Der asiatisch-pazifische Raum

Das 21. Jahrhundert wird vielfach als das „Asiatische Jahrhundert“ prognostiziert. Politische und wirtschaftliche Gewichte verlagern sich zusehends in den asiatisch‑pazifischen Raum. Ost- und Südostasien zählen zu den Regionen mit der größten Wirtschaftsdynamik. Die Länder der Region erzielen größtenteils ein beträchtliches Wirtschaftswachstum. Aus der Wirtschafts- und Finanzkrise sind eine Reihe asiatischer Staaten gestärkt hervorgegangen. Insbesondere China hat sich neben Japan zu einer regionalen Drehscheibe und einem globalen Akteur entwickelt. Weitere Impulse zur überregionalen Vernetzung, insbesondere im Infrastrukturbereich, wurden von China im Rahmen der Seidenstraßeninitiative Chinas „One Belt – One Road“ (OBOR) gesetzt. Auf chinesische Initiative wurde 2015 die Asiatische Infrastrukturinvestmentbank (AIIB) gegründet, die 2016 ihre operative Tätigkeit aufnahm. Österreich ist Gründungsmitglied der AIIB. In Südasien kommt Indien eine immer größere und dominierende wirtschaftliche Bedeutung zu.

Eine zentrale Frage in Südostasien ist die Weiterentwicklung des Integrationsprozesses im Rahmen von ASEAN (Association of South East Asian Nations). Die wirtschaftliche Verflechtung innerhalb von ASEAN, aber auch zwischen ASEAN und China, Japan sowie Südkorea nimmt ständig zu.

Auch demographisch kommt Asien global eine immer größere Bedeutung zu: Ca. 60% der Weltbevölkerung lebt in Asien, rund die Hälfte davon in China und Indien. Viele der größten Städte und Metropolregionen der Welt liegen in Asien, so etwa Tokio, Delhi, Mumbai, Karatschi, Seoul, Shanghai Peking und , Jakarta.

Die Region ist weiterhin Schauplatz zahlreicher politischer Krisen und ungelöster ethnischer und sozialer Konflikte. Vor diesem Hintergrund kommt den Bemühungen um eine vertiefte politische Kooperation in der Region große Bedeutung zu.

Österreich und die EU engagieren sich in der Region in zahlreichen Bereichen. Die EU hat mit China, Indien, Japan und der Republik Korea eine „Strategische Partnerschaft“ etabliert und hält regelmäßig Treffen auf höchster Ebene ab. Asien und Europa tauschen sich auch über den informellen Dialog- und Kooperationsprozess ASEM (Asia-Europe Meeting) aus, der die EU, 28 EU-Mitgliedstaaten, Norwegen, die Schweiz und 21 asiatische Länder sowie das ASEAN Sekretariat zur Umsetzung politischer, wirtschaftlicher und kultureller Projekte (siehe ASEM Infoboard) zusammenbringt.