Humanitäre Hilfe

Schutz und Versorgung für Menschen in Not

Das Ziel der humanitären Hilfe ist es, Leben zu retten, menschliches Leid zu lindern und Schutz und Versorgung aller betroffenen Menschen in einer humanitären Notlage (Naturkatastrophen, bewaffnete Konflikte, Pandemien) sicher zu stellen sowie die Grundlage für eine Rückkehr zu akzeptablen und menschenwürdigen Lebensbedingungen zu schaffen.

Humanitäre Hilfe - Schutz und Versorgung

Wem helfen wir – Würde des Menschen im Mittelpunkt

Humanitäre Hilfe erfolgt unabhängig, neutral, nicht diskriminierend und unparteilich. Alle Bevölkerungsgruppen ungeachtet von Rasse, Ethnie, Geschlecht, sozialem Status, Religion, Nationalität oder politischer Meinung des Empfängers haben Anspruch auf humanitäre Hilfe. Die humanitären Prinzipien bilden die oberste Leitlinie bei Maßnahmen der humanitären Hilfe.

Jährliches Budget des Auslandskatastrophenfonds vervierfacht

Das zentrale Instrument der bilateralen humanitären Hilfe Österreichs bildet der im Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres angesiedelte Auslandskatastrophenfonds, der mit Beginn des Jahres 2016 signifikant von 5 auf 20 Millionen erhöht wurde. 

Die Aufwendungen Österreichs für die bilaterale humanitäre Hilfe sind in den letzten Jahren markant gestiegen.

Humanitäre Hilfe - Schutz und Versorgung

Humanitäre Krise in der Region um Syrien Schwerpunkt der letzten Jahre

2012 - 2017: 73 Mio Euro für humanitäre Krise in Syrien, Irak und Nachbarländern 

Den geografischen Schwerpunkt bildete in den letzten Jahren die humanitäre Hilfe für Binnenvertriebene in Syrien und im Irak sowie für syrische Flüchtlinge in der Region.

Unsere starken Partner (Syrienkrise seit 2012)

Zudem wurde 2016 in Äthiopien, das unter einer langandauernden Dürreperiode litt, Nahrungsmittelhilfe geleistet und Projekte zur Stärkung der Ernährungssicherheit unterstützt. Weiters wurden zur Linderung der humanitären Notsituation in der Ostukraine Mittel bereitgestellt. Im Jahr 2017 wurde zusätzlich zu Syrien/Irak humanitäre Hilfe für die notleidende Bevölkerung im Jemen und im Südsudan geleistet.

Woher kommen die Mittel?

Wer braucht Hilfe

Immer mehr Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Per Ende 2015 waren rund 64 Millionen Menschen gewaltsam vertrieben; der größere Teil fand Zuflucht im eigenen Land. Während der letzten Jahrzehnte haben sowohl die Anzahl, das Ausmaß als auch die Komplexität von Katastrophen und Risiken zugenommen. Neben den klimabedingten Naturkatastrophen nehmen bewaffnete, oft innerstaatlich und über Jahre mit exzessiver Gewalt geführte Konflikte wie in Syrien zu.

Wem helfen wir?

Gemeinsam sind wir stärker

Humanitäre Hilfsleistungen erfolgen in Abstimmung mit der internationalen Hilfsgemeinschaft. Den Vereinten Nationen kommt die zentrale Rolle im Hinblick auf ein koordiniertes internationales Vorgehen bei humanitären Krisen zu. Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union stimmen ihre Positionen und Maßnahmen aufeinander ab. Die Europäische Kommission gehört mit ihrem humanitären Hilfsprogramm ECHO zu den größten Gebern weltweit.

Humanitäre Hilfe und Entwicklung

Wo möglich, sollen unter Einbeziehung bestehender Ressourcen Nothilfe, mittelfristige Rehabilitation und langfristige Entwicklungszusammenarbeit verknüpft werden. Damit soll dem Ansatz 'Linking Relief, Rehabilitation and Development' und der Nachhaltigkeit humanitärer Maßnahmen Rechnung getragen werden. Die Mittel für bilaterale Entwicklungszusammenarbeit der ADA werden bis 2021 auf 154 Millionen Euro verdoppelt werden.

Gesamtverantwortung der österreichischen Bundesregierung

Finanzielle Mittel für die Nahrungsmittelhilfe stellt das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft bereit. Unmittelbare Katastrophenhilfe, vor allem nach Naturkatastrophen, leisten das Bundesministerium für Inneres sowie das Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport. Zudem wendet Österreich substantielle Beiträge für ECHO und anderen Finanzinstrumenten der Europäischen Union im Bereich der humanitären Hilfe, wie der EU-Türkei Flüchtlingsfazilität, auf.

Professionelle Partner bei der Umsetzung

Die bilaterale humanitäre Hilfe Österreichs wird mit professionellen Partnerorganisationen umgesetzt: humanitäre Organisationen des Systems der Vereinten Nationen wie das Amt des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) oder das  Welternährungsprogramm (WFP); die Rotkreuz-/Rothalbmondbewegung; österreichische humanitäre Nichtregierungsorganisationen.

Humanitäre Hilfe wird auf Grundlage des humanitären Bedarfs und unter Wahrung der Würde und Rechte der Betroffenen geleistet, wobei besonders schutzbedürftigen Personen wie Kindern, Frauen, älteren Menschen, Menschen mit Behinderungen oder Angehörigen von Minderheiten ein besonderes Augenmerk zu schenken ist. Internationale humanitäre Hilfe erfolgt subsidiär, das heißt, wenn die benötigte Hilfe nicht (ausreichend) von dem betroffenen Staat selbst sowie der lokalen Zivilgesellschaft geleistet werden kann.