Pazifischer Raum

Australien ist eine konstitutionelle Monarchie. Staatsoberhaupt ist die britische Königin, die durch einen General-Gouverneur bzw. eine General-Gouverneurin  vertreten wird. Das Land ist Europa durch gemeinsame Werte immer noch eng verbunden, auch wenn die Allianz zwischen Australien und den USA („ANZUS-Pakt“ von 1951) den eigentlichen Grundpfeiler der australischen Außenpolitik bildet. Ein Rahmenabkommen zwischen Australien und der EU ist ausverhandelt. Die wirtschaftlichen Eckdaten Australiens stellen sich nach über 20 Jahren durchgehenden Wirtschaftswachstums als grundsolide dar. Nach dem Ende des Investitionsbooms in den Bergbausektor befindet sich die australische Wirtschaft derzeit in einer Phase der Umorientierung mit verstärkter Fokussierung auf den Dienstleistungssektor und innovative Technologien.

Neuseeland kooperiert aufgrund kultureller und geographischer Nähe besonders eng mit Australien, daneben bemüht sich Neuseeland ebenfalls um eine stärkere Zusammenarbeit mit asiatischen und pazifischen Staaten. Auf internationaler Ebene besteht ein großes multilaterales Engagement, mit Österreich gemeinsam besteht Interesse an Abrüstungsfragen, einem Bereich der bereits erfolgreiche Kooperationen aufweist.

Alle pazifischen Inselstaaten gehören der Gruppe der afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten (AKP-Staaten) an. Im bevölkerungsreichsten Pazifik-Inselstaat Fidschi – traditionell Drehscheibe in der Region – herrschte seit einem Putsch im Jahr 2006 ein Ausnahmezustand, bis 2012 die Notstandsverordnung aufgehoben wurde. Nach den friedlichen Wahlen 2014 wurden auch die Sanktionen der EU und anderer Staaten gegen Fidschi aufgehoben.

Die Inselstaaten des Pazifiks, vor allem Atoll-Staaten wie Kiribati, Tuvalu oder die Marschallinseln, sind besonders von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Klimaschutz und Umweltthemen sind daher Prioritäten für die Region. Der Umsetzung der bei der Klimaschutzkonferenz in Paris 2015 erzielten Vereinbarungen wird in den Ländern Ozeaniens besonderes Augenmerk geschenkt. Die EU ist nach Australien der zweitgrößte Entwicklungshilfepartner im Pazifik. Das 1971 gegründete „Pacific Islands Forum“ (PIF) ist ein wichtiges Konsultativforum der pazifischen Inselstaaten mit dem Ziel, die Zusammenarbeit auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet zu fördern. Der Kreis der Teilnehmer am PIF erweitert sich von Jahr zu Jahr.