CWC

Die 1997 in Kraft getretene Chemiewaffenkonvention (CWK) verbietet sämtliche Chemiewaffen und schreibt für Staaten, die im Besitz dieser Waffen sind, deren  phasenweise Vernichtung vor. Mit 192 Vertragsstaaten nähert sich die CWK universeller Geltung. Der Leiter der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) in Den Haag,  Generaldirektor Ahmet Üzümcü (Türkei), wurde anlässlich der 18. Vertragsstaatenkonferenz (Den Haag, 2. bis 6. Dezember 2013) für eine zweite Periode im Amt bestätigt. Am 10. Dezember 2013 wurde die OPCW mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
 
Der Einsatz von Chemiewaffen im syrischen Bürgerkrieg erstmals am 21. August 2013 hat die CWK vor ihre bisher größte Herausforderung gestellt. Mit Resolution 2118 vom 27. September 2013 verfügte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, dass Syrien bis 30. Juni 2014 sein Chemiewaffenarsenal vollständig beseitigen musste. Es folgte der Beitritt Syriens zur CWK und zu Jahresende 2013 kamen Vereinbarungen zustande, denen zufolge Österreich für die Unterstützung der Mission zur Überwachung der chemischen Abrüstung in Syrien Lufttransportkapazitäten zur Verfügung stellte, sowie einen Experten an die OPCW entsandte. Trotz der im Laufe des Jahres 2014 weitgehend abgeschlossenen Beseitigung des Chemiewaffenpotenzials Syriens kam es auch 2015 wiederholt zu Einsätzen von Giftgas (meistens Chlorgas) im syrischen Bürgerkrieg. Der VN-Sicherheitsrat verabschiedete am 7. August 2015 Resolution 2235, mit der ein Joint Investigative Mechanism der Vereinten Nationen gemeinsam mit der OPCW zur Feststellung der Verantwortlichkeit für die Vorfälle eingerichtet wurde. Der Joint Investigative Mechanism legte 2016 vier Berichte vor, worin syrische Regierungstruppen als Verantwortliche für den Einsatz von Chlorgas in drei Fällen im Jahre 2015, sowie Kräfte des IS als Verantwortliche für den Einsatz von Senfgas in einem Fall im Jahre 2015 identifiziert wurden. Bei einem Chemiewaffeneinsatz, wahrscheinlich Sarin, am 4.4.2017 kamen erneut dutzende Zivilisten ums Leben, die Verantwortlichkeit konnte noch nicht geklärt werden, westliche Staaten weisen diese der Syrisch Arabischen Armee zu.