Neue Erweiterungsschritte

Der Erweiterungsprozess ist  nicht abgeschlossen. Im Zentrum der derzeitigen Erweiterungsverhandlungen stehen die fünf Kandidatenländer Albanien, Mazedonien, Montenegro, Serbien und die Türkei.

Österreich unterstützt in diesem Zusammenhang vor allem die Länder des Westbalkans in Ihren Beitrittsbemühungen. Nachdem Österreich bereits von der großen „EU-Osterweiterung“ 2004 und 2007 wie kaum ein anderer Mitgliedsstaat profitiert hat, befinden wir uns bei den Staaten des Westbalkans in der Poleposition. Insbesondere die österreichische Wirtschaft hat die Chancen auf dem neuen Märkten früh erkannt und zu nutzen gewusst. Bereits jetzt ist Österreich der größte Direktinvestor in Slowenien, Kroatien, Serbien, Bosnien und Herzegowina und in den übrigen Ländern des westlichen Balkans unter den wichtigsten ausländischen Investoren.  Damit einher ging und geht die Schaffung vieler Arbeitsplätze in Österreich. Die Erweiterung sichert gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten neue Möglichkeiten und Chancen für Menschen und Unternehmen und unterstützt so wirtschaftliche Erholung und Wachstum, auch in Österreich.

Albanien stellte 2009 den Antrag auf EU-Mitgliedschaft. Im Juni 2014 erhielt es den Kandidatenstatus. In einem nächsten Schritt kann der Rat den Beginn der Verhandlungen beschließen.

Mazedonien stellte 2004 den Antrag auf EU-Mitgliedschaft und erhielt im  Dezember 2005 den Status eines Beitrittskandidaten. Die Europäische Kommission hat bereits mehrfach die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen empfohlen. Dies wird von EU Mitgliedstaaten blockiert, die zuvor auf eine Lösung der Namensfrage drängen.

Zwei Jahre nach seiner Unabhängigkeit stellte Montenegro 2008 einen formellen Antrag auf EU-Mitgliedschaft. Nach dem positiven Avis der Europäischen Kommission wurde Montenegro 2010 der Kandidatenstatus verliehen. Die Verhandlungen begannen im Juni 2012.

Serbien stellte 2009 einen Antrag auf EU-Mitgliedschaft, im März 2012 wurde der Status eines Beitrittskandidaten verliehen. Die Verhandlungen wurden im Jänner 2014 eröffnet.

Bereits 1987 stellte die Türkei ein Beitrittsansuchen. Seit 2005 laufen die Verhandlungen. Das vergleichsweise langsame Tempo der Beitrittsverhandlungen im Vergleich zu anderen Staaten spiegelt den komplexen Reformprozess in der Türkei wider.

Bosnien und Herzegowina hat - wie auch  Kosovo – den Status eines potenziellen Kandidatenlandes und stellte am 15. Februar 2016 einen Antrag auf EU-Mitgliedschaft. Eine Prüfung dieses Antrags steht noch aus.

Island stellte 2009 ein Beitrittsansuchen, die Verhandlungen wurden 2010 aufgenommen. Die neugewählte isländische Regierung beschloss jedoch 2013, die Verhandlungen für einen EU-Beitritt bis auf weiteres auszusetzen. 2015 wurde der Antrag offiziell zurückgezogen.