Internationale Organisationen mit Sitz in Wien und Umgebung

Internationale Organisationen und Institutionen mit Sitz in Wien und Umgebung

Seit 1965 hat auch die 1960 in Bagdad gegründete OPEC (Organization of the Petroleum Exporting Countries) ihren Sitz in Wien. Diese zwischenstaatliche Organisation zur Koordination der Erdölpolitik ihrer Mitgliedstaaten hat die Aufgabe, stabile Preise für Erdölproduzenten zu erreichen und verlässliche Lieferungen für Konsumentennationen zu sichern. Sie besteht aus der Konferenz der Erdölminister, dem Gouverneursrat und einem Sekretariat unter einem von der Konferenz bestellten Generalsekretär (Abdalla Salem El-Badri).

Hoch-und Deutschmeister Palais – Amtssitz des OFID

Der ebenfalls in Wien untergebrachte OFID (OPEC-Fund for International Development) wurde 1976 von den OPEC-Mitgliedstaaten gegründet, um aus deren Öleinnahmen einen Beitrag zur Entwicklung der Dritten Welt an Regierungen der nicht der OPEC angehörenden Entwicklungsländer und an internationale Entwicklungsagenturen in Form von Darlehen und Zuschüssen zu leisten (Generaldirektor Suleiman Jasir Al-Herbish).

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE, Generalsekretär Lamberto Zannier) bemüht sich vor allem um Stabilität und Sicherheit in ganz Europa. Die OSZE hat sich im letzten Jahrzehnt zu einer operativen Organisation weiterentwickelt, die auch im Feld aktiv ist. Sie unterhält 18 Langzeitmissionen im GUS-Raum und auf dem Balkan. Sie hat dabei ihren Personalstand, auch im Sekretariat in Wien, stark ausgeweitet. 1997 wurde hier auch ein Büro eines OSZE-Repräsentanten für Medienfreiheit eingerichtet. Neben dem Forum für Sicherheitskooperation und dem Ständigen Rat tagen hier ebenfalls in enger organisatorisch-technischer Verbindung mit den OSZE-Institutionen die ständigen Gremien gemäß dem Vertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa und dem Vertrag über den Offenen Himmel (Open Skies Treaty).

Das Sekretariat des Wassenaar-Arrangements, weltweiter Nachfolger des COCOM, eine Einrichtung zur Kontrolle von konventionellen Waffen sowie von doppelverwendungsfähigen Gütern und Technologien, nahm im Jahr 1997 seine Tätigkeit auf.

Im selben Jahr wurde die Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC) gegründet. Sie errichtete 1998 ihren Sitz in Wien und wurde im März 2007 infolge der Verordnung des Rates Nr. 168/2007 in die Europäische Grundrechteagentur (European Fundamental Rights Agency EFRA) umgewandelt. Direktor der FRA ist Michael O’Flaherty, der seinen Posten am 16. Dezember 2015 angetreten hat. Ihre Hauptaufgabe ist es, der Europäischen Union und ihren Mitgliedstaaten objektive und vergleichbare Informationen über rassistische, fremdenfeindliche und antisemitische Phänomene auf europäischer Ebene bereitzustellen.

Mit der Ansiedlung der unmittelbaren zentralen Kontaktstelle für den Haager Verhaltenskodex gegen die Weiterverbreitung von ballistischen Raketen (The Hague Code of Conduct against the Proliferation of Ballistic Missiles - HCoC) im Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres konnte im Jahr 2002 ein weiterer Schritt zur Stärkung des Amtssitzes Wien gesetzt werden. Im selben Jahr hat die Europäische Weltraumorganisation (ESA) beschlossen, das neu gegründete Europäische Institut für Weltraumpolitik (ESPI) in Wien anzusiedeln.

Das Sekretariat der Energiegemeinschaft hat seit 2006 seinen Sitz in Wien. Die Vertragsparteien der Energiegemeinschaft sind auf der einen Seite die Europäische Union, und auf der andren Seite die acht Vertragsstaaten Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Moldawien, Montenegro, Serbien und Ukraine. Das Ziel liegt primär darin, den EU Binnenmarkt im Energiesektor auf Süd-Ost-Europa auszuweiten. Die Energiegemeinschaft strebt somit an, stabile und einheitliche Rahmenbedingungen für die Entwicklung des Energiemarktes zu schaffen, die Versorgungssicherheit zu erhöhen, die Umweltsituation zu verbessern, sowie den Wettbewerb anzuregen.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM), die die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Migration fördert, hat im Jahr 2011 zusätzlich ein Regionalbüro in Wien errichtet, das sich themenspezifisch mit dem Raum Ost-, Südosteuropa und Zentralasien beschäftigt.

Das Internationale Zentrum für die Entwicklung von Migrationspolitik (International Centre for Migrqation Policy Development, ICMPD) wurde 1993 auf Initiative Österreichs und der Schweiz gegründet. Heute hat diese Internationale Organisation mit Sitz in Wien 15 europäische Mitgliedsstaaten. ICMPD ist für seine Mitgliedsstaaten und die EU zu einem wichtigen Partner bei der Entwicklung innovativer und nachhaltiger migrationspolitischer Konzepte geworden, insbesondere was die Kooperation mit Drittstaaten in der östlichen und südlichen Nachbarschaft der EU betrifft.

Weiters wurden im Jahr 2011 die Abrüstungsabteilung der VN (UNODA) eröffnet.

Weitere Aufwertung erfuhr der Amtssitz Österreich durch die Ansiedlung der Internationalen Antikorruptionsakademie (IACA) 2011 in Laxenburg und durch die Gründung des Internationalen King Abdullah Bin Abdulaziz Zentrums für Interreligiösen und Interkulturellen Dialog (KAICIID) in Wien. Seit 2011 ist Wien auch Sitz von drei Büros der Weltbankgruppe (Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung – IBRD, Multilaterale Investitions-Garantie Agentur – MIGA, Internationale Finanz-Corporation – IFC).