständige Behörde.

  • in Städten mit Bundespolizei: im Magistratischen Bezirksamt
  • in Wien: in allen Magistratischen Bezirksämtern und in der Magistratsabteilung 61 im Rathaus
  • in Städten ohne Bundespolizei: Gemeindeamt (Gemeindeverband)
  • bei der Konsularabteilung der Österreichischen Botschaft in Paris
  • beim Österreichischen Generalkonsulat in Strassburg

Wegen der oft recht komplexen Materie empfiehlt es sich, das persönliche Gespräch mit dem zuständigen Sachbearbeiter zu suchen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der konsularischen Vertretungen in Paris und Strassburg beraten Sie gerne!

Aufgrund der Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofs vom 30. Jänner 2001, Zl. 2000/01/0202 (Fall Goldan) hat sich die Rechtslage bezüglich des Verlusts der österreichischen Staatsbürgerschaft von Emigranten und Vertriebenen, die eine fremde Staatsangehörigkeit angenommen haben, geändert. Die zuständigen Landesregierungen haben bereits in mehreren Verfahren nachträglich festgestellt, dass die Emigranten in vielen Fällen die österreichische Staatsbürgerschaft durch die Annahme einer fremden Staatsangehörigkeit auf Grund einer de facto gegebenen Zwangslage nicht verloren haben. Daraus lässt sich ableiten, dass auch deren Nachkommen die österreichische Staatsbürgerschaft durch Abstammung erworben haben.

Die Landesregierungen sind bereit, bereits früher getroffene, negative Entscheidungen zu revidieren, wenn die Voraussetzungen für eine nunmehr positive Erledigung vorliegen. Es wird deshalb allen betroffenen und interessierten Personen empfohlen, die zuständigen Ämter der Landesregierungen zu kontaktieren. Die Landesregierungen werden Anträge auf Feststellung der Staatsbürgerschaft, die Holocaustopfer bzw. deren Nachkommen betreffen, einer genauen Prüfung unterziehen, auf welche Weise und unter welchen Umständen der Antragsteller die fremde Staatsangehörigkeit, die den Verlust der österreichischen Staatsbürgerschaft bewirken hätte können, erworben hat und insbesondere, ob sich der Antragsteller zum maßgeblichen Zeitpunkt in einer berücksichtigungswürdigen Zwangslage befunden hat. Es ist deshalb empfehlenswert, dass Antragsteller diese Umstände ausführlich darlegen.

Die Ämter der Landesregierungen in Österreich, die Konsularabteilung der Österreichischen Botschaft in Paris und das Österreichische Generalkonsulat in Strassburg stehen gerne für weitere Auskünfte zur Verfügung. Die erwähnte Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs ist im Rechtsinformationssystem des Bundes abrufbar.