Österreich und die Vereinten Nationen

Seit seinem Beitritt am 14. Dezember 1955 als 70. Mitglied hat sich Österreich als engagiertes Mitglied der Vereinten Nationen (VN) etabliert. Österreich setzt sich für starke und effiziente VN ein und beteiligt sich aktiv an deren Arbeit.

Neben Friedenssicherung und Konfliktprävention sind die Stärkung der Menschenrechte und der Rechtsstaatlichkeit, der Schutz der Zivilbevölkerung (insbesondere Frauen und Kinder) in bewaffneten Konflikten sowie der Kampf gegen die Straflosigkeit Schwerpunkte der österreichischen Mitarbeit in den VN. Österreich vermochte mit großem Erfolg, Akzente in diesen Bereichen zu setzen. Durch das Engagement Österreichs gelang es, im VN- Sicherheitsrat eine breite Anerkennung und Unterstützung dieser Themen zu erreichen.

Von besonderer Relevanz sind für Österreich ferner die Drogen- und Verbrechensbekämpfung, die Abrüstung und Non-Proliferation, Umwelt sowie die Weiterentwicklung des Völkerrechts. Österreich konnte in der Vergangenheit mehrmals als Vermittler aktiv werden und trug wesentlich zur Entwicklung des Völkerrechts ("Wiener Konventionen") bei.

Ein weiteres prioritäres Thema ist der laufende VN-Reformprozess, wo sich Österreich unter anderem konsequent für verbesserte Arbeitsmethoden des VN-Sicherheitsrates einsetzt.

Mit der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung hat sich die Staatengemeinschaft bei der VN-Generalversammlung im Herbst 2015 auf einen gemeinsamen Zielekatalog geeinigt, um die globalen und komplexen Herausforderungen der heutigen Zeit wie Armut und Klimawandel gemeinsam zu bewältigen und künftigen Generationen eine lebenswerte Welt zu hinterlassen.

Im Rahmen der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit bildet die Agenda 2030 die Grundlage für die Kooperation mit Österreichs Partnerländern.  

Österreich wird zur nachhaltigen Entwicklung im eigenen Land und für die Welt in ihrer Gesamtheit beitragen, um Menschenwürde für alle, einen gesunden Planeten, gerechte, widerstandsfähige Gesellschaften und wirtschaftlichen Wohlstand zu gewährleisten.

Ansicht des Vienna International Center

Mit dem Amtssitz Wien wurde ein wichtiges Kompetenzzentrum für globale Sicherheit zur Bewältigung aktueller Fragen wie nuklearer Sicherheit oder Bekämpfung der organisierten Kriminalität sowie ein Ort der internationalen Begegnung geschaffen.

Österreich hat sich durch seine aktive, ausgleichende und prinzipientreue Mitarbeit in den VN ein hohes Profil erarbeitet. Die Anerkennung des österreichischen Engagements widerspiegelt sich unter anderem in der dreimaligen Wahl in den VN-Sicherheitsrat (1973/1974, 1991/1992 und 2009/2010) sowie in der Wahl in den VN-Menschenrechtsrat (2011-2014). Die Besetzung wichtiger Posten in den VN durch ÖsterreicherInnen als VN-MitarbeiterInnen oder unabhängige ExpertInnen ist ebenfalls Ausdruck dieser Anerkennung. Mit Kurt Waldheim stellte Österreich einen der bis dato neun VN-Generalsekretäre (1972 bis 1981). Von 2012 bis 2014 amtierte Peter Launsky-Tieffenthal als Untergeneralsekretär für globale Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit der VN.