Der höhere auswärtige Dienst

Auswahlverfahren (A-Préalable)

Die Aufnahme in den höheren auswärtigen Dienst erfolgt nach erfolgreicher Absolvierung eines gesetzlich vorgeschriebenen, mehrstufigen Auswahlverfahrens ("A-Préalable").

Die Bezahlung erfolgt gemäß den einschlägigen Bestimmungen des Vertragsbedienstetengesetzes 1948 idgF, wobei das Anfangsgehalt während der Ausbildungsphase per Jänner 2018 € 2.577,80 brutto beträgt.

Das nächste A-Préalable wird im Herbst 2017 stattfinden, die Ausschreibung erfolgt über die Jobbörse des Bundes (www.jobbörse.gv.at) sowie auf der Website des Außenministeriums.

Aufnahmevoraussetzungen für den höheren auswärtigen Dienst

  • Bereitschaft, alle 3 bis 4 Jahre den Dienstort zu wechseln und auch in Ländern mit schwierigen Lebensbedingungen zu arbeiten (was auch im Privat- und Familienbereich Flexibilität erfordert)
  • ausgezeichnete Deutsch- und Englischkenntnisse, passive Kenntnis der französischen Sprache
  • sehr gute Kenntnisse in einer der folgenden Sprachen: Arabisch, Chinesisch, Französisch, Russisch oder Spanisch
  • Verbundenheit mit und Wissen über Österreich
  • sehr gute Kommunikationsfähigkeit, interkulturelle Kompetenz und Teamfähigkeit
  • Leadership-Potenzial, Entscheidungsfreude, Selbständigkeit und Belastbarkeit
  • Fähigkeit, auch unter starkem Druck und in Krisensituationen gleichbleibend gute Leistungen zu bringen
  • sicheres, seriöses Auftreten
  • für männliche Bewerber: Nachweis über den abgeleisteten Präsenz-/Zivildienst bzw. Untauglichkeitsnachweis

(gemäß dem Bundesgesetz über Aufgaben und Organisation des auswärtigen Dienstes - Statut, der Auswahlverfahren-Verordnung für den auswärtigen Dienst, dem Beamten-Dienstrechtsgesetz, sowie dem Vertragsbedienstetengesetz):

  • österreichische Staatsbürgerschaft
  • Unbescholtenheit
  • Für die Teilnahme am Auswahlverfahren für den höheren auswärtigen Dienst ist der Abschluss eines österreichischen bzw. gleichwertigen Bachelor-, Diplom-, Magister-, Master- oder Doktoratsstudiums erforderlich. Bei Vorliegen ausländischer akademischer Grade ist möglichst das "Diploma Supplement" mitvorzulegen.
  • Ein Studienabschluss mit dem akademischen Grad eines Bachelors setzt zusätzlich die erfolgreiche Absolvierung des Diplomlehrgangs an der Diplomatischen Akademie (DA) Wien oder eines vergleichbaren post-universitären Lehrganges an einer ausländischen Lehranstalt (z.B. Johns-Hopkins-University Bologna, Collège d'Europe in Brügge) voraus. Die Absolvierung des Diplomlehrgangs der Diplomatischen Akademie Wien ist im Hinblick auf die Anforderungen des Auswahlverfahrens für den höheren auswärtigen Dienst jedenfalls empfehlenswert. 

Termin für das nächste A-Préalable:

schriftlich: Teil 1:  7. September 2017 

 Teil 2:  8. Oktober 2017
mündlich:Dezember 2017


Anmeldeschluss:  22. August 2017 (einlangend)

Vollständige Bewerbungen (Bewerbungsformular, Sicherheitserklärung, Formular „Sprachprüfungen und Zusatzsprachprüfungen) per E-Mail an a-prealable.bewerbungen(at)bmeia.gv.at


Ablauf des Auswahlverfahrens:

Teil 1 der schriftlichen Prüfung besteht aus einem Kompetenz- und Wissenstest (Multiple Choice), der am 7. September 2017 online zu absolvieren ist. Die zum Auswahlverfahren zugelassenen BewerberInnen erhalten die Zugangsdaten per E-Mail.

Die 100 besten BewerberInnen von Teil 1 werden in einem nächsten Schritt zu Teil 2 der schriftlichen Prüfung eingeladen. Dieser besteht voraussichtlich aus:

a)       Sprachprüfungen (schriftlich und mündlich) am Sprachenzentrum der Universität Wien (geplante Termine 6. und 7. Oktober 2017)

b)       Klausurarbeit über ein relevantes außen-, europa- oder sicherheitspolitisches Thema (8. Oktober 2017)

c)       Gedächtnistest (auf Basis eines vorgelesenen Textes)

d)       Wissenstest aus fachspezifischen Wissensgebieten

e)       Schriftliche Aufgabe in englischer Sprache


Legen Sie bitte Sprachzertifikate, die nicht älter als 5 Jahre sind, ihrer Bewerbung bei.

Empfohlene Lektüre zu einzelnen Fachgebieten

  • Henry Kissinger: Diplomacy; London 1995
  • Karl Vocelka: Geschichte Österreichs; Wien 2009
  • Franz Cede/Christian Prosl: Anspruch und Wirklichkeit : Österreichs Außenpolitik seit 1945; 2015

  • P.A. Samuelson/W.D. Nordhaus: Economics (Deutsch: Volkswirtschaftslehre); New York 2010 (Internationaler Teil)
  • E. Nowotny/G. Winckler (Hg.): Grundzüge der Wirtschaftspolitik Österreichs; Wien 2001
  • John Peterson/Michael Shakleton: The Institutions of the European Union; Oxford University Press; New York, 3 edition (May 4, 2012)
  • OECD (Hg.): OECD Wirtschaftsbericht Österreich (erscheint jährlich); aktuellste Ausgabe unter OECD
  • Bundesministerium für Finanzen; aktuelle Publikationen zu wirtschaftspolitischen Themen

Empfehlenswert sind weiters entsprechend aktualisierte, fachspezifische Broschüren des/der

  • Europäischen Kommission (erhältlich bei der Vertretung der EK in Wien)
  • Österreichischen Industriellenvereinigung und Wirtschaftskammer Österreich
  • Bundesarbeiterkammer
  • Bundespressedienstes (erhältlich über das Bundeskanzleramt)
  • Reinisch (Hrsg.): Österreichisches Handbuch des Völkerrechts Band 1 (Textteil) und Band 2 (Materialienteil); 5. Auflage, Wien 2013
  • Bernd Funk: Einführung in das österreichische Verfassungsrecht; 14. Auflage, 2011
  • Khol/Ofner/Karner/Halper: Österreichisches Jahrbuch für Politik, besonders die Kapitel über Sicherheitspolitik; S. 117-253; Wien 1998
  • Nowak: Introduction to the international Human Rights Regime; Brill 2003
  • Hafner / Kumin / Weiss (Hrsg.): Recht der Europäischen Union; Wien 2013
  • August Reinisch: Essentials of EU Law; 2. Auflage, 2012 Cambridge University Press 

  • Bamberger/Bruckmüller/Gutkas: Österreich-Lexikon; 3 Bände (Austria Lexikon)
  • Egon Friedell: Kulturgeschichte der Neuzeit, C.H.Beck; Deutscher Taschenbuch Verlag; 17. Auflage (September 2011)
  • Friedrich Heer: Der Kampf um die österreichischen Identität; 3. Auflage Wien-Graz 2001
  • William M. Johnston: Österreichische Kultur- und Geistesgeschichte, Gesellschaft und Ideen im Donauraum 1948-1938, Böhlau Wien, 4. Auflage 2006
  • Wynfried Kriegleder: Eine kurze Geschichte der Literatur in Österreich - Menschen, Bücher, Institutionen; Praesens-Verlag (September 2011)
  • Durchsicht des letzten "Jahrbuchs der Auslandskultur"
  • Lektüre des Kulturteils der in Leseliste angeführten österreichischen und internationalen Zeitungen 

  • Oktober 2006: "Der österreichische EU-Vorsitz - eine Bilanz"
  • Oktober 2007: "Energiesicherheit - ein neuer Faktor in den internationalen Beziehungen"
  • April 2008: "Der Donauraum in seinen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Dimensionen"
  • Oktober 2008: "Prag 1968 und Georgien 2008 - ein Vergleich"
  • Oktober 2010: "Die Europäische Union nach dem Lissabon-Vertrag: Ist sie noch immer nur ein wirtschaftlicher Riese, aber ein politischer Zwerg?"
  • November 2012: "Der Friedensnobelpreis für die EU: verdient oder voreilig?"
  • März 2015: „Ein „Ring von Krisen“ statt einem „Ring von Freunden“ um die EU: Stößt die viel gepriesene „soft power“ der Union an ihre Grenzen?“
  • November 2016: "Der amerikanische Ökonom Joseph Stiglitz prophezeit ein baldiges Ende der Eurozone. Wo sehen Sie die Stärken und Schwächen der Eurozone? Welche politischen und/oder wirtschaftlichen Maßnahmen könnten die Eurozone stärken?" "The Eurozone was flawed from the beginning" (Joseph Stiglitz)

Darüber hinaus ist eine regelmäßige Lektüre österreichischer und internationaler Zeitungen und Zeitschriften anzuraten (z.B. Die Presse, Der Standard, Financial Times, Frankfurter Allgemeine Zeitung, International Herald Tribune, Le Monde, Neue Zürcher Zeitung, New York Times, Washington Post, The Economist, Le Monde Diplomatique).

Weiters wird das Studium der jeweils aktuellsten Ausgaben des

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