Verhalten im Krisenfall

Hier finden Sie Empfehlungen,

  • wie Sie durch eine gute Vorbereitung auf ihre Reise einen Krisenfall vermeiden,
  • wie Sie sich im konkreten Krisenfall (Katastrophen, politische Unruhen, individuelle Probleme) am besten verhalten,
  • und nützliche Hinweise zu einer möglichen Evakuierung.

Sicherheit beginnt mit der Vorbereitung:

  • Informieren Sie sich über lokale Gesetze, Gebräuche und die Lage vor Ort.
  • Informieren Sie Ihr Umfeld (Familie, Freunde, Kollegen) über Ihren Aufenthalt.
  • Hinterlassen Sie Ihre Daten an der österreichischen Vertretungsbehörde (Reiseregistrierung.at).
  • Prüfen Sie, ob Ihre Reisedokumente und Aufenthaltsberechtigungen in Ordnung und Ihre Impfungen aktuell sind.
  • Kontrollieren Sie ihre Finanzen und Ihren Versicherungsschutz. Hinterlegen Sie bei der Versicherung eine Aufstellung Ihrer Wertgegenstände.
  • Besorgen Sie Vorräte an Lebensmitteln und Trinkwasser für zwei Wochen, Brenn- und Treibstoffe, Taschenlampe, Radio, Ersatzbatterien, Medikamente, Bargeld auch in konvertibler Währung und zum Teil in kleinen Noten.
  • Bereiten Sie sich innerlich auf einen möglichen Krisenfall vor. Als mündiger Bürger entscheiden und handeln Sie unabhängig und in eigener Verantwortung.

Im konkreten Krisenfall (z.B. Katastrophen, politische Unruhen):

  • Hören Sie regelmäßig vertrauenswürdige Nachrichten.
  • Begeben Sie sich nicht in gefährdete Gebiete. Folgen Sie den Anweisungen der Behörden.
  • Wenden Sie sich an die nächste österreichische Vertretungsbehörde (Botschaft, Konsulat, Honorarkonsulat) und hinterlassen Sie Ihre Daten. Wo eine solche nicht vorhanden ist, haben Sie das Recht sich an die Vertretungsbehörden eines EU-Landes wenden. Die Botschaft ist bemüht über die Lage, Sammelpunkte und Ausreisemöglichkeiten zu informieren.
  • Kontaktieren Sie Ihren Arbeitgeber, ihre entsendende Organisation oder Ihren Reiseveranstalter. Halten Sie mit Landsleuten oder Angehörigen befreundeter Nationen Kontakt. Überlegen Sie, ob Sie sich für Gemeinschaftsaufgaben (Wach- und Ordnungsdienst, Telefondienst, Transportdienst, etc.) zur Verfügung stellen können.
  • Halten Sie Ausrüstung für ein Notquartier bereit und bereiten Sie die eventuell notwendigen Auslagerung von Hausrat etc. und die Ausreise von Familienangehörigen vor.
  • Erkunden Sie die Verkehrsverbindungen (Transportmittel, Land- und Wasserwege) zur Vertretungsbehörde oder zu bezeichneten Sammelpunkten für den Fall einer Blockierung der öffentlichen Verkehrseinrichtungen.
  • Bereiten Sie das Notwendigste für eine rasche Abreise vor (Pässe, Unterlagen, Bargeld, Medikamente, Mobiltelefon, Radio, Kleidung, Hygieneartikel, Taschenlampe). Bei einer Evakuierung kann oft nur beschränkt und selbst tragbares Gepäck mitgenommen werden. Überprüfen Sie die Fahrtüchtigkeit ihrer Kraftfahrzeuge.
  • Erfüllen Sie lokale Pflichten von deren Erfüllung eine Ausreise abhängen kann (Begleichung allfälliger Schulden oder Steuern, Registrierung, etc.).

Bei individuellen Problemen:

Die österreichischen Vertretungsbehörden sind auch für Sie da wenn

  • Sie den Pass verloren haben.
  • Sie finanzielle Hilfe in einer unverschuldeten Notlage benötigen. Hier wird geklärt, wie Ihnen bei der Beschaffung von Eigenmitteln geholfen werden kann.
  • Sie schwer erkrankt sind oder einen schweren Unfall hatten. Die Vertretung kann Angehörige in Österreich benachrichtigen und einen lokalen Arzt oder Anwalt empfehlen.
  • Sie verhaftet oder in Ihrer Freiheit beschränkt wurden. Verlangen Sie sofort, dass die zuständige Vertretungsbehörde verständigt wird.

Evakuierung:

  • Die Teilnahme an Evakuierungsmaßnahmen oder die sonstige Inanspruchnahme der Dienste einer Vertretungsbehörde erfolgt freiwillig und nur auf Ihren ausdrücklichen Wunsch.
  • Die Kosten einer Evakuierung müssen von Ihnen selbst getragen werden. Personen, die zur sofortigen Finanzierung Ihrer Evakuierung nicht in der Lage sind, können diese Kosten (nicht jedoch jene für den Transport von Übersiedlungsgut) gegen Verpflichtung zur Rückzahlung als Darlehen erhalten.
  • Die Republik Österreich übernimmt nicht das Evakuierungsrisiko bzw. den Ausgleich von Gesundheits- und Vermögensschäden als Folge einer Krise oder der damit verbundenen Evakuierung.

Die Vertretungsbehörde hält Schutzbriefe und Österreich-Vignetten für Häuser und Kraftfahrzeuge bereit, um sich im Krisenfall leichter als Österreicher ausweisen zu können. Die rechtzeitige Beschaffung dieser Schutzpapiere wird empfohlen.