Wien, 20. April 2017 Aussendung

Antisemitismusbericht: Bundesminister Sebastian Kurz bekräftigt: "Null-Toleranz für jede Form des Antisemitismus"

Bundesminister Kurz und IKG-Präsident Deutsch beim Pressegespräch zum Antisemitismusbericht 2016, Wien 20. April 2017

2016 wurden 477 Fälle von Antisemitismus in Österreich verzeichnet, das entspricht einem leichten Anstieg im Vergleich zum Jahr davor.

Anlässlich der Präsentation des Antisemitismusberichts 2016 zeigte sich Bundesminister Sebastian Kurz entschlossen, weiterhin mit Nachdruck gegen jede Form des Antisemitismus in Österreich vorgehen zu wollen:

 „Wir müssen Null-Toleranz für sämtliche Formen des Antisemitismus zeigen, sowohl im Alltag als auch in den Sozialen Medien. Das ist mir ein sehr wichtiges Anliegen.“

 Sebastian Kurz fordert ein konsequentes Vorgehen gegen neue Formen des Antisemitismus, wie etwa die von islamistischer Propaganda motivierte antisemitische Hetze im Internet und im schulischen Umfeld. Zudem ortet er Handlungsbedarf im Integrationsbereich, um auch nach Österreich gekommene Flüchtlinge über die Untragbarkeit von Antisemitismus in der österreichischen Gesellschaft zu sensibilisieren.

"Was es braucht ist Bewusstsein in der Bevölkerung, dass Antisemitismus kein Kavaliersdelikt ist", so Sebastian Kurz.

Laut dem Antisemitismusbericht wurden 2016 insgesamt 477 Fälle von Antisemitismus in Österreich vermeldet, das sind um 12 mehr als im Jahr 2015. Ein starker Anstieg wurde dabei bei tätlichen Angriffen, Beschimpfungen und Vandalismus verzeichnet. Der Antisemitismusbericht wird seit dem Jahr 2000 jährlich vom Forum gegen Antisemitismus herausgegeben und dokumentiert sämtliche Fälle von Antisemitismus innerhalb eines Jahres in Österreich.

Im Jahr 2016 wurde von den 31 Mitgliedstaaten der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA), darunter auch Österreich, eine Arbeitsdefinition von Antisemitismus beschlossen. Diese allgemein gültige Definition soll die Identifizierung und Bekämpfung von Antisemitismus erleichtern. Sebastian Kurz möchte nun, dass diese Definition auch in Österreich übernommen wird. Dazu wird auf Initiative des Ministeriums im kommenden Ministerrat ein Beschluss erfolgen. In weiterer Folge soll die Definition im Parlament behandelt werden. 

 „Wir brauchen dieses klare Zeichen mehr denn je“, so Sebastian Kurz abschließend.

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