Nordostasien

Prägend für die Region ist vor allem die Entwicklung Chinas vom Entwicklungsland zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Die nordkoreanische Atom- und Rüstungspolitik; aber a uch überlappende Gebietsansprüche im Süd- und Ostchinesischen Meer, führten immer wieder zu Spannungen in der Region.

Die Volksrepublik China ist weiterhin bestrebt, eine auf wirtschaftlicher Stärke bzw. Macht und Realpolitik basierende Außenpolitik mit „soft power“-Elementen zu kombinieren. Grundsätze sind dabei der Erhalt bzw. die Wiederherstellung der nationalen Einheit, die äußere Absicherung des chinesischen Modernisierungsprozesses und die Nichteinmischung in innere Angelegenheiten. Seit der Umsetzung der Reformpolitik 1978 durchläuft China einen raschen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbruch. Die Folgen der dynamischen wirtschaftlichen Entwicklung sind wachsende soziale Unterschiede zwischen Stadt und Land sowie Küsten- und Binnenprovinzen, Engpässe in der Wasser- und Energieversorgung, sowie negative ökologische Auswirkungen. Der aktuelle Fünfjahresplan ist dem Prinzip „geringeres aber besseres Wachstum“ verschrieben, im Sinne eines Strukturwandels der chinesischen Wirtschaft in Richtung Innovation, Dienstleistungen, Stärkung des Binnenkonsums, Schaffung von Arbeitsplätzen, Armutsbekämpfung und Umweltschutz.

Die EU ist Chinas größter Handelspartner und Investor, umgekehrt ist China zweitgrößter Handelspartner der EU (nach den USA). Seit 2003 besteht die Strategische Partnerschaft EU-China, die der wachsenden Bedeutung Chinas Rechnung trägt. Seit 1994 findet in regelmäßigen Abständen ein Menschenrechtsdialog der EU mit China statt. Darüber hinaus findet ein regelmäßiger politischer Meinungsaustausch auf verschiedenen Ebenen statt, u. a. ein jährliches Gipfeltreffen EU-China. Ziel ist die effektive Zusammenarbeit mit China bei internationalen und globalen Anliegen, in den multilateralen Gremien und bei der Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen.

Österreich verfolgt in Übereinstimmung mit der überwiegenden Mehrheit der Staatengemeinschaft – darunter alle EU-Mitgliedsstaaten - die „Ein-China-Politik“. Österreich unterhält daher mit Taiwan keine diplomatischen Beziehungen. In vielen Bereichen wie Kultur, Wirtschaft, Bildung und Wissenschaft bestehen aber seit vielen Jahren enge und in der Praxis sehr gut funktionierende Kooperationen. Japan bemüht sich seit dem Ende des Kalten Krieges um ein aktiveres globales Engagement, beispielsweise im Rahmen von internationalen Friedens- und Hilfskonferenzen und in der Teilnahme an friedenserhaltenden Maßnahmen der Vereinten Nationen. In diesem Zusammenhang bemüht sich Japan auch, im Zuge einer möglichen VN-Reform, um einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat. In der Region  kommt es immer wieder zu politischen Spannungen mit den Nachbarstaaten (China, Südkorea), vor allem wegen überlappender Gebietsansprüche um einige Inselgruppen und der Interpretation der Geschichte.

Die seit 1869 bestehenden offiziellen Österreich-Japan Beziehungen zeichnen sich durch intensiven kulturellen und wirtschaftlichen Austausch aus. Japan bleibt für Österreich einer der wichtigsten Handelspartner in Übersee und ist nach China der zweitwichtigste Markt in Asien. Das „Österreichisch-Japanische Komitee für Zukunftsfragen“ ist mittlerweile ein fester Bestandteil der österreichisch-japanischen Beziehungen geworden.

Die Mongolei ist außenpolitisch um ein gutes, ausgewogenes Verhältnis zu den zwei großen Nachbarstaaten China und Russland bemüht. Daneben besteht auch ein strategisches Interesse, die Beziehungen zu sogenannten „dritten Nachbarn“, wie den USA, Japan und der EU zu intensivieren, um die Abhängigkeit von nur zwei Staaten zu reduzieren. Die Wirtschaft des rohstoffreichen Landes (Kohle, Kupfer, Gold, Eisenerz, Uran, seltene Erden) ist in erheblichem Umfang von Exporten nach China und den Weltmarktpreisen für die heimischen Rohstoffe abhängig. Wegen der fallenden Rohstoffpreise und dem Rückgang des Bedarfs in China sieht sich die Mongolei mit zum Teil schwierigen wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert. Die seit 1945 bestehende Teilung prägt weiterhin die politische Situation der Koreanischen Halbinsel. Nach dem Korea-Krieg wurde 1953 ein Waffenstillstand unterzeichnet, jedoch kein Friedensvertrag.

In der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) wurde nach dem Tod von Kim Jong-il Ende 2011 dessen Sohn Kim Jong-un zum neuen Machthaber („Führer der Partei, des Militärs und des Volks“) ausgerufen. Gravierende Änderungen in den Positionen Nordkoreas sind in seit der Machtübernehme nicht erkennbar geworden, substantielle wirtschaftliche u. politische Reformen lassen weiterhin auf sich warten und die Menschenrechtslage gilt als außerordentlich besorgniserregend. Das Land hat mehrere Atomtests durchgeführt. Die Internationale Gemeinschaft betrachtet das Nuklear- und Raketenprogramm Nordkoreas als inakzeptabel und hat dementsprechende Sanktionen im Rahmen der Vereinten Nationen verhängt, die auf EU-Ebene noch durch autonome Maßnahmen ergänzt wurden. Die Republik Korea (Südkorea) hat nach den Zerstörungen im Koreakrieg einen beachtenswerten Aufstieg von einem Entwicklungsland zu einer bedeutenden Wirtschafts- und Handelsmacht gemacht. Die Außenpolitik des Landes wird stark von regionalen sicherheitspolitischen Fragen, der Haltung gegenüber Nordkorea, wirtschaftspolitischen Interessen und gegenüber Japan von der Interpretation der Vergangenheit dominiert. Die Allianz mit den USA stellt weiterhin eine zentrale Rolle im außenpolitischen Konzept der Republik Korea dar, China ist der wichtigste Handels- und Investitionspartner. Die Republik Korea ist seit 2010 strategischer Partner der EU, ein Freihandelsabkommen trat 2011 in Kraft. Es ist das erste Freihandelsabkommen der EU mit einem asiatischen Land, die EU ist nach China der zweitwichtigste Handelspartner und größter Investor.