Erwerb

Erwerb der österreichischen Staatsbürgerschaft durch Ehepartner österreichischer Staatsbürger

Gemäß Staatsbürgerschaftsrechts-Novelle 2005 (BGBL I Nr. 37/2006 vom 22.03.2006) ist einem Fremden nach einem rechtmäßigen und ununterbrochenen Aufenthalt von mindestens sechs Jahren im Bundesgebiet der Republik Österreich und unter den Voraussetzungen des § 10 Abs. 1 Z 2 bis 8, Abs. 2 und 3 die Staatsbürgerschaft zu verleihen, wenn

  • sein Ehegatte Staatsbürger ist und bei fünfjähriger aufrechter Ehe im gemeinsamen Haushalt mit ihm lebt;
  • die Ehe weder von Tisch und Bett noch sonst ohne Auflösung des Ehebandes gerichtlich geschieden und
  • er nicht infolge der Entziehung der Staatsbürgerschaft nach § 33 Fremder ist.

Voraussetzung jeglicher Verleihung der Staatsbürgerschaft ist weiters der Nachweis der Kenntnis der deutschen Sprache und von Grundkenntnissen der demokratischen Ordnung sowie der Geschichte Österreichs und des jeweiligen Bundeslandes.

Die für Auslandsösterreicher wichtigsten Neuerungen:

  • Die Erstreckung der Verleihung der Staatsbürgerschaft soll unter bestimmten Voraussetzungen auch dann möglich sein, wenn eine Niederlassung in Österreich nicht gegeben ist (§ 12 Z 3 StbG 1985 idF BGBl 122/2009) Dies betrifft folgende Personengruppen:
    • die ehelichen Kinder des Fremden
    • die unehelichen Kinder der Frau
    • die unehelichen Kinder des Mannes, wenn seine Vaterschaft festgestellt oder anerkannt ist und ihm die Pflege und Erziehung der Kinder zustehen
    • die Wahlkinder des Fremden.
  • Neu eingeführt wurde auch der „Auffangtatbestand“ für ÖsterreicherInnen, deren Staatsbürgerschaft durch Abstammung (oder Legitimation) sich im Nachhinein durch einen Vaterschaftstest als unrichtig erweist und so die Grundlage für den Erwerb der Staatsbürgerschaft wegfällt. (§ 59 StbG 1985 idF BGBl 122/2009)

Bitte beachten Sie auch, dass Anträge auf Verleihung und Erstreckung der Staatsbürgerschaft nun PERSÖNLICH (zuvor schriftlich) zu stellen sind (§ 19 Abs. 1 StbG 1985 idF BGBl 122/2009).