Kroatien

Grunderwerb in Kroatien durch österreichische StaatsbürgerInnen

Im Rahmen des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens mit der Europäischen Union ist in Kroatien seit dem 1. Februar 2009 eine vollständige Liberalisierung beim Immobilienerwerb eingetreten. ÖsterreicherInnen und andere UnionsbürgerInnen sind seither KroatenInnen beim Immobilienerwerb gleichgestellt. Davon ausgenommen bleiben landwirtschaftliche Flächen und Wälder sowie – wie auch bei KroatenInnen – Nationalparks und Naturreservate.

Im Zuge dieser Gleichberechtigung müssen Anträge zum Grunderwerb nun nicht mehr im kroatischen Justizministerium eingebracht werden, sondern können direkt ins Grundbuch des zuständigen Bezirksgerichts eingetragen werden. Auch für den Erwerb von Inseln (eigentlich des „Inselinneren“) durch UnionsbürgerInnen gelten diese Erleichterungen. Der entlang der Küstenlinie verlaufende 6m breite Landstreifen wird allerdings als „Seegut“ bezeichnet und ist als öffentliches Gut für jedermann zugänglich. Privatpersonen können darauf lediglich Konzessionen erwerben. Konzessionen bis zu 30 Jahren muss die Regierung genehmigen, darüber hinaus das Parlament.

Auf Baugrundstücken kann ein Bau nur errichtet werden, wenn das Grundstück für den Bauherrn rechtlich einwandfrei im Grundbuch eingetragen ist und die erforderliche Baugenehmigung vorliegt. In Umweltschutzgebieten, Küstenzonen, Waldgebieten sowie auf Agrarflächen sind Bauten verboten. Potentiellen KäuferInnen wird daher unbedingt geraten, bereits vor dem Kauf eines Grundstückes durch rechtlichen Beistand klären zu lassen, ob der Katasterauszug mit dem Flächenwidmungsplan übereinstimmt und eine Baugenehmigung vorliegt. Im Zweifelsfall kann eine offizielle Bestätigung beim Ministerium für Umweltschutz, Raumplanung und Bauwesen der Republik Kroatien eingeholt werden. Auch schriftliche „Baugenehmigungen“ von Immobilienmaklern sollten unbedingt durch rechtlichen Beistand geprüft werden. Vorsicht ist bei diesbezüglichen mündlichen Versprechungen lokaler Beamter geboten. Denn die zuständigen kroatischen Behörden verfügen über Bauten, die unter Missachtung dieser Voraussetzungen errichtet worden sind, in der Regel den Abriss. Baugenehmigungen auf Inseln können nur erteilt werden, wenn für das „Inselinnere“ ein Raumordnungsplan der zuständigen Gemeinde besteht, der das betreffende Grundstück als Baugrund ausweist. Wenn es sich um Grundstücke handelt, die als Wald oder Weideland, also als landwirtschaftlicher Grund eingetragen sind, wird die Genehmigung nicht erteilt.

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die kroatischen Behörden die Nutzung von Ferienwohnungen und -häusern ausländischer EigentümerInnen verschärft kontrollieren. Bei entgeltlicher Vermietung ohne Nachweis einer kroatischen Gewerbeberechtigung werden Geldstrafen in der gleichen Höhe wie für kroatische „SchwarzvermieterInnen“ verhängt. TouristInnen, die in illegal vermieteten Objekten angetroffen werden, müssen ihrerseits mit der Delogierung rechnen.