Schengenvisum

Am 28. April 1995 erfolgte der Beitritt Österreichs zum Schengener Abkommen.

Zu den Schengenländern gehören: Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Italien, Griechenland, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn sowie die Nicht-EU-Mitglieder Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein.

Die Zugehörigkeit zum Schengen-Raum hat für die Mitgliedsländer der Europäischen Union viele Vorteile. Mit dem Wegfall der Grenzkontrollen an den Binnengrenzen der Union geht nicht nur ein Mehr an Freiheit für die Bürgerinnen und Bürger, sondern auch an Sicherheit einher. Der Wegfall der Kontrollen an den Binnengrenzen wird durch effizientere und bessere Kontrollen an den Schengen-Außengrenzen sowie durch andere Maßnahmen an den Binnengrenzen, z.B. mobile Grenzraumüberwachung und stärkere Vernetzung der Polizeiarbeit, ausgeglichen.

Achtung:  Auch für Reisen innerhalb des Schengenraums ist die Mitnahme eines Reisedokumentes (Reisepass) notwendig. EWR Bürgern ist das Reisen auch mit einem gültigen Personalausweis gestattet.

Staatsangehörige der EU-Staaten, der EWR-Staaten und der Schweiz benötigen für die Einreise in die Republik Österreich kein Visum. Alle anderen Staatsangehörigen unterliegen bei der Einreise in den Schengenraum bzw. ins Bundesgebiet Österreich grundsätzlich der Visumspflicht. Für Besuchsaufenthalte (ohne Erwerbstätigkeit) bis zu 90 Tage je Zeitraum von 180 Tagen benötigen diese Personen daher ein Schengenvisum. Angehörige der Staaten, für die aufgrund bi- oder multilateraler Abkommen die Visapflicht aufgehoben wurde, sind visafrei, sofern sie sich max. 90 Tage in Österreich aufhalten und keine Erwerbstätigkeit ausüben.

Für Angehörige folgender Staaten gilt gem. Anhang 2 der Verordnung Nr. 539/2001 Visa-Freiheit (unverbindliche Angabe!):

AlbanienMacau
AndorraMalaysia
Antigua und BarbudaMalteser Ritterorden
ArgentinienMauritius
AustralienMazedonien
BahamasMexiko
BarbadosMoldau
Bosnien-HerzegowinaMonaco
BrasilienMontenegro
BruneiNeuseeland
BulgarienNicaragua
ChilePanama
Costa RicaParaguay
El SalvadorRumänien
Großbritannien u. NordirlandSan Marino
GuatemalaSerbien
Heiliger Stuhl Seychellen
HondurasSingapur
HongkongSt. Christoph und Nevis
IrlandTaiwan
IsraelUruguay
JapanVenezuela
KanadaVereinige Staaten v. Amerika
Korea, Republik (Süd)Vereinte Nationen
KroatienZypern

Seit dem 5. April 2010 bildet die Verordnung (EG) Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft (Visakodex) die in sämtlichen Schengen-Staaten unmittelbar geltende europarechtliche Grundlage für die Erteilung von Visa für die Durchreise durch das Schengen-Gebiet oder für kurzfristige Aufenthalte im Schengen-Gebiet von höchstens 90 Tagen je 180 Tagen.

Im Visakodex sind die Visumerteilungsvoraussetzungen normiert, deren Vorliegen im Rahmen des Visumverfahrens von der Auslandsvertretung geprüft werden müssen. Die zuständige Auslandsvertretung entscheidet über jeden Antrag individuell, wobei sämtliche Umstände des jeweiligen Einzelfalles einfließen.

Es besteht kein Rechtsanspruch auf Erteilung eines Schengen-Visums.
Das Vorliegen  der folgenden Visumerteilungsvoraussetzungen muss von der Auslandsvertretung bei jedem einzelnen Visumantragsteller positiv festgestellt werden:

  1. Plausibilität und Nachvollziehbarkeit des Reisezwecks nach Österreich
  2. Finanzierung der Lebenshaltungs- und Reisekosten aus eigenem Vermögen bzw.    Einkommen
  3. Bereitschaft des Visuminhabers, vor Gültigkeitsablauf des Visums wieder aus dem Schengen-Raum auszureisen,
  4. Vorlage einer für den gesamten Schengen-Raum und für die gesamte Aufenthaltsdauer gültigen Reisekrankenversicherung mit einer Mindestdeckungssumme von 30.000 Euro.

Ist der Nachweis einer eigenen Finanzierung nicht möglich, kann die Finanzierung durch Abgabe einer elektronischen Verpflichtungserklärung durch eine in Österreich wohnhafte Person nachgewiesen werden.

Details zu dieser Verpflichtungserklärung finden Sie auf der Website des Innenministeriums.

Personen, deren Einreise in den Schengen-Raum die Sicherheit oder die öffentliche Ordnung in den Schengen-Staaten gefährden würde oder die eine oder mehrere der oben genannten Erteilungsvoraussetzungen nicht erfüllen, erhalten kein Visum.

Schengenvisa sind grundsätzlich an der für den Wohnsitz des Antragstellers zuständigen Österreichischen Vertretungsbehörde zu beantragen. Sollte sich im Heimatland der Antragsteller keine Österreichische Vertretungsbehörde befinden, so kann ein Schengenvisum auch bei einer Österreich vertretenden Schengen-Botschaft beantragt werden.

Bitte beachten Sie, dass die vertretenden Schengenbotschaften die in Österreich abgegeben elektronische Verpflichtungserklärung eventuell nicht akzeptieren. Welche Form von Verpflichtungserklärung von den vertretenden Schengenbotschaften akzeptiert wird, ist bei diesen direkt zu erfragen.

Einreisetitel werden in Form von einheitlichen Visa ausgestellt, wobei zur Beantragung grundsätzlich die persönliche Vorsprache des Antragstellers in der Konsularabteilung der Vertretungsbehörde erforderlich ist. Visa können frühestens 3 Monate vor Reiseantritt bearbeitet werden, die Anträge sollten spätestens 3 Wochen vor Reiseantritt gestellt werden.

Eine Entscheidung des Visum-Antrages kann erst nach Bezahlung der Konsulargebühren  und vollständiger Vorlage aller von der Botschaft geforderten Unterlagen erfolgen.
Die Gebühr für den Antrag auf ein Visum mit einer Gültigkeitsdauer von bis zu 90 Tagen beträgt grundsätzlich € 60,-.

Für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren sowie Staatsangehörige von Russland, Armenien, Georgien, Kosovo und der Ukraine wird eine reduzierte Gebühr von € 35,- eingehoben. Die Bearbeitungsgebühr ist bei Antragstellung zu entrichten und wird auch im Falle einer Ablehnung nicht rückerstattet.

Das Visumantragsformular erhalten Reisende bei Antragstellung kostenlos von der jeweiligen Vertretungsbehörde. Die hier abrufbaren Formulare können ebenfalls bei der zuständigen Österreichischen Vertretungsbehörde eingereicht werden.

Wenn der Antragsteller nicht über ausreichende Eigenmittel zur Bestreitung des geplanten Aufenthaltes verfügt, so kann in Übereinstimmung mit dem Fremdenpolizeigesetz dem Antrag trotzdem entsprochen werden, wenn eine elektronische Verpflichtungserklärung durch einen Einlader, der seinen Hauptwohnsitz oder Sitz im Bundesgebiet haben muss, vorgelegt wird. Damit erklärt sich dieser bereit, für alle Kosten aufzukommen, die öffentlichen Rechtsträgern durch den Aufenthalt des Eingeladenen, auch wenn dieser über den Zeitraum der Einladung hinausgeht, entstehen könnten.

Die Abgabe der Verpflichtungserklärung (sog. Elektronische Verpflichtungserklärung - EVE) erfolgt bei den örtlich zuständigen Landespolizeidirektionen unter Vorlage entsprechender Nachweise der finanziellen Bonität (Einkommens- oder sonstige Vermögensnachweise, allfällige Mietverträge, sonstige Aufwendungen).

Sämtliche fremdsprachige Unterlagen sollten für eine zügige Bearbeitung zusätzlich mit deutscher oder englischer Übersetzung vorgelegt werden. Auf Grund des erhöhten Prüfaufwands bei nicht übersetzten Unterlagen, kann es zu einer Verzögerung bei der Bearbeitung des Antrags kommen. Übersetzungen sollten von einer der deutschen oder englischen Sprache mächtigen Person durchgeführt werden, da falsche oder ungenaue Übersetzungen zu Missverständnissen und schlimmstenfalls zur Ablehnung des Antrages führen können.

Grundsätzlich erforderlich sind:

  • Ein vollständig ausgefülltes und eigenhändig unterfertigtes Antragsformular
  • Passfoto gemäß den ICAO-Kriterien (Farbe, 35x45 mm)
  • Reisepass (muss mindesten 2 freie Seiten haben, nicht älter als 10 Jahre, Gültigkeit noch mindestens drei Monate länger als das beantragte Visum)
  • An ausgewählten Vertretungen werden bei Einreichung eines Antrags von jedem Antragsteller biometrische Daten (zehn Fingerabdrücke, bei flach aufgelegten Fingern aufgenommen und digital erfasst) abgenommen
  • Kopie vom Datenblatt des Reisepasses (jene Seite auf der sich das Lichtbild befindet)
  • gegebenenfalls: Kopien vorheriger Schengenvisa
  • Nachweis des Transportmittels (Reservierung ODER Buchung. Die Vorlage eines bezahlten Tickets wird NICHT verlangt)
  • Für Reisen mit dem Auto: Führerschein, grüne Versicherungskarte, Zulassungsschein
  • Reise-, Kranken- und Unfallversicherung (Deckungssumme mindestens € 30.000,- und Rückholung) für den Schengener Raum. Ausgenommen von dieser Verpflichtung sind Familienangehörge von EWR-Bürgern sowie Schweizer Bürgern die ihr Recht auf Freizügigkeit in Anspruch nehmen
  • Für Studenten: Studienbestätigung
  • Für Pensionisten: Nachweis der Pensionsbezugsberechtigung
  • Beglaubigte Vollmachtserklärung der Eltern für minderjährige Kinder, die ohne Begleitung der Eltern reisen

Zusätzlich sind noch weitere Unterlagen erforderlich:

1) für touristische Reisen:

  • Hotel- oder Pauschalreservierung
  • Nachweis über ausreichende finanzielle Mittel

2) für Geschäftsreisen:

  • von der Firma unterzeichnete Einladung der einladenden Firma auf Firmenpapier im Original (oder Firmenfax/Firmenmail an die Botschaft/Konsulat), aus welcher Reisezweck, Reisedaten, Name und Geburtsdatum sowie die Passnummer des Eingeladenen hervorgehen.
  • Beschäftigungsnachweis des Arbeitsgebers (bei Bedarf)
  • Für Selbständige: Firmenbuchauszug oder ähnliches
  • Falls der Antragsteller keinen Nachweis ausreichender eigener Mittel erbringen kann: achtstellige ID-Nummer der Elektronischen Verpflichtungserklärung. Erklärung: die Elektronische Verpflichtungserklärung ist durch den Einlader bei der für den Wohnsitz örtlich zuständigen Landespolizeidirektion zu unterfertigen.

3) für (private) Besuchsreisen:

  • Nachweis der wirtschaftlichen , familiären und sozialen Verwurzelung des Antragstellers im Heimatland
  • Schriftliche Einladung bzw.
  • falls der Antragsteller nicht über eigene ausreichende Mittel verfügt: achtstellige ID-Nummer der Elektronischen Verpflichtungserklärung. Erklärung: die Elektronische Verpflichtungserklärung ist durch den Einlader bei der für den Wohnsitz örtlich zuständigen Landespolizeidirektion zu unterfertigen.

4) Transitreisen:

  • Kopie des Anschlussvisums (falls erforderlich)
  • Kopie des Flug-, Bahntickets etc.

Für Details wenden Sie sich bitte an die jeweilige Österreichische Vertretungsbehörde.

Für die rechtlichen Grundlagen siehe die Webseite der Europäischen Union.

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