Beibehaltung

Das österreichische Staatsbürgerschaftsrecht verfolgt den Grundsatz der Vermeidung mehrfacher Staatsangehörigkeit. Eine wichtige Ausnahme von diesem Grundsatz ist die Bewilligung der Beibehaltung der Staatsbürgerschaft durch das zuständige Amt der Landesregierung.

Erfordernisse der Beibehaltung

  • Die Beibehaltung der Staatsbürgerschaft wird für den Fall des Erwerbs einer fremden Staatsangehörigkeit bewilligt, wenn bei einem Minderjährigen (bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres) die Beibehaltung dem Kindeswohl entspricht; oder
  • bei einem/r StaatsbürgerIn durch Abstammung ein für die Beibehaltung besonders berücksichtigungswürdiger Grund im Privat- und Familienleben vorliegt; oder
  • bei einem/r StaatsbürgerIn durch Verleihung die Beibehaltung wegen der von ihm/r bereits erbrachten und von ihm/r noch zu erwartenden Leistungen oder aus einem besonders berücksichtigungswürdigen Grund im Interesse der Republik liegt.

Volljährige Personen (nach Vollendung des 18. Lebensjahres) müssen folgende Grundvoraussetzungen erfüllen:

  • keine rechtskräftige Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe und kein diesbezüglich anhängiges (Finanz-)Strafverfahren; und
  • keine wesentliche Beeinträchtigung der internationalen Beziehungen der Republik Österreich; und
  • bejahende Einstellung zur Republik Österreich; und
  • keine Gefahr für die öffentliche Ruhe, Ordnung und Sicherheit bzw. die in Art. 8 Abs. 2 EMRK genannten öffentlichen Interessen; und
  • keine Schädigung der Interessen der Republik Österreich aus den Beziehungen zum Ausland; und
  • bei Gegenseitigkeit Zustimmung des fremde Staats, dessen Staatsangehörigkeit man anstrebt, zur Beibehaltung.

Zu beachten ist:

  • Anträge können im Ausland auch bei der nach dem Wohnsitz zuständigen Berufsvertretungsbehörde (Botschaft oder Generalkonsulat) eingebracht werden.
  • Die Bewilligung wird vom zuständigen Amt der Landesregierung mit Bescheid ausgesprochen. Der Bescheid ist erst mit Übernahme rechtswirksam und ab diesem Zeitpunkt auf zwei Jahre befristet. Nur innerhalb dieses Zeitraums bewirkt der Erwerb der Staatsangehörigkeit jenes Staats, für die die Bewilligung erfolgt ist, nicht den Verlust der österreichischen Staatsbürgerschaft.
  • Detaillierte Informationen erhalten Sie beim zuständigen Amt der Landesregierung.