Beglaubigung in Österreich

Das Büro für Konsularbeglaubigungen überbeglaubigt Beglaubigungsvermerke dazu befugter österreichischer Behörden, wenn die Voraussetzungen dafür erfüllt sind.

Folgende Dokumente können überbeglaubigt werden:

  • Originale von österreichischen öffentlichen Urkunden, die keine bloßen Beglaubigungs- oder Vidimierungsvermerke sind einschließlich mit diesen verbundener Übersetzungen.
  • Duplikate von österreichischen öffentlichen Urkunden, die keine bloßen Beglaubigungs- oder Vidimierungsvermerke sind und die von der dafür zuständigen Behörde ausgestellt wurden einschließlich mit diesen verbundener Übersetzungen.
  • Abschriften oder Kopien österreichischer öffentlicher Urkunden einschließlich mit diesen verbundener Übersetzungen, wenn die Überbeglaubigung des Originals oder Duplikats der österreichischen öffentlichen Urkunde nicht möglich oder zumutbar ist. Dies ist insbesondere der Fall, wenn die Anbringung von Beglaubigungsvermerken auf dem Dokument tatsächlich nicht möglich ist wie z.B. bei eingeschweißten Urkunden oder Reisepässen. Nicht zumutbar ist die Beglaubigung auf dem Original, wenn dies auf objektiven, nicht vom Antragsteller herbeigeführten Umständen beruht.
  • Originale von in Österreich errichteten privaten Urkunden einschließlich mit diesen verbundener Übersetzungen.
  • Originale von öffentlichen Urkunden, die von österreichischen Vertretungsbehörden im Ausland errichtet wurden.
  • Ausländische Urkunden von Staaten, die durch Verordnung des Bundesministers für Europa, Integration und Äußeres festgelegt wurden. Derzeit ist dies für keinen Staat vorgesehen.

Insbesondere folgende Dokumente können nicht überbeglaubigt werden:

  • Ausländische öffentliche Urkunden in jeder Form. (Mögliche Ausnahme: Urkunden von Staaten, die durch Verordnung des Bundesministers für Europa, Integration und Äußeres festgelegt wurden. Derzeit ist dies für keinen Staat vorgesehen.)
  • Im Ausland errichtete private Urkunden in jeder Form.
  • Kopien österreichischer öffentlicher Urkunden, wenn die Überbeglaubigung des Originals oder Duplikats der Urkunde möglich und zumutbar ist. Die Überbeglaubigung eines Originals oder Duplikats ist insbesondere möglich, wenn darauf Beglaubigungsvermerke angebracht werden können. Die Überbeglaubigung eines Originals oder Duplikats ist insbesondere zumutbar, wenn es dem Antragsteller objektiv möglich ist, ein Original oder Duplikat der Urkunde zu beschaffen und damit den innerstaatlichen Beglaubigungsweg zu absolvieren. Höhere Kosten oder längere Dauer des Beglaubigungsverfahrens für den Antragsteller begründen jedenfalls keine Unzumutbarkeit.
  • In Österreich errichtete private Urkunden, in denen es um Sachverhalte geht, die Behörden in öffentlichen Urkunden zu verfügen oder zu erklären haben. Insbesondere sind das z.B. eidesstattliche Erklärungen über den Personenstand, Finanzabgaben, Eintragungen in öffentliche Register usw.
  • Übersetzungen österreichischer Urkunden, die nicht untrennbar mit der Urkunde selbst verbunden sind. Hierbei ist unbeträchtlich, wer die Übersetzung angefertigt hat oder wo diese hergestellt wurde.
  • Österreichische öffentliche Urkunden, bei denen es sich um bloße Beglaubigungs- oder Vidimierungsvermerke handelt.
  • Ausdrucke von öffentlichen Urkunden, die von der ausstellenden Behörde lediglich elektronisch signiert und nicht händisch unterschrieben und mit einem Amtssiegel versehen wurden.
  • Nur elektronisch vorliegende Dokumente.

Voraussetzung für die Überbeglaubigung

  • Das Dokument soll im internationalen Rechtsverkehr verwendet werden. Der Antragsteller muss dies glaubhaft machen, wenn er dazu aufgefordert wird.
  • Zwischen Österreich und dem Staat, in dem das Dokument verwendet werden soll, gilt nicht das Haager Übereinkommen zur Befreiung ausländischer öffentlicher Urkunden von der Beglaubigung (Apostille).
  • Zwischen Österreich und dem Staat, in dem das Dokument verwendet werden soll, gilt für die jeweilige Urkundenart kein sonstiges Abkommen über Beglaubigungsfreiheit.
  • Der jeweils vorgesehene innerstaatliche Beglaubigungsweg wurde vollständig eingehalten.
  • Der Beglaubigende kann die Urkunde eindeutig lesen sowie die beigesetzten Unterschriften und die angebrachten Amtssiegel eindeutig identifizieren.
  • Alle beigesetzten Unterschriften und alle angebrachten Amtssiegel der zuvor beglaubigenden österreichischen Behörde stimmen mit von dieser zur Verfügung gestellten Mustern überein.
  • Die Seiten von Urkunden, die aus mehreren Blättern bestehen, sind untrennbar miteinander verbunden.
  • Die durchzuführende Prüfung der Urkunde, der Unterschriften und der Beglaubigungsvermerke ergibt keinerlei Zweifel an deren Echtheit.
  • Die durchzuführende Prüfung ergibt bei privaten Urkunden keinerlei Zweifel an deren Richtigkeit.