EU Strategie für den Alpenraum

Der Alpenraum ist mit über 80 Millionen Einwohnern eine der bedeutendsten Makroregionen Europas und zählt mit seinen zahlreichen namhaften Unternehmen zu den innovativsten Wirtschaftsräumen und wettbewerbsfähigsten Toursimusgebieten Europas. Trotz seiner zentralen Lage im Herzen Europas ist der Alpenraum aufgrund seiner besonderen geografischen und natürlichen Eigenschaften mit einigen der größten Herausforderungen der heutigen Zeit auf besondere Art und Weise konfrontiert:

  • Die wirtschaftliche Globalisierung erfordert nachhaltige und gleichbleibend hohe Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der Region.
  • Der demografische Wandel führt zur Überalterung der Gesellschaft und zur Abwanderung hochqualifizierter Arbeitskräfte aus dem Alpenraum.
  • Der weltweite Klimawandel zeigt bereits konkrete Auswirkungen auf Umwelt, Biodiversität und Lebensbedingungen der Bewohner des Alpenraums.
  • Eine verlässliche und nachhaltige Energieversorgung muss auch in schwer zugänglichen Teilen des Alpengebiets gesichert sein.
  • Der Alpenraum als Transitregion im Herzen Europas erfordert aufgrund seiner geografischen Strukturen passgenau abgestimmte Verkehrskonzepte.
  • Der Alpenraum ist als einzigartiger Natur- und Kulturraum zu erhalten.

Mit dem Ziel, diese Herausforderungen grenzüberschreitend zu bewältigen, wurde am 18. Oktober 2013 in Grenoble von Vertretern der sieben Alpenraumstrategie-Staaten (Frankreich, Deutschland, Slowenien, Italien, Österreich und die Nicht-EU-Mitgliedsstaaten Schweiz und Liechtenstein) eine Entschließung zur Schaffung einer EU-Alpenraumstrategie unterzeichnet. Auf dieser Grundlage erteilte der Europäische Rat am 19.-20. Dezember 2013 der Europäischen Kommission das Mandat, gemeinsam mit den Mitgliedsstaaten bis Juni 2015 eine Makroregionale Strategie der EU für den Alpenraum nach dem Vorbild der EU-Ostsee- und Donauraumstrategie zu erstellen. Für die Erarbeitung dieser Strategie wurde ein EUSALP Steuerungskomitee unter Mitwirkung von Vertretern der Staaten, Regionen und der Europäischen Kommission eingerichtet.

Der im Juli 2015 von der Europäischen Kommission angenommene EUSALP Aktionsplan wird seit Anfang 2016 umgesetzt und konzentriert sich auf die drei thematischen Schwerpunkte Wettbewerbsfähigkeit und Innovation, umweltfreundliche Mobilität sowie nachhaltige Bewirtschaftung von Energie-, Natur- und Kulturressourcen. Österreich leitet drei der neun Aktionsgruppen der EUSALP: Natürliche und kulturelle Ressourcen (Ko-Vorsitz Kärnten und Alpenkonvention), Naturgefahrenmanagement (Ko-Vorsitz Umweltministerium und Bayern), Personen- und Güterverkehr (Vorsitz Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino). Derzeit wird der Vorsitz der EUSALP vom Land Bayern geführt. 2018 übernimmt das Land Tirol den Vorsitz.