Umwelt und Klima

Im Zuge der Erkenntnis, dass globale Umweltprobleme globaler Antworten bedürfen, behandelte die Stockholm Konferenz der Vereinten Nationen (1972) erstmals umfassend ein breites Spektrum von Umweltfragen (Stockholmer Erklärung). Auf ihre Empfehlung gründete die Generalversammlung noch im selben Jahr das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), das bis heute ein wichtiger Motor der Entwicklung des globalen Umweltschutzes ist.

Der wegen zweier Großkonferenzen in Rio de Janeiro (1992: Agenda 2001, und 2012: „The Future We Want“) so genannte Rio-Prozess prägte insbesondere die Begriffe der „Nachhaltigen Entwicklung“ und des „Grünen Wirtschaftens“. Im Rio-Prozess wurzeln drei wichtige Umweltübereinkommen der Vereinten Nationen: Das Rahmenübereinkommen über Klimawandel (1992), das Übereinkommen über die Biologische Vielfalt (1993) und das Übereinkommen zur Bekämpfung der Wüstenbildung (1994).

Die seit 1995 jährlich tagende Klimakonferenz widmet sich der Eindämmung des Klimawandels und Anpassung an den Klimawandel. Konkretisierte Verpflichtungen zur Reduktion bzw. Beschränkung von Treibhausgasemissionen enhalten das Kyoto-Protokoll (1997) für den Zeitraum 2008 bis 2020, allerdings nur für Industriestaaten, und das Pariser Übereinkommen (2015) für die Zeit ab 2021, letzteres mit dem Ziel, die Erderwärmung gegenüber dem vorindustriellen Niveau auf höchstens 2° C, vorzugsweise 1,5° C, zu begrenzen.

Die seit 1994 zumeist alle zwei Jahre tagende Biodiversitätskonferenz befasst sich mit globalem Schutz der Biodiversität, also nicht nur der Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt sondern auch dem Schutz der Ökosysteme an sich. 2010 wurden die „Aichi-Ziele“ für den weltweiten Artenschutz formuliert.

Schon seit 1987 trägt das Montrealer Protokoll über Stoffe, die zum Abbau der Ozonschicht führen, samt Unterstützungsmechanismen für Entwicklungsländer zur Reduktion von ozonschädlichen Substanzen bei, sodass sich die schädliche UV-Strahlung abschirmende Ozonschicht langsam wieder erholt. Da manche der Ersatzkältestoffe (teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe; HFCs) aber wirksame Treibhausgase sind, sieht eine Änderung des Protokolls (2016) eine schrittweise Einschränkung der Verwendung vor, gestaffelt nach Industrie- und Entwicklungsländern um 80 % bzw. 85 % bis 2036 bzw. bis 2045 oder 2047.  

Mit Aspekten des internationalen Managements gefährlicher Chemikalien befassen sich die Übereinkommen von Basel (1989), Rotterdam (1998) und Stockholm (2001). In Bälde soll das Minamata-Übereinkommen über Quecksilber folgen.

Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES; 1973) schützt gefährdete Tier- und Pflanzenarten durch Einschränkung bzw. Verbot der Ein- und Ausfuhr von Exemplaren dieser Arten und deren Produkten (z. B. Elfenbein).

Österreich ist auch Partei weiterer multilateraler Übereinkommen, die sich u.a. mit grenzüberschreitenden Auswirkungen von Industrieunfällen, Zugang zu Informationen und Öffentlichkeitsbeteiligung in Umweltangelegenheiten, Umweltverträglichkeitsprüfung im grenzüberschreitenden Rahmen, Luftschadstoffen, Schutz grenzüberschreitender Gewässer und dem Schutz von Feuchtgebieten als Lebensraum für Wasser- und Watvögel (Ramsar-Konvention) und der Erhaltung wandernder wild lebender Tierarten befassen.

Von besonderer Bedeutung für Österreich sind die Alpenkonvention (1991) mit ihren Protokollen, die den umfassenden Schutz und die nachhaltige Entwicklung des sensiblen Alpenraums zum Gegenstand hat, und die Internationale Kommission zum Schutz der Donau (1994).