Projekte

Jahresvorschau 2016

Die Task Force Dialog der Kulturen und Religionen wurde 2007 zur Stärkung des interkulturellen und interreligiösen Dialogs innerhalb und außerhalb Österreichs im BMEIA eingerichtet. Die Europäische Union reagiert auf die aktuelle Flüchtlingssituation in Europa mit einer Stärkung des interkulturellen Dialogs im Kunst- und Kulturbereich und hat ihr Arbeitsprogramm bis 2018 bereits entsprechend adaptiert. Auf der Ebene der Vereinten Nationen wirken insbesondere die Resolution über Religions- und Glaubensfreiheit, ebenso wie die Resolution gegen Intoleranz in den Arbeitsbereich der Task Force herein und werden in zahlreichen Projekten und Aktivitäten umgesetzt. Gleichzeitig gilt es, vermehrt Dialogerfahrungen und Dialogmethoden gegen Radikalisierung und im Kampf gegen Extremismus einzubringen, und mit Dialogprojekten schnell und breit zu wirken.

Im Jahr 2016 wird die Task Dialog der Kulturen und Religionen wieder zahlreiche Projekte im Dialogbereich umsetzen: anlässlich des Auslandskulturschwerpunktes Bosnien und Herzegowina wird eine Literatur-Residenz im Frauenmuseum Hittisau im April und ein Symposium über einen Rechtsvergleich zu Verfassung und Religion in Ö und Bosnien und Herzegowina im September in Sarajewo stattfinden.

Im Februar fanden im Rahmen der UN Interfaith Harmony Week vielfältige Veranstaltung statt: Eine internationale ExpertInnenrunde beschäftigte sich am 1. Februar  im BMEIA unter dem Titel „Nach Köln: Werte in Zeiten der Flüchtlingskrise“ mit den Herausforderungen der globalen Migrationsbewegungen. Das Stift Melk lud zu einer „Peace Vesper“ mit VertreterInnen der in Österreich anerkannten Kirchen, Religionsgemeinschaften und Bekenntnisgemeinschaften sowie der interessierten Zivilgesellschaft mit dem Ziel, dem interreligiösen Dialog und friedlichen Miteinander Rechnung getragen. Bundespräsident Heinz Fischer hielt am 2. Februar 2016 einen Vortrag im Internationalen Dialogzentrum Wien (KAICIID).

Von 25.-27. April findet das 7. Globalforum der UNAOC in Baku statt.

Im Rahmen des österreichischen Vorsitzes in der mediterranen Partnerschaft der OSZE wird am 19. April eine Konferenz zum interreligiösen Dialog stattfinden.

Erstmals wird ein bilateraler Dialog mit der Volksrepublik China in Wien im Mai abgehalten.

In aktuellem Zusammenhang mit der Flüchtlingssituation wird ein Dialog mit der afrikanischen Diaspora in Österreich über „Philosophie und Afrika“ gestartet, mit dem Ziel, genuin afrikanisches Denken zu identifizieren und dialogisch in einen Wertevergleich einzutreten.

Der Intercultural Achievement Award (IAA) wird auch 2016 wieder vergeben werden. Mit diesem Preis werden Non-Profit Organisationen sowie impulsgebende Projekte aus aller Welt, die den interkulturellen Dialog fördern, ausgezeichnet.

Jahresprogramm 2015

Die Task Force Dialog der Kulturen und Religionen wurde 2007 zur Stärkung des interkulturellen und interreligiösen Dialogs innerhalb und außerhalb Österreichs im BMEIA eingerichtet.  

Das Jahr 2015 wird für die Task Force Dialog der Kulturen und Religionen im Zeichen von bilateralen Religionsdialogen mit dem Iran und Indonesien stehen. Ein Seminar über Frauenliteratur und Islam beschäftigt sich mit Islambildern, ein Seminar über das Tao Te King strebt einen Rechts- und Wertevergleich zwischen chinesischer und europäischer Tradition an. Ein Seminar über die Interkulturalität von Holz führt den Dialog vom Wort ins Werk.  

Der Intercultural Achievement Award (IAA) wird auch 2015 wieder vergeben werden. Der erste Award wurde von der Task Force  ins Leben gerufen und im Rahmen der Auslandskulturtagung 2014 von BM Kurz vergeben. Mit diesem Preis werden Non-Profit Organisationen sowie impulsgebende Projekte aus aller Welt, die den interkulturellen Dialog fördern, ausgezeichnet.  

Symposium „Der Islam in der zeitgenössischen weiblichen Literatur“
Bilder und Berichte über den gewalttätigen Djihad, wie sie uns täglich erreichen, formen in allen von uns ein einseitiges Islambild. Ein gutnachbarschaftliches Zusammenleben wird dadurch nicht leichter. In einer solchen Situation ist es wichtig, Gegenentwürfe zu entwickeln, die es den Menschen, die guten Willens sind ermöglicht, sich selbst auf die andre Seite zu stellen.  

Ende August 2015 findet in Hittisau (V) ein gemeinsam mit dem Frauenmuseum Hittisau organisiertes öffentliches Seminar statt, das sich mit religiösen Sentiments in der Literatur muslimischer Frauen befasst. Gemeinsam mit Literaturwissenschafterinnen und Expertinnen können Teilnehmerinnen erarbeiten, welche religiösen Anliegen, welche Werte, welche Frauenbilder und welche Schicksale in diesen Romanen stecken. In der Analyse wird man auch darauf achten, ob zwischen den Religionen eine Wiedererkennung eigener Anliegen, Werte und Selbstbilder möglich ist.  

Tagung „Die Interkulturalität von Holz“
Gemeinsam mit der ö Holzwirtschaft wird eine Tagung in oder außerhalb Österreichs geplant, in der die besonders tiefe kulturelle und spirituelle Beziehung zu Holz, wie man sie in Ö vorfindet, in Beziehung gesetzt werden soll mit den nicht-ökonomischen Bezugsystemen zu Holz in anderen Kulturen. Als Teil der Tagung ist vorgesehen, dass wichtige ö Exponenten der Holzschnitzkunst auf Schnitzer aus anderen Weltregionen treffen, und sich ein non-verbaler Dialog im Werk(en) entspinnt. Diese Begegnung soll visuell festgehalten und aufbereitet werden.  

Das Projekt "face to face advanced" in Kooperation mit dem Afro-Asiatischen Institut (AAI) in Wien soll das seit 2012 laufende Projekt „face to face” des AAI-Wien in einen größeren Zusammenhang stellen und für die Task Force "Dialog der Kulturen" Kooperations- und Anknüpfungspunkte erarbeiten. Das AAI-Wien liefert ein breites Dialogprogramm, das inhaltlich vielfältig und personell international ausgestattet ist. Im Rahmen des Projektes "face to face" stehen internationale Studierende aus asiatischen, afrikanischen und osteuropäischen Ländern als Vortragende für diverse Themenbereiche zur Verfügung: sie sprechen über die politische, gesellschaftliche, soziale und ökonomische Situation in ihren Herkunftsländern, stellen die gelebte religiöse Praxis ihrer Religion vor, diskutieren über kulturelle und religiöse Unterschiede und Gemeinsamkeiten, berichten über ihre Erfahrungen mit Migration und Integration und setzen sich mit Chancen und Grenzen der Vielfalt auseinander. Ziele sind das Ermöglichen einer Begegnung, eines Austausches und eines Dialogs mit Menschen asiatischer und afrikanischer Herkunft bzw. muslimischer, hinduistischer und christlicher Religionszugehörigkeit, die Wissensvermittlung über andere, noch fremde Kulturen und Religionen sowie die Reflexion über Stereotype und Vorurteile.  

Falls Sie Interesse an einer Zusammenarbeit mit der Task Force haben, oder weiterführende Informationen benötigen, wenden Sie sich bitte an mailto:dialog(at)bmeia.gv.at

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