CTBTO

Der Vertrag über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (Comprehensive Test Ban Treaty, CTBT) sieht ein Verbot aller nuklearen Explosionen vor. Seit der Annahme des Vertragsentwurfs durch die VN-GV im Jahr 1996 unterzeichneten 183 und ratifizierten 166 Staaten den CTBT (Stand März 2017). Durch sein globales Überwachungssystem wird der CTBT nach seinem Inkrafttreten die geheime Entwicklung von einsatzfähigen Kernwaffen unmöglich machen. Für das Inkrafttreten fehlen allerdings noch die Ratifikationen durch acht der  in Annex 2 des Vertrages aufgezählten Schlüsselstaaten (Ägypten, China, Indien, Iran, Israel, Nordkorea, Pakistan, Vereinigte Staaten von Amerika). 

Österreich nimmt an den Bemühungen zur Förderung des Inkrafttretens teil, z.B. durch den ehemaligen Generalsekretär Dr. Johannes Kyrle als Mitglied der "Group of Eminent Persons (GEM)".

Die Vorbereitende Kommission hat große Fortschritte beim Aufbau des Verifikationssystems erzielt, dessen weltweites Netz von Messstationen zu 85% fertig gestellt und weitgehend einsatzbereit ist. Es verwendet Hochtechnologie für Seismik, Hydroakustik, Ultraschall und Radionuklidmessung. Es liefert bereits jetzt zivile Dienstleistungen, wie z.B. für die Tsunami Frühwarnung und für radiologische Messungen nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima/Japan. Die Fähigkeiten der internationalen Überwachungsstationen wurden auch anlässlich der von Nordkorea durchgeführten Kernwaffentests wiederholt bewiesen, zuletzt bei den Tests im Jänner und September 2016.  In Österreich am Standort Seibersdorf befindet sich eines der durch die CTBTO zertifizierten Radionuklidlabore für die Auswertung von Proben.

Der Exekutivsekretär der CTBTO ist derzeit Lassina Zerbo (Burkina Faso), der im Herbst 2016 für eine weitere vierjährige Amtsperiode bestätigt wurde.