Passverlust

Von der Verwendung eines einmal als verloren bzw. gestohlen gemeldeten Reisepasses im Falle der Wiederauffindung wird dringend abgeraten. Gestohlen oder verloren gemeldete Reisedokumente werden zur Fahndung ausgeschrieben und auch im Falle eines Widerrufes der Ausschreibung kann es zu Schwierigkeiten/Einreiseverweigerungen führen.

Leider kommt es im Ausland immer wieder zu Reisepassverlust. Diese Situation stellt den Reisenden im Einzelfall vor große Probleme, da die Ausstellung eines Notreisepasses durch die österreichische Vertretungsbehörde nicht immer so schnell erfolgen kann, wie man es sich wünscht. Oft passiert ein Verlust durch Missgeschick, manchmal auch infolge Fremdverschuldens, z.B. durch einen Raubüberfall. Die österreichische Vertretungsbehörde ist grundsätzlich bemüht, so rasch wie möglich Hilfestellung zu leisten und braucht dafür auch die Kooperation der Partei.

In vielen Ländern (z.B. EU) reicht bei Passverlust auch ein gültiger Personalausweis, um problemlos die Rückreise nach Österreich antreten zu können. In anderen Ländern, insbesondere außerhalb Europas, gilt nur ein gültiger Reisepass in Verbindung mit einer Verlust- oder Diebstahlsanzeige, um problemlos am Flughafen einchecken bzw. die Ausreise antreten zu können. In dringenden Fällen haben die österreichischen Berufsvertretungsbehörden (Botschaften, Generalkonsulate) im Ausland die Befugnis, gewöhnliche Reisepässe für bestimmte Anlassfälle, sogenannte Notreisepässe, auszustellen. Diese Reisepässe dürfen nur für den Zweck der Heimreise ausgestellt werden.

Sollte ein Urlaubs- oder Geschäftsreiseziel in einem Land liegen, in dem es keine österreichische Vertretungsbehörde gibt, so kann über eine EU-Botschaft im Verlustfall auch ein EU-Rückkehrausweis ("Emergency Travel Document" = ETD) ausgestellt werden. Dieses ermöglicht in der Regel auch die direkte Heimreise nach Österreich. Zu beachten ist aber, dass die Ausstellung eines ETD unter Umständen auch längere Zeit in Anspruch nehmen kann. Grundsätzlich sollte daher mit der nächsten österreichischen Vertretungsbehörde direkt Kontakt aufgenommen werden. Zur rascheren Abwicklung werden für Reisende, insbesondere ins EU-Ausland, die unten angeführten Maßnahmen empfohlen:

  • Fotokopien des Reisepasses (Datenseite) und der wichtigsten Dokumente anfertigen und getrennt von den originalen Dokumenten mitführen (oder auf einem virtuellen Datenspeicher im Internet abspeichern). Hinweis: Nach Einreise sollte auch der Einreisestempel im Reisepass kopiert werden! Damit wird oft erst eine nachträgliche Besorgung des Einreisestempels ermöglicht.
  • Telefonnummer und Adresse der nächstgelegenen österreichischen Vertretung aufbewahren. Die österreichischen Berufsvertretungen (Botschaften, Generalkonsulate) sind im Notfall auch über einen 24-Stunden-Bereitschaftsdienst erreichbar.
  • mindestens zwei aktuelle Passfotos für die Reise mitnehmen und zusammen mit den übrigen Kopien aufbewahren.
  • Verlust- oder Diebstahlsanzeige einholen
  • die nächste österreichische Vertretungsbehörde kontaktieren und Passantrag zusammen mit den erforderlichen Unterlagen und den Fotos abgeben. Hinweis: es kann hilfreich sein, der Vertretungsbehörde bereits vor der persönlichen Vorsprache per E-Mail die wichtigsten Unterlagen, z.B. alte Passkopie und Foto, zu übermitteln
  • die Botschaft/das Generalkonsulat wird nach Abwicklung der erforderlichen Behördenwege (z.B. Rückfrage im Inland) den Notreisepass ausstellen und der Partei übergeben oder über ein Honorarkonsulat zusenden
  • ausgefülltes Antragsformular/Antragsformular für Minderjährige Hinweis: Formulare auch bei den Vertretungsbehörden erhältlich
  • 1 Passbild (Hochformat 35 x 45 mm) nicht älter als sechs Monate nach bestimmten Passbildkriterien
  • amtlicher Lichtbildausweis (Personalausweis, Führerschein, Dienstausweis etc.), Passkopie oder ein/e Identitätszeuge/in mit amtlichen Lichtbildausweis, damit die Identität geprüft werden kann.

Die Ausstellung eines Notreisepasses kostet weltweit € 76,- (gültig für maximal 1 Jahr)