Intercultural Achievement Award

Das Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres prämiert heuer erneut erfolgreiche und lösungsorientierte Projekte im Bereich des interkulturellen Dialogs.

Bewerbungen für den diesjährigen IAA waren bis 12. April 2017 möglich. Derzeit werden in einem zweistufigen Auswahlprozess die Siegerprojekte ausgewählt. Die Gewinner werden im September 2017 im Rahmen einer Preisverleihung ausgezeichnet.

Interkulturelle Projekte in sechs Bereichen wurden eingereicht: Medien/Journalismus, Kunst/Kultur, Jugend, Frauen, Global Citizenship Education und Integration.

Welche Preise werden vergeben?

Der IAA 2017 wird für das jeweils beste Projekt in jeder dieser fünf Kategorien vergeben:

  • Kategorie Nachhaltigkeit: „Bestes laufendes Projekt mit nachhaltiger Wirkung” (Preisgeld: EUR 10.000,-)
  • Kategorie Aktualität: „Bestes Projekt mit Bezug auf ein aktuelles Ereignis” (Preisgeld: EUR 5.000,-)
  • Kategorie Innovation: „Innovativstes interkulturelles Projekt” (Preisgeld: EUR 5.000,-)
  • Kategorie Medien: „Bester medialer Beitrag für interkulturelle Verständigung” (Preisgeld: EUR 5.000,-)
  • Sonderpreis: „Integration in Österreich“ (Für den Sonderpreis werden nur in Österreich tätige und ansässige Projekte berücksichtigt) (Preisgeld: EUR 5.000,-)

Preiswürdig in den vier Kategorien sind große und kleine Projekte, umgesetzt von Organisationen oder Einzelpersonen. Die Projekte müssen in Umsetzung begriffen oder abgeschlossen sein.

Wer konnte teilnehmen?

Bewerben konnten sich Non-Profit-Organisationen (darunter gemeinnützige Nicht-Regierungsorganisationen sowie Vereine, Stiftungen, soziale Bildungseinrichtungen, religiöse Organisationen) und privatwirtschaftliche Organisationen. Auch Einzelpersonen der Zivilgesellschaft konnten teilnehmen. Ausgeschlossen waren Regierungs-, Wissenschafts- bzw. Forschungs- und internationale Institutionen.

Für jede der Preiskategorien wurden spezifische Kriterien formuliert. Es gibt nur einen Preisträger oder Preisträgerin pro Preiskategorie.  

Nähere Information zu den Preisen und Auswahlkriterien finden Sie im "Call for Projects".

Was ist der IAA?

Der IAA wurde 2014 als Schlüsselprojekt des interkulturellen Dialogs von Bundesminister Sebastian Kurz ins Leben gerufen. Der Preis zeichnet erfolgreiche, innovative Projekte im Bereich des interkulturellen Dialogs auf österreichischer und internationaler Ebene aus. Der Preis steht jenen offen, die Chancen im interkulturellen Zusammenleben erkennen und nutzen. Gewürdigt werden auch jene, die erfolgreich neue Wege im interkulturellen Dialog beschreiten, die eine konkrete Herausforderung durch interkulturelles Handeln gemeistert haben, und die durch ihre mediale Präsenz den Dialog der Kulturen und Religionen fördern.

Informationen über die IAAs der vergangenen Jahre finden Sie untenstehend.

Frühere Intercultural Achievement Awards

Am 7. September 2016 fand die Preisverleihung des Intercultural Achievement Award 2016 in Anwesenheit von Bundesminister Sebastian Kurz im Wiener Jazz und Music Club Porgy & Bess statt, um die diesjährigen fünf Gewinnerprojekte auszuzeichnen. Der Intercultural Achievement Award (IAA) ist ein Schlüsselprojekt des interkulturellen Dialogs. Der Preis zeichnet erfolgreiche, innovative Projekte im Bereich des interkulturellen Dialogs auf österreichischer und internationaler Ebene aus. Der Preis steht jenen offen, die Chancen im interkulturellen Zusammenleben erkennen und nutzen. Gewürdigt werden auch jene, die erfolgreich neue Wege im interkulturellen Dialog beschreiten, die eine konkrete Herausforderung durch interkulturelles Handeln gemeistert haben, und die durch ihre mediale Präsenz den Dialog der Kulturen und Religionen befördern.

Am 8. Juni 2016 tagte die IAA Jury, bestehend aus sieben unabhängigen ExpertInnen im interkulturellen Dialog, um aus allen eingereichten Projekten die diesjährigen Gewinner in den fünf Hauptkategorien und der Anerkennungspreise auszuwählen.

Preisträger des IAA 2016

  • Kategorie “Nachhaltigkeit” dotiert mit € 10.000,- ging an das Projekt: Art for Change – New Delhi PRATYEK, Indien. Das Projekt Art for Change fördert und stärkt Kinder kreativ-spielerisch: als Teil einer Ausbildung in Schauspiel und Pantomime für Theateraufführungen werden die teilnehmenden Kinder auf Kinderrechte aufmerksam gemacht. Die Zielgruppe umfasst insbesondere 10- bis 18-Jährige mit Migrationshintergrund sowie Dalit Kinder in New Delhi. Die Theaterbühne verwandelt sich in einen Dialograum, in dem Hoffnungen erfahrbar werden und Kinder eine Vision ihrer Zukunft im doppelten Wortsinn spielen können. Gleichzeitig treten die jungen KünstlerInnen in einen vermittelten Dialog mit ihrem Publikum über soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte. Theater wird zu einem Spielplatz, der universelle Werte für Kinder zugänglich macht. Indische und europäische Theatertraditionen werden kombiniert, damit kommt es zu einem Experimentieren mit dem "Anderen" innerhalb und außerhalb der eigenen Gesellschaft. Die Aufführungen reichen über die eigene kulturelle Erfahrung hinaus und unterstreichen den interkulturellen und universellen Charakter der Projektziele. Die Organisation PRATYEK fördert Kinderrechte aktiv seit 2013 in ganz Indien. Der IAA Nachhaltigkeitspreis 2016 geht an PRATYEK für die konsequente Stärkung der Kinderrechte in der Gesellschaft durch die erfolgreiche Anwendung von Kunst als Mittel zum Dialog.
  • Kategorie “Aktualität” dotiert mit € 5.000,- ging an das Projekt: Kochen für die Gemeinschaft - International Orthodox Christian Charities, Libanon. Mit der Absicht, das Notwendige mit dem Angenehmen zu verbinden, rief International Orthodox Christian Charities eine interkulturelle Küche für syrische Flüchtlinge im Libanon ins Leben. Frauen mit unterschiedlichem religiösem Hintergrund, aus Flüchtlings- und Gastgemeinden im Libanon kochen gemeinsam traditionelle syrische und libanesische Gerichte für Bedürftige. Seit Juli 2015 werden warme Mahlzeiten für 650 libanesische und syrische Familien vorbereitet; die Familien werden aufgrund humanitärer Kriterien ausgesucht, die Mahlzeiten werden durch die Vertriebsteams von syrischen und libanesischen Helfer verteilt - Muslime wie Christen. Das gemeinsame Kochen verbindet: mit zunehmenden Vertrauen werden nicht nur Familienrezepte ausgetauscht, die Köchinnen bereiten auch den Boden für eine neue gemeinsame Existenz vor. Die jahrhundertealte Diversität der Region wird dadurch wiederbelebt. Die Wiederfindung eines gemeinsamen Alltags innerhalb und zwischen den verschiedenen Gemeinden im Mittleren Osten hilft, Vertrauen zurückzuerlangen und aufzubauen. Der IAA Aktualitätspreis 2016 ergeht an International Orthodox Christian Charities für ihren Einsatz in humanitäre Solidarität, und für die Förderung von interreligiösen Dialog mit einfachen, aber wirksamen Zutaten.
  • Kategorie “Innovation” dotiert mit € 5.000,- ging an das Projekt: Educators for a Shared Society Givat Haviva, Israel Educators for a Shared Society fördert den interkulturellen Dialog durch die Entwicklung einer gemeinsamen regionalen Identität, die als Alternative für ethnische und religiöse Identitäten dienen kann. Pädagogen aus jüdischen und muslimischen Gemeinden vermitteln das Konzept einer gemeinsamen Gesellschaft durch Veranschaulichung gemeinsamer Werte mit praktischen Beispielen, wie etwa eine umsichtige Nutzung von Umweltressourcen oder sorgfältige Abfallwirtschaft. Givat Haviva bietet Schulen und SchülerInnen mit unterschiedlichem ethnischen und religiösen Hintergrund an, durch gemeinsames Lernen und Dialog das Verständnis für die lokale und regionale Zusammengehörigkeit zu stärken. Diese Initiative ermöglicht SchülerInnen und PädagogInnen Kontakt mit Gleichaltrigen über kulturelle Unterschiede hinweg zu etablieren, Vorurteile zu überwinden und eine gemeinsame Vision für die Zukunft sowie eine gemeinsame regionale Identität zu entwickeln. Das Projekt zeigt, wie Gesellschaften erfolgreich zur Zusammenarbeit motiviert werden, um für geteilte Werte einzutreten und gemeinsame Ziele zu erreichen. Der IAA Innovationspreis 2016 geht an Givat Haviva für seine innovative Idee, die regionale Identität unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen in Israel zu stärken und mit gesellschaftsübergreifenden Initiativen den interkulturellen Dialog zu fördern.
  • Kategorie “Medien” dotiert mit € 5.000,- ging an das Projekt: Education through Music, Dance and Drama to Promote Tolerance and Non-Discrimination Youth & Women Empowerment Foundation - YAWE, Uganda YAWE Foundation nutzt das Radio als Medium für inter- und intra-kulturellen Dialog. Während die ZuhörerInnen Musik und Hörspiele genießen, wird eine wichtige Botschaft vermittelt: gegen Diskriminierung und für mehr Toleranz unter Nachbarn mit verschiedenen kulturellen, religiösen oder sozialen Hintergrund, mit besonderem Augenmerk auf Menschen, die mit dem HIV-Virus leben. Es wird auch Wandertheater gespielt, auf der Bühne stehen Jugendliche mit unterschiedlichem kulturellen, ethnischen und religiösen Hintergrund sowie HIV-positive und HIV-negative jungen Menschen. Durch diese Kooperation lernen junge Menschen, Stereotypen abzubauen und Diversität in ihrem Leben zuzulassen. Fragen über Gesellschaft, Werte, Traditionen, Hoffnungen und Erwartungen werden aufgeworfen. Antworten werden gemeinsam gefunden, so entwickeln sich die in das Projekt involvierten jungen Menschen zu Multiplikatoren für den interkulturellen Dialog. Der IAA Medienpreis 2016 ergeht an YAWE Foundation für die erfolgreiche Anwendung des universal zugänglichen Mediums Radio zur Förderung von interkulturellem Dialog durch kreative und künstlerische Inhalte. Dem Projekt gelingt es, in der Zusammenarbeit für das gemeinsame Anliegen der HIV-Prävention lokale interkulturelle Antagonismen zu bearbeiten und aufzulösen.
  • Kategorie “Sonderpreis für Integration” dotiert mit € 5.000,- ging an das Projekt: *peppa- interkulturelles Mädchenzentrum Caritas der Erzdiözese Wien, Österreich Das interkulturelle Mädchenzentrum *peppa fokussiert auf die Förderung und soziale Teilhabe von Mädchen und jungen Frauen mit und ohne Migrationshintergrund durch Beratung, Bildung und Freizeitaktivitäten. Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist es, junge Frauen darin zu stärken, selbständig am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Der Raum steht ausschließlich Mädchen und jungen Frauen zur Verfügung, sei es, um sich zu erholen, zu kochen, zu lernen, sich zu bewegen oder sich zu vernetzen. *peppa ist ein sicherer, familiärer Raum, der Begegnung und Orientierung fördert und als Sprungbrett in eine erfolgreiche berufliche Zukunft dienen will. Es ist ein Dialograum zwischen Familie und Gesellschaft, in dem unterschiedliche Lebenswelten erkundet und erforscht werden können. Die IAA Sonderpreis für Integration 2016 geht an das Mädchenzentrum *peppa für die Unterstützung und Stärkung von Mädchen und jungen Frauen und deren erfolgreiche Integration in die österreichische Gesellschaft. Durch die Schaffung eines Ortes der Begegnung treten junge Frauen mit und ohne Migrationshintergrund in einen Dialog und formen die Grundlage für eine gemeinsame Zukunft.
  • Anerkennungspreise: Angesichts der zahlreichen Einsendungen war es der Task Force ein Anliegen, über die fünf Hauptkategorien hinausgehend drei weitere Projekte im Bereich des interkulturellen Dialogs mit dem IAA Anerkennungspreis auszuzeichnen. SPANIEN- Asociacion Socioeducativa Llere; Projekt: Kelibe Sports Club; UKRAINE - The Depths of Art Projekt: DonKult; ÖSTERREICH - Shalom Alaikum Projekt: Shalom Alaikum – Jüdische Hilfe für Flüchtlinge

Nach dem großen Erfolg des Intercultural Achievement Award im Vorjahr wurden auch erfolgreiche, innovative Projekte im Bereich des interkulturellen Dialogs auf österreichischer und internationaler Ebene ausgezeichnet. Da der interkulturelle Dialog ein breites Feld darstellt, ermöglichte eine inhaltliche Schwerpunktsetzung die Vergleichbarkeit der eingereichten Projekte. Die Auswahl der Preisträger wurde von sieben unabhängigen Expert/innen im interkulturellen Dialog vorgenommen und setzte sich aus folgenden Personen zusammen:

Prof. Dr. Herwig Hösele – Generalsekretär, Zukunftsfonds der Republik Österreich
Mag. (FH) Bernd Brünner – Stellvertretender Geschäftsführer, ADA
Mag. Roland Goiser – Stellvertretender Geschäftsführer, ÖIF
Dr. Simon Kravagna – Herausgeber und Chefredakteur, dasbiber Magazin
Dr. Katerina Kratzmann – Büroleiterin, IOM Landesbüro für Österreich
Mag. Meri Disoski – Geschäftsführerin, Verein Wirtschaft für Integration
Mag. Gerhard Moßhammer – Geschäftsführer, Interkulturelles Zentrum

Gewinner des IAA 2015

Kategorie “Nachhaltigkeit
UGANDA – Muslim Centre for Justice and Law (MCJL)
Projekt: Enhancement of Inter-faith and Intra-faith Youth Dialogue to promote Gender Justice and Peaceful Co-existence

Das Muslim Centre for Justice and Law (MCJL) hat sich zum Ziel gesetzt, mit der Forcierung des interreligiösen Jugenddialogs ein friedliches Zusammenleben zwischen den Religionsgemeinschaften in den Bezirken Mayuge und Iganga in Ostuganda langfristig zu sichern. Durch die Einbindung von Jugendlichen in interkonfessionelle Dialogaktivitäten, wie Debattierwettbewerbe, Essay-Preisausschreiben, Symposien und Talk Shows an örtlichen Schulen, wird ein Umfeld des gegenseitigen Respekts und religiöser Toleranz geschaffen. Das MCJL animiert dadurch Jugendliche, sich mit den Thematiken Spiritualität, Religion, Kultur und Identität auseinanderzusetzen. Dialog wird dabei nicht nur zwischen, sondern auch innerhalb von Glaubensgemeinschaften gelebt. Insbesondere dem Austausch zwischen den Angehörigen sunnitischer und schiitischer Strömungen im Islam wird eine hohe Bedeutung beigemessen. Gleichzeitig wird dabei auch das Bewusstsein für Geschlechtergerechtigkeit und -gleichberechtigung gefestigt. Mit dem Preisgeld wird MCJL unter anderem die weitere Umsetzung der schulischen Dialogaktivitäten sowie die Veranstaltung eines interreligiösen Jugendseminars mit etwa 60 Teilnehmer/innen finanzieren.

Kategorie “Aktualität”
POLEN – Foundation Humanity in Action
Projekt: Inter@ction Zone Congress

Mit dem Inter@ction Zone Congress bot die Foundation Humanity in Action Poland polnischen Jungaktivist/innen die Möglichkeit, gegen Verhetzung und Intoleranz im Netz aufzutreten und interkulturellen Dialog online zu fördern. Die landesweit erste Tagung ihrer Art fand von 7. bis 9. November 2014 im Museum of the History of Polish Jews statt und bot 200 Teilnehmer/innen die Möglichkeit, von der Expertise ausgewählter Spezialist/innen zu profitieren. Auch die persönlichen Erfahrungsberichte von Randgruppen der polnischen Gesellschaft – insbesondere Migrant/innen, Roma, LGBTQ und religiöse Minderheiten – wurden herangezogen, um online kursierende, simplifizierende Narrative und Vorurteile erkennen, verstehen und letzten Endes dekonstruieren zu lernen. Ziel war, geschlossen stärker gegen negative Stereotypen und Intoleranz vorzugehen und eine (Online-)Kultur des Dialogs und gegenseitigen Respekts zu etablieren. Mit dem Preisgeld sollen die langfristige Stärkung bereits existierender Initiativen im Bereich des interkulturellen Dialogs – insbesondere das Projekt „Start-up! Actions and ideas labs against hate speech” – finanziert werden.  

Kategorie “Innovation”
ISRAEL – Arab-Jewish Community Center
Projekt: Class Exchange Program

Das Class Exchange Program des Arab-Jewish Community Center in Tel Aviv-Jaffa fördert interkulturellen Dialog durch die Organisation gemeinsamer Bildungsaktivitäten für jüdische und arabische Kinder. Alle zwei Wochen nehmen etwa 750 Schüler/innen im Alter von 9 bis 11 Jahren an religions- und kulturübergreifenden Aktivitäten teil, die von arabischen und jüdischen Vermittler/innen betreut werden. Aufgrund des verbindlichen Charakters des Programms – die Aktivitäten sind im Stundenplan schulpflichtiger Kinder integriert – erreicht dieses interkulturelle Kooperationsprojekt Kinder aus allen Familien. Im Mittelpunkt steht hier das gemeinsame Lösen von Problemen, Teamwork wird stets groß geschrieben. Der regelmäßige Wechsel zwischen der arabischen und hebräischen Sprache ermöglicht und erleichtert die Durchführung gemeinsamer Aufgaben und bietet auch einen Lösungsansatz für die Problematik getrennter Bildungssysteme in der Region. Das Preisgeld will das Arab-Jewish Community Center zur Gänze für die weitere Finanzierung von Gemeinschaftsaktivitäten des Class Exchange Programs verwenden.

Kategorie “Medien”
SERBIEN – Danas
Projekt: Sandzak Danas 

Die einmal wöchentlich erscheinende Regionalbeilage „Sandzak Danas“ der unabhängigen Tageszeitung Danas wurde 2006 von einer Gruppe Belgrader Journalisten und Redakteure gegründet und ist das erste und bis dato einzige Printmedium im multiethnischen und –konfessionellen Sandzak. „Sandzak Danas“‘ Berichterstattung ist auf die örtlichen Geschehnisse und Bedürfnisse der politisch wie religiös diversen Region ausgerichtet und behandelt aktuelle Fragen der lokalen Wirtschaft, Politik, Kultur und Sportereignisse. Als weitgehend einziges politisch unabhängiges Journal ist es den Mitarbeiter/innen von „Sandzak Danas“ möglich, mit ihren Beiträgen eine Art Dialogbühne für die Formulierung entgegengesetzter Sichtweisen und Grundhaltungen zu errichten. Ihre Bemühungen orientieren sich stets an der Verbesserung des gegenseitigen Verständnisses und an der Stärkung des interkulturellen Dialogs. Zusätzlich zu der Herausgabe der Regionalbeilage veranstaltet „Sandzak Danas“ regelmäßig Konferenzen und initiiert Projekte, die für die Rechte und Bedürfnisse insbesondere von Frauen, Jugendlichen und ethnischen Minderheiten Aufmerksamkeit schaffen wollen. Das Preisgeld will Danas in die Erweiterung und Stärkung seines Verteilungs- und Korrespondentennetzwerks fließen lassen.

Kategorie “Sonderpreis für Integration”
ÖSTERREICH – “Verein the Connection”
Projekt: Café „the CONNECTION“

 Das mitten im Wiener Universitätsviertel liegende Café “the CONNECTION” fördert Integration durch das Zusammentreffen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund, ihren internationalen Arbeitskolleg/innen und einer hauptsächlich aus Österreich stammenden Kundschaft. Mit ihrer sechsmonatigen Anstellung in „the CONNECTION“ haben junge Migrant/innen nicht nur einen Einstiegsjob in das österreichische Berufsleben gefunden, sondern erhalten auch Zugang zu regelmäßig stattfindenden Deutschkursen und im Rahmen des hauseigenen Mentor/innenprogramms auch ihre/n eigene/n Mentor/in. Interkulturelle Kommunikation findet bei „the CONNECTION“ in einem für Wien so typischen Setting, dem Kaffeehaus, statt. Ziel des Projektes ist, für seine Angestellten eine solide berufliche Basis aufzubauen, von der aus weiterführende Wege in Richtung Ausbildung oder langfristige Arbeitsverhältnisse eingeschlagen werden können. 90 Prozent der Jugendlichen finden im Anschluss an ihre Beschäftigung bei „the CONNECTION“ einen Ausbildungsplatz oder eine Anstellung. Self-empowerment ist das tonangebende Programm: Mit ihrer ersten Anstellung am österreichischen Arbeitsmarkt erarbeiten sich Migrant/innen nicht nur ihr eigenes Gehalt, sondern auch ein wertvolles Netzwerk, das ihnen dabei hilft, ihre berufliche Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.Mit dem Preisgeld plant das Projekt, seine Strukturen und Netzwerke auszubauen und eine für diesen Ausbau notwendige Vollzeitkraft zu ermöglichen. Zusätzlich arbeitet „the CONNECTION“ an der Konzeption und Ausführung interkultureller Workshops für Sponsor/innen und Partnerorganisationen.

Anerkennungspreise
Angesichts der zahlreichen Einsendungen war es der Task Force ein Anliegen, über die fünf Hauptkategorien hinausgehend drei weitere Projekte im Bereich des interkulturellen Dialogs mit dem IAA Anerkennungspreis auszuzeichnen.

BULGARIEN – CIDT Amalipe
Projekt: Decreasing the drop-out rate among Roma children: Every student can be a winner

Das Projekt der bulgarischen Nichtregierungsorganisation CIDT Amalipe zielt darauf ab, die Zahl der vorzeitigen Schulabbrüche von Roma Kindern zu reduzieren. Mit einem umfassenden interkulturellen Ansatz werden Lehrpläne und Bildungsprozesse individuell auf die drei Zielgruppen Schüler/innen, Eltern und Lehrpersonal zugeschnitten. Eines der Hauptelemente des Projekts ist die Einführung sogenannter „Roma culture classes“, welche die Erhaltung und Erneuerung der kulturellen Identität der Roma Gruppe sicherstellen und gegenseitiges Verständnis und Toleranz zwischen Kindern unterschiedlicher Herkunft fördern sollen. Ziel des Projekts ist, die Institution Schule in einen Ort zu transformieren, an dem Kinder zu sich selbst finden können und motiviert sind, zu lernen.

FINNLAND – Moniheli ry.
Projekt: iCount

Mit ihrem Projekt iCount strebt die finnische Nichtregierungsorganisation Moniheli ry. die Förderung der aktiven Staatsbürgerschaft und politischen Partizipation von Migrant/innen in Finnland an. iCount organisiert Diskussionen, Seminare und Workshops, bei denen Einwander/innen sowie Vertreter/innen finnischer NGOs, öffentliche Angestellte und Entscheidungsträger/innen sowohl auf der lokalen als auch der nationalen Ebene zusammenkommen, um Erfahrungen und gegenseitige Erwartungshaltungen zu teilen und Ideen zu entwickeln, wie Zuwander/innen besser in politische Entscheidungsprozesse integriert werden können.

ÖSTERREICH – M-MEDIA
Projekt: fresh. Out of Africa.

 Das erste „black Austrian lifestyle“ Magazin „fresh“ wurde von Herausgeber und Chefredakteur Simon Inou für die Sichtbarmachung und Verbreitung neuer Narrative bei der (medialen) Darstellung junger schwarzer Österreicher/innen etabliert. „fresh“ erscheint vier Mal pro Jahr mit einer Auflage von 8.000 Exemplaren und organisiert zusätzlich kulturelle und bewusstseinsbildende Veranstaltungen, bei denen „schwarze“ und „nicht-schwarze“ Gruppen Österreichs aufeinandertreffen und gemeinsam (konstruierte) Barrieren überwinden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                    

 

Als jüngste Initiative des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres hat der Intercultural Achievement Award (IAA) zum Ziel, innovative, praxisbezogene Projekte der Zivilgesellschaft im Bereich des interkulturellen Dialogs weltweit zu identifizieren und auszuzeichnen. Der IAA wurde 2014 von der Task Force „Dialog der Kulturen“ in Zusammenarbeit mit den Österreichischen Vertretungsbehörden im Ausland ins Leben gerufen und das erste Mal im September 2014 an Preisträger aus Bosnien und Herzegowina, China und Kenia vergeben.

Bildung, Partizipation und Wirtschaft

Um welche Themen handelte es sich?

Schwerpunktthemen waren Bildung, Partizipation und Wirtschaft. Organisationen mussten entweder ausschließlich in einem der genannten Bereiche tätig sein oder Projekte übergreifender Natur umsetzen. Als wichtige Querschnittsthemen wurden Frauen und Jugend bestimmt. Projekte, die sich zusätzlich diesen beiden Zielgruppen widmeten, wurden verstärkt unterstützt.

Wer konnte sich anmelden?

Bewerben konnten sich gemeinnützige Organisationen, welchen die Stärkung des interkulturellen Dialogs zu Grunde liegt. Dialogaktivitäten mussten den Dialog in den oben genannten Bereichen fördern.

Sonderpreis Integration

Thema Integration?

Zusätzlich zum international ausgeschriebenen IAA wurde auch ein vom Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) geförderter Sonderpreis für Integration in Österreich vergeben. In Einklang mit dem Nationalen Aktionsplan für Integration (NAPI) richtete sich der Preis dabei an Projekte , die Integration in folgenden Themenbereichen stärkten und unterstützten: Sprache und Bildung, Arbeit und Beruf, Rechtsstaat und Werte, Gesundheit und Soziales, Interkultureller Dialog, Sport und Freizeit, Wohnen und die regionale Dimension von Integration.

Wer konnte sich anmelden?

Bewerben konnten sich gemeinnützige Organisationen mit Tätigkeitsbereich und Sitz in Österreich, welchen die Stärkung des interkulturellen Dialogs zu Grunde lag. Aktivitäten mussten die Integration fördern und dadurch auch die Stärkung eines innergesellschaftlichen Dialogs bewirken.

Die Gewinner des IAA 2014

1.   Platz: Kindergarten Suncani Most in Mostar/BuH
Organisation: Evangelisches Diakoniewerk

Kategorie: Bildung
Querschnittsthema: Jugend

Der Kindergarten Suncani Most ist der einzige integrative, multiethnische Kindergarten BuHs. Er richtet sich an Kinder mit und ohne Behinderung und es sind dort Pädagoginnen und Pädagogen  der unterschiedlichen Volksgruppen tätig. Rund 40 Kinder aus den ethnischen Gruppen Mostars besuchen den Kindergarten jährlich. Dazu werden jährlich bis zu 7 Kinder mit Behinderung betreut. Die Aussöhnung der Volksgruppen und Integration von Kindern mit Behinderung setzt somit im Kindergartenalter an. Die Gewinnsumme soll voraussichtlich als Anteil an den Kosten für den Bau eines neuen Gebäudes verwendet werden.  

2.   Platz: China Women’s Film Festival in Peking
Organisation: Crossroads Center/China

Kategorie: Partizipation
Querschnittsthema: Frauen

Das China Women’s Film Festival zur Stärkung der Rolle der Frauen in der chinesischen Gesellschaft soll nach der Premiere im Jahr 2013, und trotz zahlreicher Hürden, die dem Festival von der chinesischen Bürokratie in den Weg gelegt werden, dieses und im kommenden Jahr erneut stattfinden. In einer Reihe von Veranstaltungen und Filmpräsentationen von weiblichen Filmregisseuren soll ein Netzwerk bestehend aus Zivilgesellschaft, Vertretern der Wissenschaft, Künstlern und Medien für die Problematik der Diskriminierung von Frauen in China sensibilisiert werden. Durch die Teilnahme von nicht-chinesischen Filmemacherinnen sowie von ausländischen Besuchern und Besucherinnen ergibt sich beim China Women’s Film Festival ein interessanter Austausch über Aspekte, die nicht nur Frauen in China, sondern Frauen weltweit betreffen. Mit der Gewinnsumme soll mindestens ein Film einer österreichischen Filmregisseurin, und diese selbst, zur zweiten Auflage des Festivals gebracht werden.  

3.   Platz: Girls Education Equity Project  in Nairobi/Kenia
Organisation: Coexist Initiative, Kenia

Kategorien: Bildung/Partizipation
Querschnittsthema: Frauen  

Das Kakuma-Flüchtlingslager im Nord-Westen Kenias besteht seit 1992 und beheimatet rund 140,000 Flüchtlinge aus insbesondere dem Sudan, dem Südsudan und Somalia, aber auch aus einigen anderen umliegenden Staaten Ost-Afrikas. Das Ziel des Projektes ist es jungen Frauen im Flüchtlingslager den Zugang zu Bildung zu ermöglichen und bei Männern um Verständnis für die Bedeutung des Schulbesuchs junger Frauen zu werben. Junge Frauen im Flüchtlingslager sind tagtäglich der Diskriminierung ausgesetzt. In einem Dialog zwischen den verschiedenen im Lager anwesenden Kulturen im Rahmen von Bildungs- und Sport-veranstaltungen wird das Ziel der Vermeidung der Diskriminierung von Frauen hervorgehoben und aktiv Stellung gegen körperlichen und psychischen Missbrauch von Frauen bezogen. Die Gewinnsumme soll in den laufenden Betrieb des Projekts einfließen.  

4.   Platz Projekt: „What do you want to be when you grow up?“
Organisation: Impreuna Agency for Community Development

Besserstellung von Roma Jugendlichen im rumänischen Unterrichtssystem durch eine positive Präsentation von Vorbildern (Role-Models) der Roma-Gemeinschaft.  

5.   Platz Projekt der Fondation Orient-Occident, Marokko

Unterstützung von Migranten und Migrantinnen in Marokko als – meist  ungewolltes – Zielland von Migration mit sowohl lebensnotwendiger Versorgung als auch in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Kinderbetreuung. Das jährliches Fest „Rabat-Afrika“ trägt zur Bewusstseinsbildung für die menschlichen Tragödien der Migranten bei der einheimischen Bevölkerung bei.  

6.   Platz Projekt der National Institution of Social Care and Vocational Training, Libanon

Gemeinsame Vorschulbildung und psychosoziale Unterstützung für traumatisierte palästinensische und (palästinensisch-)syrische Flüchtlingskinder im Südlibanon.  

Sonderpreis Integration: „Netzwerk mehr Sprache“ – ein Modell zur Förderung eines chancengerechten Zugangs zu Bildung auf kommunaler Ebene

Organisation: „okay.zusammenleben/Verein Aktion Mitarbeit

Das Ziel dieses innovativen Projekts in Vorarlberg ist der Aufbau von Netzwerken zur Förderung eines chancengerechten Zugangs zur Sprachbildung von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund. Derzeit beteiligt sind vier Vorarlberger Gemeinden. Durch Kooperation und Koordination der einzelnen Akteure wie Lehrern, Eltern oder Vertretern der Gemeinde wird eine Wirkungsverstärkung der Sprachförderung aller Kinder, unabhängig von ihrer sozialen und ethnischen Herkunft, erreicht, mit dem Ziel, damit zur Chancengleichheit beizutragen. Über das Ziel der Sprachförderung zur Chancengleichheit von Kindern ergibt sich außerdem eine Stärkung des Gemeinschaftsgefühls und eine Förderung des Zusammenlebens durch Begegnungen der verschiedenen sozialen und ethnischen Gruppen. Die Gewinnsumme soll für eine nachhaltige Verankerung des Projekts durch die Unterstützung der Arbeit der aktiven sowie möglicherweise weiterer, neuer Akteure verwendet werden. Auch wird derzeit über eine Ausweitung der Netzwerke in weitere Gemeinen mit dem Land Vorarlberg verhandelt.