Anerkennung der Vaterschaft

Wird ein Kind (im Ausland) geboren, dessen Eltern nicht miteinander verheiratet sind oder ist der Ehemann nicht der Vater des Kindes, kann der leibliche Vater durch eine persönliche Erklärung die Vaterschaft anerkennen.

Die Vaterschaft wird durch persönliche Erklärung in einer inländischen (bzw. ausländischen) öffentlichen oder öffentlich-beglaubigten Urkunde anerkannt. Dazu muss der Vater bei der zuständigen Stelle im Inland oder bei der zuständigen österreichischen Vertretungsbehörde im Ausland (siehe unten) persönlich erscheinen und die Urkunde unterschreiben bzw. vorlegen. Wirksam wird das Anerkenntnis erst, wenn die Urkunde oder die beglaubigte Abschrift dem zuständigen Standesamt zukommt.

Die Mutter und das Kind werden von der Anerkennung der Vaterschaft benachrichtigt. Sie können innerhalb von zwei Jahren gegen das Anerkenntnis bei Gericht Widerspruch einlegen.

Die Anerkennung der Vaterschaft ist beispielsweise Voraussetzung für den Unterhalt oder das gesetzliche Erbrecht des Kindes.

Üblicherweise erfolgt die Anerkennung der Vaterschaft anlässlich der Anzeige der Geburt. Bei der freiwilligen Vaterschaftsanerkennung müssen keine Fristen beachtet werden. Der Zeitpunkt der Anerkennung kann jedoch Auswirkungen auf die Staatsbürgerschaft haben (vgl. auch Erwerb der Staatsbürgerschaft durch Abstammung). Die Anerkennung der Vaterschaft ist bereits vor der Geburt möglich.

siehe auch MAG ELF - Amt für Jugend und Familie

Im Inland:

Sie können sich an eine Personenstandsbehörde, einen Kinder- und Jugendhilfeträger, früher Jugendwohlfahrtsträger genannt, oder eine Notarin/einen Notar in ganz Österreich wenden. Wenn Sie die Anerkennung beim Bezirksgericht durchführen wollen, ist in der Regel jenes zuständig, in dessen Sprengel das Kind – oder bei Anerkenntnis vor der Geburt: die Mutter – den gewöhnlichen Aufenthalt hat. Sollte ein Pflegschaftsverfahren zum Zeitpunkt der Vaterschaftsanerkenntnis anhängig sein, ist das zur Führung der Pflegschaft berufene Bezirksgericht zuständig.

Seit dem 1. Februar 2013 ist es möglich, beim Standesamt zugleich die Vaterschaftsanerkennung, die Geburtsbeurkundung und die Obsorgeregelung zu erledigen.

Im Ausland:
Die österreichischen Vertretungsbehörden (Botschaft, Konsulat)

Für die Ausstellung des Vaterschaftsanerkenntnisses muss der Vater persönlich bei einer zuständigen Stelle im Inland oder der österreichischen Vertretungsbehörde im Ausland erscheinen und die Vaterschaft in einer inländischen öffentlichen oder öffentlich-beglaubigten Urkunde erklären bzw. durch eine ausländische Urkunde belegen.

Das Vaterschaftsanerkenntnis wird allerdings erst dann wirksam, wenn die Urkunde über diese Erklärung oder deren öffentlich beglaubigte Abschrift dem Standesamt des Geburtsortes des Kindes zukommt.

Das Anerkenntnis muss die genaue Bezeichnung des Anerkennenden, der Mutter und des Kindes, sofern es bereits geboren ist, enthalten.

Fremdsprachige Urkunden müssen im Original gemeinsam mit in Österreich beglaubigter Übersetzung vorgelegt werden.

Ob beglaubigte Übersetzungen aus anderen Staaten anerkannt werden, richtet sich nach den jeweiligen Verfahrensvorschriften. Zur Anerkennung der Dokumente kann beispielsweise eine Apostille erforderlich sein. Näheres dazu im Abschnitt Beglaubigung.

Muss eine fremdsprachige Urkunde im Original gemeinsam mit einer beglaubigten Übersetzung vorgelegt werden, darf die Übersetzung in der Regel nur von beeideten und gerichtlich zertifizierten DolmetscherInnen vorgenommen werden. Eine Liste der in Österreich beeideten und gerichtlich zertifizierten DolmetscherInnen finden Sie auf den Seiten des Bundesministeriums für Justiz. In diese Liste können sich auch DolmetscherInnen aus anderen EU-/EWR-Mitgliedstaaten eintragen lassen.