Nuklearwaffenfreie Zonen

Um das Ziel der nuklearen Abrüstung zu unterstützen, können sich Staatengruppen oder ganze Kontinente zu nuklearwaffenfreien Zonen (NWFZ) zusammenschließen. Artikel VII des Atomwaffensperrvertrages (NPT) sieht diese Möglichkeit explizit vor. Der 2010 bei der NPT Überprüfungskonferenz verabschiedete politisch bindende Aktionsplan beinhaltet zudem eine ausdrückliche Aufforderung, weitere NWFZ als Sicherheit bildende Maßnahmen zu schaffen. 

Heute gibt es  sieben NWFZ (Afrika, Antarktis, Lateinamerika und Karibik, Südpazifik, Südostasien, Zentralasien, sowie die „einzelstaatliche Zone“ Mongolei). Die Vertragsstaaten der Zonen verzichten auf Besitz, Entwicklung, Erforschung und Stationierung von Atomwaffen. Die fünf im NPT anerkannten Kernwaffenstaaten verpflichten sich durch Zusatzprotokolle, keinen Vertragsstaat mit Nuklearwaffen zu bedrohen oder anzugreifen.

Die ebenfalls im Aktionsplan 2010 beschlossenen Bemühungen im Nahen Osten eine Zone frei von Massenvernichtungswaffen Zone zu schaffen, haben bisher noch kein Ergebnis erbracht. In Europa gibt es, trotz einiger Anläufe in der Phase des Kalten Kriegs, bislang keine konkrete Schritte in diese Richtung einer NWFZ. 
Österreich unterstützt NWFZ als wichtigen Beitrag zur Förderung der nuklearen Abrüstung. Wegen seines Bundesverfassungsgesetz für ein atomfreies Österreich 1999 (BGBl. I Nr. 149/1999) erfüllt Österreich de facto die zentralen rechtlichen Voraussetzungen einer NWFZ.

Österreich und die Schweiz nahmen den NPT Aktionsplan 2010 zum Anlass, die Frage der Schaffung einer NWFZ in Europa einer näheren wissenschaftlichen Prüfung zu unterziehen und beauftragten das Hessische Friedens- und Konfliktforschungsinstitut HSFK mit der Erstellung einer Studie (englischsprachig). Die Studie: „A Nuclear Weapon-Free Zone in Europe: Concept - Problems - Chances" (sowie das Executive Summary) untersucht die verschiedenen Optionen, Chancen und Schwierigkeiten einer NWFZ in Europa. Gerade vor dem Hintergrund wachsender internationaler Spannungen soll diese Studie einen konstruktiven und innovativen Beitrag zur Diskussion über kollektive Sicherheit in Europa leisten.