Wiedererwerb

Die österreichische Staatsbürgerschaft wird wieder erworben... (Rechtsanspruch)

Ehemalige ÖsterreicherInnen, denen die Staatsbürgerschaft nicht entzogen worden ist, erhalten die Staatsbürgerschaft durch Verleihung, wenn

  • sie die Staatsbürgerschaft als Minderjährige verloren haben und die Verleihung binnen zwei Jahren nach Erlangung der Eigenberechtigung beantragen; oder
  • sie die Staatsbürgerschaft im Zuge der Eheschließung oder während der Ehe durch Annahme einer mit dem anderen Ehegatten gemeinsamen Staatsangehörigkeit verloren haben und die Verleihung binnen fünf Jahren nach Auflösung der Ehe beantragen.

Ehemalige ÖsterreicherInnen, denen die Staatsbürgerschaft nicht entzogen worden ist, erhalten die Staatsbürgerschaft durch Verleihung, wenn sie der Staatsbürgerschaftsbehörde schriftlich „anzeigen“ (mitteilen), dass

  • sie zumindest in den letzten 15 Jahren von einer österreichischen Behörde fälschlich als StaatsbürgerInnen behandelt wurden und dies nicht zu vertreten haben (PutativösterreicherInnen), wobei die 15-Jahres-Frist bei Ableistung des Grundwehr- oder Ausbildungsdienstes bzw. des ordentlichen Zivildienstes entfällt; oder
  • sie sich als StaatsbürgerInnen vor dem 9. Mai 1945 in das Ausland begeben haben, weil sie Verfolgungen durch Organe der NSDAP oder der Behörden des Dritten Reiches mit Grund zu befürchten hatten oder erlitten haben oder weil sie wegen des Eintretens für die demokratische Republik Österreich Verfolgungen ausgesetzt waren oder solche zu befürchten hatten (vor dem 9. Mai 1945 politisch verfolgte Österreicher/innen), oder
  • sie Staatsbürger kraft Abstammung oder Legitimation nur vermeintlich gewesen sind, weil eine Feststellung der Vaterschaft nachträglich ergeben hat, dass ein Fall des Staatsbürgerschaftserwerbs durch Abstammung oder Legitimation nicht vorlag (vermeintliche AbstammungsösterreicherInnen). 

Für andere Möglichkeiten des Wiedererwerbs der österreichischen Staatsbürgerschaft vgl. Erwerb.

Die österreichische Staatsbürgerschaft kann wieder erworben werden... (kein Rechtsanspruch)

Ehemalige ÖsterreicherInnen, denen die Staatsbürgerschaft nicht entzogen worden ist, erhalten die Staatsbürgerschaft durch Verleihung, wenn

  • sie die Staatsbürgerschaft mindestens zehn Jahre ununterbrochen besessen haben und sich zudem in Österreich aufhalten. 

Für andere Möglichkeiten des Wiedererwerbs der österreichischen Staatsbürgerschaft vgl. Erwerb.

Erstreckung auf Familienangehörige

Die Verleihung der Staatsbürgerschaft ist auf bestimmte Familienangehörige zu erstrecken, außer ihnen wurde in der Vergangenheit die Staatsbürgerschaft entzogen oder es handelt sich um Kinder aus einer Leihmutterschaft, wenn die Staatsbürgerschaft der Wunschmutter verliehen wird. Solche Familienangehörige sind

  • der/die Ehegatte/in, wenn diese/r seit mindestens sechs Jahren ununterbrochen rechtmäßig in Österreich lebt und rechtmäßig niedergelassen ist und die Ehe seit mindestens fünf Jahren aufrecht ist; und
  • die eigenen minderjährigen und noch ledigen (Wahl-)Kinder;  und
  • die eigenen Enkelkinder, sofern die Verleihung auf deren ledigen Elternteil ebenfalls erstreckt worden ist. 

Im Gegensatz zum Wiedererwerb durch Anzeige ist grundsätzlich mit dem Wiedererwerb der österreichischen Staatsbürgerschaft durch Verleihung und durch Erstreckung die Aufgabe der bisherigen Staatsangehörigkeit verbunden.