Mieze Medusa

Mieze Medusa ist eine österreichische Autorin, Slammerin, Rapperin und Herausgeberin. Sie zählt zu den fixen Größen in der österreichischen Hip-Hop- und Poetry-Slam-Szene, organisiert und moderiert seit 2004 verschiedene Poetry Slam Formate wie z.B. den ältesten Wiener Poetry Slam „textstrom“, den "KULTUM" Poetry Slam in Graz, sowie Slams in verschiedenen Theatern, Museen und Kulturhäusern. 2002 gewann sie mit ihrem Text "MussJa AllesInklusive Sein" den FM4 Wortlaut Literaturwettbewerb und im Jahr 2007 gemeinsam mit tenderboy und Violetta Parisini und dem Track "Nicht meine Re-volution" den FM4 Protestsongcontest. 2008 erschien ihr erster Roman "Freischnorcheln" im Milena Verlag. Seither regelmäßige Veröffentlichungen: Romane, Anthologien, Poetry Slam Texte und Rap-Alben. Ihr zweiter Roman „Mia Messer“ wurde für den Alpha-Literaturpreis no-miniert und in Österreich und inter-national präsentiert. Gemeinsam mit Markus Köhle und Nadja Bucher betrieb sie von 2007-2012 die Wiener Lesebühne "Dogma Chronik Arschtritt", seit 2015 ist sie Teil der Lesebühne "Die Schleuder Gang". Außerdem schrieb sie für das Wiener Gratismagazin "The Gap" sowie Kolumnen für das feministische Popkulturmagazin "an. schläge". Seit 2012 bildet sie zusammen mit Yasmo das Poetry-Slam-Team MYLF (Mothers You'd Like to Flow with). Am 9. November präsentiert Mieze Medusa im Rahmen des, in Kooperation mit dem ÖKF Brüssel organisierten, Transpoesie Festivals ihren Text „Heimweh nach Butter-broten“.

Birgit Pleschberger

Birgit Pleschberger, 1978 in Kärnten geboren, studierte an der Universität Mozarteum in Salzburg in der Klasse Bildhauerei bei Ruedi Arnold. Es folgten Auslands-aufenthalte in Kroatien, Budapest, Paris und Berlin sowie zahlreiche Aus-stellungen und Preise. Birgit Pleschberger ist trotz ihres Studienschwerpunkts keine klass-ische Bildhauerin, denn ihre Leidenschaft liegt vor allem in der Zeichnung. Objekt, Installation, Fotografie und auch Video fließen aber immer wieder in ihre Arbeit mit ein. Die Freiheit, sich nicht auf ein Medium beschränken zu müssen, schenkt ihrem Schaffen Leichtigkeit und Abwechslung. Die Installation „peacemakers“ zeigt fünf junge Menschen, darunter Freunde der Künstlerin sowie sie selbst, die mit dezenten Strichen eher silhouettenhaft dargestellt sind. Die fünf Figuren sind verschiebbar und können nebeneinander sowie auch hinter-einander angereiht werden. Der geisterhafte Charakter unterstreicht die Verbindung zur Armee aus der früh-chinesischen Grab-anlage des Kaisers Qin Shihuangdi. Die Figuren stehen klar, aufrecht und bestimmt. Neben der Entschlossenheit, die ihre Gesichter und ihre Haltung widerspiegeln, ist aber auch eine leise Ironie und Verspiel-theit und auch Verletzlichkeit spürbar. Die Arbeit versucht die Ambivalenz der Terra-kottaarmee aufzugreifen und weiter-zuführen, versucht eine Verbindung zu schaffen zwischen dem Diesseits und dem Jenseits, zwischen Strenge und Leichtigkeit, zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Leben und Tod. Die Vergänglichkeit des Materials, Papier kaschiert auf Holz, scheint zuerst vielleicht befremdlich, sie stellt jedoch der jahrtausende überdauernden Terrakottaarmee den Aspekt der Endlichkeit des Lebens gegenüber, gerade den Aspekt, der der Armee selbst innewohnt.

Elisabeth Penker

Elisabeth Penker studierte Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Es folgten zahlreiche Ausstellungen sowie Arbeitsaufenthalte an Kunstakademien und Hochschulen im Ausland, unter anderem in Kalifornien, Norwegen und den Niederlanden. Penker beschränkt sich in ihrer Arbeit nicht auf das Gebiet der Skulptur, sondern bindet auch andere Kunstformen mit ein. Insbesondere ihre Auseinandersetzung mit der Musik hat sich dabei als fruchtbar erwiesen. Ein Beispiel hierfür ist ihre Skulptur „Composition With One Twisted Tone“ im Schlosspark Grafenegg (Bild rechts).

Die Skulptur besteht aus einer Reihe von Holzlamellen mit zwölf Zwischenräumen. Eine einzige Grundform wird immer wieder um 180 Grad gespiegelt. Das Prinzip erinnert an die Zwölftontechnik in der Kompositionslehre, jedoch in deren Inversion: Während in der „Schönberg-Schule“ mit zwölf ausschließlich einmal benutzten Tönen komponiert wird, kehrt die Künstlerin das Prinzip um und variiert eine einzige Grundform zwölfmal durch deren jeweilige Spiegelung zur nächsten. Die Lamellen erinnern an Piano-Tasten, deren Schwarz-Weiß-Farbgebung die Künstlerin jedoch für ihre Skulptur umgekehrt hat. In einigen Zwischenräumen befinden sich Sitzflächen, die zum Verweilen einladen. Penker spielt mit den Schnittstellen zwischen Skulptur, Möbel und Instrument. Derzeit ist Elisabeth Penker Stipendiatin des renommierten Atelier WIELS in Brüssel. Mehr Info

Isolde Tomann

Isolde Tomann, geboren 1966 in Wien und aufgewachsen in Stockerau/NÖ, studierte Lebensmittel- und Biotechnologie, um danach in der Aromenindustrie zu arbeiten. 1995 entdeckte sie ihre Leidenschaft zur Kunst und beschäftigt sich seitdem hauptsächlich mit Porträts und Collagen. Für die Arbeit an ihren Collagen verwendet die Künstlerin ihre persönliche Foto-sammlung aus Mode- und Lifestyle-Zeitschriften oder nutzt Quellen aus dem Internet. Die einzelnen Bilder werden dabei erst aus ihrem ursprünglichen Bedeutungs-kontext gerissen und dann neu angeordnet, wobei humoristische Verfremdungen entstehen. In ihren Porträtarbeiten fokussiert Tomann die innere Stärke und Souveränität des Menschen. Mit ihrer Reihe von Porträt-Collagen „Global Career Series“ schafft Tomann den Brückenschlag zwischen ihrer Karriere in der Aromenindustrie und der Kunst. Dabei dienten Fotos von erfolgreichen Managern der Aromen-branche als Ausgangsmaterial. Diese seien in ihrer Bildsprache exemplarisch für die Selbstdarstellung beruflich ambitionierter Führungskräfte. Isolde Tomanns Collagen brechen die visuellen Codes dieser Managerporträts spielerisch auf und illustrieren gleichzeitig unter Einbindung von Landkarten die internationale Vernetzung in der Branche. Mehr Info

Bild:© Isolde Tomann

Sigrid Sandker

Seit 2007 beschäftigt sich Sigrid Sandker intensiv mit Keramik. Sie arbeitet selbstständig in ihrem Atelier in Tervuren und studiert Malerei an der Akademie für Bildende Kunst in Overijse (BKO), nachdem sie bereits jahrelang als Malerin tätig war. Sie studierte an der „Burrow’s School of Art“ in Guyana, Südamerika und arbeitete und lernte bei namhaften belgischen Keramikerinnen. Neben Soloausstellungen in Belgien stellte sie unter anderem in der National Art Gallery in Guyana aus und nahm zum dritten Mal an der „Artiestentoer“ in Tervuren teil. Die Suche nach der Ästhetik in der Einfachheit und Schnörkellosigkeit ist der rote Faden in den keramischen Arbeiten von Sigrid Sandker. Sie versucht sich mit organischen Formen der Natur zu nähern, deren Schönheit oft nicht in der perfekten Form liegt, sondern ein Ergebnis des Einwirkens verschiedener Kräfte über lange Zeit ist. Das Zufällige und das Unerwartete dürfen ihren Platz haben und sind sogar gewollt. Von japanischer Kunst und Keramik beeindruckt, beschäftigte sich Sigrid mit dem ästhetischen Konzept Wabi-Sabi, das eigentlich keine Kunstrichtung, sondern eine Art Dinge wahrzunehmen ist. Kurz zusammengefasst ist Wabi der bewusste Verzicht auf materiellen Reichtum zugunsten einer verstärkten Beziehung zu Natur und Realität während der Begriff Sabi aber vor allem für die Vergänglichkeit, den Kreislauf von Werden und Vergehen steht. Seit einigen Jahren gibt Sigrid Sandker Kunst und Keramikkurse für Kinder, in 2016 gründete sie „Het Kleine Atelier“ in Tervuren, wo sich alles um Kreativität mit und von Kindern dreht.

Gregor Eldarb

Gregor Eldarb, geb. 1971 in Polen, lebt und arbeitet in Wien, seit Januar 2017 im Rahmen eines sechsmonatigen BKA-Atelierstipendiums im Wiels, Brüssel Ausgehend von urbanistischen Ideen, Architekturen und Theorien entwickelt Gregor Eldarb Strukturmodelle, die einen wesentlichen Teil seiner Arbeit ausmachen. Er gestaltet hypothetische Raumkonstrukt-ionen und Formen, die sich auf die konstruktiven Modelle der klassischen Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts beziehen. Gleichzeitig führen diese einen Dialog mit den Ideen rund um reale, aber auch utopische Entwürfe des urbanen Milieus. In Form von Zeichnungen, Objekten und Videos untersucht der Künstler seine Umgebung – sei es seine eigene Wohnung, diverse Städte oder aber auch das Land bzw. die Landschaft, der er seine Modelle ebenfalls entgegenhält. Neben künstlerischen Auseinanderset-zungen mit literarischen Persönlichkeiten wie etwa dem US-amerikanischen Wissenschaftler und Fluxus-Künstler Bern Porter oder dem ebenfalls US-amerikanischen Dichter, Schriftsteller und Maler Kenneth Patchen sind großformatige Malereien oft Teil der verschiedenen Projekte des Künstlers. In jüngster Zeit hat sich Gregor Eldarb verstärkt mit Printmedien befasst. Er nimmt dabei Bezug auf ein System von Formen, Präsentationsmodi und Begriffen, die uns die Möglichkeit des Vergleichs und der Neudefinition der Bedeutungen der Kunst, des Raums und der Gedanken geben. Mehr Info

Dieter Michael Grohmann

Der aus Wien stammende Autorenfilmer Dieter Michael Grohmann lebt seit 2005 in Brüssel. Zu Grohmanns Kunstschaffen zählen narrative Kurzspiel- und Experimentalfilme, Doc-Filme, sowie Multimedia-Installationen. Seine Installation "How it feels to be an entrepreneur" wurde 2009 in Brüssel binnen 3 Tagen von rund 6000 und 2010 in Barcelona von mehr als 10.000 Besuchern gesehen. Grohmanns Filme "follow me" und "Das Mädchen mit der Querflöte" gewannen bisher insgesamt 14 Awards und Auszeichnungen in den USA (u.a. Hollywood), Canada sowie Europa und waren bei mehr als 35 weiteren internationalen Filmfestivals in der offiziellen Selektion. Die meisten der psychologisch anspruchsvollen Filme Grohmanns sind an der fragilen Bruchlinie zwischen Realität und der individuellen Innenwelt der Protagonisten angesiedelt. Unüberwindbar scheinende Vorstellungen und Konventionen prallen an Traumata, seelische Labilitäten, Angstzustände und den Drang nach Erlösung, die sich - in die Realität zurückgekehrt - befreiend, aber bisweilen auch grauenhaft manifestiert. Sicher keine leichte Kost, sondern intensives Kino zum Sehen, Empfinden und Hineinfühlen.

Elfi Bescos

Die aus Graz stammende Malerin Elfi Wallner-Bescos lebt seit 1992 in Brüssel. Sie hat eine 8-jährige Ausbildung an der Kunstakademie RHOK in Brüssel, mit Schwerpunkt Acrylmalerei, absolviert sowie an einigen Kunstateliers in Belgien teilgenommen. Außerdem hat sie eine dreijährige Ausbildung in virtueller Animation gemacht. Frau Wallner-Bescos beschreibt ihre Arbeit wie folgt: „Malen bedeutet mir sehr viel. Es erlaubt mir zu träumen und lässt meiner Inspiration freien Lauf.Spontan begebe ich mich auf ein neues Abenteuer, geleitet von meinen Gefühlen und Gedanken, die ich in Farben und Formen ausdrücke. Ich experimentiere gerne, probiere immer wieder neue Techniken aus wie "Gipsdripping", Durchreibetechnik (frottage) oder Klebetechnik (Collage) und erlebe dabei, wie meine Bilder sich verändern. Ich suche nach der Harmonie von Farben und Formen. Meine Bilder sind frei konstruiert, versehen mit Kraft und Spannung. Sie sollen den Betrachter gefangen nehmen, zu ihm sprechen und ihn Teil des Bildes werden lassen.“ Mehr Info

Kurt Ryslavy

Der aus Graz stammende „LifeArt“-Künstler Kurt Ryslavy lebt seit 1987 in Brüssel Zu Ryslavys Kunstschaffen zählen Skulpturen, Bilder und Zeichnungen, Performances, Installationen, Fotografien, Plakate, Kataloge und Videos, die oftmals einen subjektiven Aktivismus darstellen. Seine Mittel dazu sind Provokation und Spott mit dem zentralen Thema der gesellschaftlichen Werte in Bezug zu den Arbeitsbedingungen der Kunstschaffen-den. Er entwickelte eigene Ausdrucks-formen, attackierte eingefahrene Rezeptionsgewohnheiten sowie die Themen Geld, Kaufen und Investieren. Sein Aktionsfeld ist durchaus weitläufig. Lettrismus, Surrealismus, Institutionskritik und Kontextualismus haben Eingang in seine Arbeit gefunden. Neben seiner malerischen und skulpturalen Beschäftigung ist Schreiben für ihn ein wichtiges Ausdrucksmittel. Mehr Info

KünstlerInnenportrait 01.2017