Aufenthaltsrecht

Für Drittstaatsangehörige

Das Bundesgesetz über die Niederlassung und den Aufenthalt (NAG) regelt unter anderem die Erteilung von Aufenthaltstitel von Fremden, die sich länger als sechs Monate in Österreich aufhalten oder aufhalten wollen, sowie die Dokumentation von bestehenden Aufenthalts- und Niederlassungsrechten.

Aufenthaltstitel werden als Karte nur für folgende Aufenthaltszwecke erteilt:

  • Aufenthaltsbewilligungen (vorübergehender befristeter Aufenthalt):
    • Rotationsarbeitskraft
    • Betriebsentsandter
    • Selbständiger Künstler
    • Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit (u.a. Aupair)
    • Schüler
    • Studierender
    • Sozialdienstleistender
    • Forscher
    • Familiengemeinschaft
    • Humanitäre Gründe
  • "Rot-Weiß-Rot – Karte" (befristete Niederlassung mit beschränktem Arbeitsmarktzugang)
  • "Rot-Weiß-Rot – Karte plus" (befristete Niederlassung mit unbeschränktem Arbeitsmarktzugang)
  • "Blaue Karte EU" (befristete Niederlassung mit beschränktem Arbeitsmarktzugang)
  • "Niederlassungsbewilligung" (befristete Niederlassung mit beschränktem Arbeitsmarktzugang)
  • "Niederlassungsbewilligung – ausgenommen Erwerbstätigkeit" (befristete Niederlassung ohne Arbeitsmarktzugang)
  • "Niederlassungsbewilligung – Angehöriger" (befristete Niederlassung ohne Arbeitsmarktzugang)
  • Aufenthaltstitel "Familienangehöriger" (befristete Niederlassung mit unbeschränktem Arbeitsmarktzugang)
  • "Daueraufenthalt – EG" (unbefristete Niederlassung mit unbeschränktem Arbeitsmarktzugang)
  • "Daueraufenthalt – Familienangehöriger" (unbefristete Niederlassung mit unbeschränktem Arbeitsmarktzugang)

Auf der Homepage des Bundesministeriums für Inneres finden Sie nähere Informationen sowie Antragsformulare.

Für die Aufnahme einer bloß vorübergehenden selbständigen Erwerbstätigkeit, einer bloß vorübergehenden unselbständigen Tätigkeit, oder einer Tätigkeit, zu deren Ausübung eine Beschäftigungsbewilligung nach § 5 Ausländerbeschäftigungsgesetz (AuslBG) Voraussetzung ist, werden von den österreichischen Vertretungsbehörden im Ausland Aufenthalts-Reisevisa mit einer Gültigkeitsdauer bis zu 6 Monaten erteilt.

Aufenhaltstitel - Erstantrag im Ausland

Erstanträge für Aufenthaltstitel sind vor Einreise nach Österreich bei der für den Wohnsitz des Fremden örtlich zuständigen Berufsvertretungsbehörde (Botschaft, Generalkonsulat) im Ausland persönlich einzubringen, und die Entscheidung hierüber im Ausland abzuwarten.

Erstantrag im Inland

Abweichend hiervon dürfen folgende Personengruppen Erstanträge im Inland stellen:

  1. Familienangehörige von Österreichern, EWR-Bürgern und Schweizer Bürgern, nach rechtmäßiger Einreise und während ihres rechtmäßigen Aufenthaltes
  2. Fremde, die bisher rechtmäßig in Österreich niedergelassen waren
  3. Fremde, die bisher österreichische Staatsbürger oder EWR-Bürger waren
  4. Kinder von rechtmäßig Aufhältigen bis 6 Monate nach der Geburt
  5. Fremde, die zur sichtvermerksfreien Einreise berechtigt sind während ihres erlaubten sichtvermerksfreien Aufenthaltes
  6. Fremde, die eine Aufenthaltsbewilligung als Forscher beantragen und deren Familienangehörige

Wichtige Hinweise:

  • Das Stellen mehrer Anträge, sowie die Angabe verschiedener Aufenthaltszwecke sind nicht zulässig
  • Die örtliche Zuständigkeit der Vertretungsbehörden im Ausland zur Beantragung von Aufenthaltstitel richtet sich nach dem Wohnsitz der Antragsteller und ist strikt einzuhalten
  • Die Erteilung und Ausfolgung der bei den Vertretungsbehörden im Ausland beantragten Aufenthaltstitel erfolgt direkt über die nach dem beabsichtigten Wohnsitz des Fremden zuständige Bewilligungsbehörde in Österreich
  • Die Vertretungsbehörden im Ausland können keine Auskünfte über die in Österreich zu erwartende Bearbeitungsdauer geben

Zur Dokumentation des gemeinschaftsrechtlichen Aufenthalts- und Niederlassungsrechts werden nach erfolgter Einreise in Österreich

  • für EWR-Bürger, die sich in Österreich niedergelassen haben, über Antrag eine „Anmeldebescheinigung“ und
  • für Angehörige von EWR-Bürgern, die Drittstaatsangehörige sind, über Antrag eine „Daueraufenthaltskarte“, wenn der EWR-Bürger das Recht auf Freizügigkeit in Anspruch genommen hat, ausgestellt.
  • Inhabern von Anmeldebescheinigungen kann auf Antrag ein „Lichtbildausweis für EWR-Bürger“ ausgestellt werden. Der Lichtbildausweis für EWR-Bürger und die Daueraufenthaltskarte gelten als Identitätsdokument.