Europäische Union

Mit 28 Mitgliedstaaten und einer noch größeren Vielzahl kultureller Gruppen und Identitäten ist interkultureller Dialog in der EU unerlässlich, um Konflikte und die Ausgrenzung von Bürgerinnen und Bürgern aufgrund ihrer kulturellen Identität zu verhindern. Interkultureller Dialog ist im Wesentlichen der Austausch von Ansichten und Meinungen zwischen verschiedenen Kulturen. Im Gegensatz zum Multikulturalismus, bei dem der Schwerpunkt auf der Bewahrung unterschiedlicher Kulturen liegt, geht es beim interkulturellen Dialog darum, Verbindungen und Gemeinsamkeiten zwischen verschiedenen Kulturen, Gemeinschaften und Menschen zu finden und so Verständnis und Interaktion zu fördern.

Die Europäische Union hat bereits das Jahr 2008 zum Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs erklärt (Entscheidung Nr. 1983/2006/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Dezember 2006). Zweck dieses Jahres und das Follow-up dazu ist  es, das Profil des interkulturellen Dialogs auch innerhalb Europas zu stärken. Die Achtung vor der kulturellen Vielfalt in Europa stärkt das Zusammenleben in unseren komplexen Gesellschaften. Das Europäische Jahr des interkulturellen Dialogs sollte weiters die Außenwirkung, die Effizienz und die Kohärenz der Programme und Aktionen der Gemeinschaft verbessern, die zum interkulturellen Dialog beitragen.

Mit der Förderung des interkulturellen Dialogs betont die Europäische Union den Wert des Dialogs als Chance, zu einer pluralistischen und dynamischen Gesellschaft beizutragen, und unterstreicht den Beitrag der verschiedenen Kulturen und der kulturellen Vielfalt zum europäischen Erbe.

Die Europäische Kommission hat verschiedene Initiativen zur Förderung des interkulturellen Dialogs ergriffen und unterstützt, insbesondere über ihre Plattform für ein interkulturelles Europa und das Programm „Kultur“ English (en). Das Programm Kreatives Europa wird auch künftig den Rahmen für Maßnahmen zur Förderung des interkulturellen Dialogs in und außerhalb der EU bilden. Österreich nimmt aktiv teil an der aktuell tagenden ExpertInnengruppe zum Interkulturellen Dialog im Kontext der Migrations- und Flüchtlingskrise, die untersucht, wie in öffentlichen Kunst- und Kultureinrichtungen Räume für den Austausch zwischen kulturellen und gesellschaftlichen Gruppen geschaffen werden können.