Zoll

Einreise nach Österreich aus einem EU-Land

Bei Ihrer Einreise nach Österreich unterliegen die von Ihnen mitgeführten Waren grundsätzlich keiner Zollkontrolle. Fallweise Kontrollen sind aus Sicherheitsgründen jedoch weiterhin jederzeit möglich.

Bei Reisen mit dem Flugzeug können Sie daher, sofern Sie nicht von einem Flug von außerhalb der Europäischen Union umgestiegen sind, den Ausgang für EU-Reisende (sog. Blaukanal), ist ein solcher nicht vorhanden, den Grünkanal benützen.

Wenn Sie aus einem Gebiet der Gemeinschaft kommend über einen Drittstaat (d.h. Nichtmitgliedstaat der EU) nach Österreich einreisen oder im Zuge einer Flugreise Ihre Maschine vor dem Eintritt in österreichisches Staatsgebiet eine Zwischenlandung in einem Drittstaat macht, haben Sie bezüglich der Kontrollen die Bestimmungen für Reisen nach Österreich aus einem Gebiet außerhalb der Europäischen Union zu beachten.

Reisende dürfen grundsätzlich die von ihnen in einem anderen EU-Mitgliedstaat versteuert (das heißt im normalen Geschäftsverkehr unter Bezahlung der Umsatzsteuer sowie allfälliger sonstiger Abgaben, z.B. der Biersteuer, der Schaumweinsteuer oder der Alkoholsteuer) erworbenen Waren ohne weitere Erhebung von Abgaben nach Österreich einbringen, sofern diese Waren ihrem Eigenbedarf dienen und sie die Verbringung selbst vornehmen.

Zur Abgrenzung einer solchen privaten abgabenfreien Verbringung von einem gewerblichen und somit abgabenpflichtigen Verbringen existieren für gewisse Waren Richtmengen. Sie betragen im einzelnen:

  • für Zigaretten: 800 Stück
  • für Zigarillos (Zigarren mit einem Stückgewicht von höchstens 3 Gramm): 400 Stück
  • für Zigarren: 200 Stück
  • für Rauchtabak: 1 kg
  • für Spirituosen: 10 Liter
  • für Zwischenerzeugnisse (= andere alkoholische Getränke als Bier, Schaumwein oder Wein mit einem Alkoholgehalt von höchstens 22 % vol.): 20 Liter
  • für Wein (davon maximal 60 Liter Schaumwein): 90 Liter
  • für Bier: 110 Liter

Werden diese Richtmengen überschritten, wird vermutet, dass die Waren für gewerbliche Zwecke und somit abgabenpflichtig verwendet werden. Diese Vermutung ist aber keineswegs zwingend, d.h. Sie müssten in diesem Fall nachweisen bzw. glaubhaft machen, dass die Waren im gegebenen Umfang tatsächlich nur für den Eigenbedarf bestimmt sind.

Es ist andererseits jedoch möglich, dass auch in Fällen, in denen diese Richtmengen nicht erreicht werden, eine gewerbliche (abgabenpflichtige) Verbringung vorliegt, nämlich dann, wenn aus anderen Anhaltspunkten wie z.B. der Beförderungsart (den Transport führt z.B. nicht der Reisende selbst durch), der handelsrechtlichen Stellung des Wareninhabers (z.B. GmbH), aus Unterlagen über die Waren oder aus wiederholten Verbringungen innerhalb eines kurzen Zeitraumes auf eine gewerbliche Verbringung geschlossen werden muss.

Für welche EU-Länder gelten diese Bestimmungen nicht?

Sämtliche in diesem Kapitel angeführten Regelungen gelten für Einreisen aus Belgien, Dänemark (ohne Färöer und Grönland), Deutschland (ohne Helgoland und Büsingen), Finnland (ohne Ålandinseln), Frankreich (ohne überseeische Gebiete und Departements), Griechenland, Großbritannien (ohne Kanalinseln), Irland, Italien (ohne Livigno, Campione d'Italia und den ital. Teil des Luganersees), Luxemburg, den Niederlanden, Portugal, Schweden und Spanien (ohne die Kanarischen Inseln, Ceuta und Melilla).

Für die in Klammer angeführten Gebiete gilt:

  • Die nicht kursiv gedruckten Gebiete gehören nicht zur EU, bei Einfuhren sind daher nach Maßgabe der Bestimmungen für Waren, die Sie in einem Drittstaat kaufen die Eingangsabgaben zu entrichten.
  • Die kursiv gedruckten Gebiete (z.B. Kanarische Inseln) gehören zur EU, es gelten jedoch Sonderregelungen. Für im Reiseverkehr eingebrachte Waren aus diesen Gebieten gilt, dass bei allfälliger Abgabenpflichtigkeit kein Zoll, sondern nur die sonstigen Eingangsabgaben erhoben werden.