Kulturelle Veranstaltungen 2008
Das Kulturelle Arbeitsprogramm für das Jahr 2008 wird in seinen grundsätzlichen Zielsetzungen und Ausrichtungen fortgesetzt. Auch die bisherige Arbeitsweise (direkte Vernetzung von KünstlerInnen und ExpertInnen aus den jeweiligen Kunstsparten sowie kontinuierlicher Ausbau der Kooperation mit Universitäten und Hochschulen statt „showcasing“) wird grundsätzlich beibehalten, durch die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele im August 2008 ist in Beijing im ganzjährigen Kulturbetrieb der chinesischen Hauptstadt mit Änderungen zu rechnen. Deshalb wird eine Ausweitung der kulturellen Tätigkeiten auf Städte und Regionen abseits der bereits ausgetretenen Kulturpfade angestrebt.
Bereits im Vorjahr zeichnete sich ab, dass für Kulturveranstaltungen, die in Beijing 2008 geplant werden, andere Parameter gelten, so müssen alle in diesem Jahr in der Hauptstadt durchgeführten Projekte einen eindeutigen Olympiabezug aufweisen. Die „Kulturolympiade“ flankiert mit chinesischen und internationalen kulturellen Veranstaltungen die Olympischen Sommerspiele 2008 in Beijing. Zu den wichtigsten Projekten zählt „Synthetic Times“ – eine Multimedia-Ausstellung im National Art Museum of China im Juni und Juli und die 3. Beijing Internationale Kunstbiennale (BIAB) im September 2008.
Dennoch bleiben vor dem Hintergrund der Situation in Beijing die grundsätzlichen Zielsetzungen des Kulturforums, die sich auf ganz China beziehen, unverändert. Auch weiterhin wird
• die Förderung eines modernen, zeitgenössischen Musikrepertoires beibehalten, das neben der beliebten Klassik vermehrt die Musikgattungen Jazz, Elektronische Musik aber auch zeitgenössische Klassische Musik enthalten soll, die in China noch nicht kommerziell abgewickelt werden können.
• die Förderung von Beteiligungen an Festivals, Messen und Biennalen in den Sparten Bildende Kunst, Neue Medien, Videokunst und Design sowie Musik fortgeführt, da sich diese Veranstaltungsformate als zuverlässig erwiesen haben.
• die Förderung der universitären Kooperation zur Ausrichtung von Vortragsreisen, Symposien und Konferenzen mit österreichischer Beteiligung fortgesetzt.Für die konkrete Kulturarbeit in der VR China 2008 bedeutet dies, dass 2008 in der Programmplanung auf die Bedingungen in der Hauptstadt Beijing als Austragungsort der Olympischen Sommerspiele eingegangen werden muss, die Zusammenarbeit auf Provinzebene oder in den Städten jedoch davon unbeeinflusst fortgesetzt wird. Um die eingangs skizzierten Ziele des Kulturellen Arbeitsprogramms 2008 erfolgreich umsetzen zu können wird bei der Zusammenarbeit bewährten chinesischen Partnern und Institutionen der Vorzug gegeben, wobei ein eindeutiger Österreich-Bezug für eine stärkere Identifizierung mit den Projektinhalten sorgt und damit den Erfolg maßgeblich beeinflusst.
Nachstehend nach Sparten gegliedert einige der Aktivitäten des Kulturforums im Jahr 2008:
Im Bereich der Musik wird die Kooperation mit den chinesischen Musikkonservatorien fortgesetzt. Der von Professor YE Xiaogang am Zentralen Musikkonservatorium in Beijing nach dem Vorbild von „Wien Modern“ ins Leben gerufene „Beijing Modern Music Festival“, an dem 2007 das Ensemble „die Reihe“ erfolgreich mitwirkte, wird auch 2008 fortgeführt. Darüber hinaus ist für das Haydnjahr 2009 eine Auftragskomposition in Vorbereitung. Im Herbst ist das Zentrale Musikkonservatorium Austragungsort des Festivals für Elektronische Musik „musicacoustica“, das traditionell eine starke österreichischen Präsenz aufweist. Für den im Mai 2008 stattfindenden „Nine Gates Jazzfestivals“ in Beijing sind Auftritte österreichischer Jazzmusiker in Vorbereitung. Das Klavier/Cello Duo Friedrich Kleinhapl & Andreas Woyke wird in Chinas Städten gastieren, wie auch das österreichische Klarinetten-Ensemble „Woodwind“ und das Jazzquartett von Michaela Rabitsch & Robert Pawlik. Gemeinsam mit dem Sichuan Conservatory of Music in Chengdu wird ein Workshop für Chor und Gesang organisiert.
Im Bereich der Bildenden Kunst werden weiterhin österreichische Beteiligungen an Festivals, Biennalen und Messen gefördert, darunter der CIGE 2008 - „China International Gallery Exposition“ (Mai 2008), der „Art Beijing“ und der 3. BIAB – „Beijing International Art Biennale“(beide September 2008). Das National Art Museum of China (NAMOC) ist 2008 nicht nur Ausstellungsort für die von Österreich und China ko-kuratierte Schau zeitgenössischer chinesischer Gegenwartskunst (April), die derzeit noch im MUMOK in Wien zu sehen ist, sondern wird auch in der bislang größten Multimedia-Ausstellung Chinas mit dem Titel „Synthetic Times“ ab Juni österreichische Beiträge von Kurt Hentschläger, Herwig Weiser und der ARS Electronica präsentieren. Auch das Dashanzi-Kunstviertel bleibt ein für KünsterInnen spannendes Umfeld, wenngleich die Zukunft dieses Beijinger Kunstareals im Olympiajahr und darüber hinaus nicht vorausgesagt werden kann. Auf Initiative des Kulturforums besteht seit Jänner 2008 auch in Beijing für österreichische KünstlerInnen die Möglichkeit eines bis zu dreimonatigen Atelieraufenthalts im Rahmen des vom BMUKK finanzierten artists in residence Programms.
Neben Teilnahmen an Fotoausstellungen, die chinaweit veranstaltet werden, ist ein österreichischer Filmbetrag anlässlich der von Frankreich organisierten „Semaine de la francophonie“ (14.-24.März) in Vorbereitung. Im Rahmen der von Österreich und der Schweiz gemeinsam durchgeführten Veranstaltungen anlässlich der EURO 2008 soll die eignes dafür produzierte „Kurzfilmrolle“ auch in Beijing zum Einsatz kommen.
Den Bereichen Literatur und Darstellende Kunst inklusive Tanz wird auch 2008 besondere Aufmerksamkeit zuteil. Unterstützt vom Kulturforum konnten in den vergangenen Jahren Symposien und Konferenzen zu Österreich-Themen organisiert werden und durch Bücherankäufe österreichischer Literatur ein breiteres Wirkungsfeld eingeräumt werden. Derzeit ist eine fünfbändige Ausgabe in chinesischer Sprache der Werke von Peter Handke durch den Germanisten HAN Ruixiang in Bearbeitung, Durch die vom Kulturforum aktiv betrieben Vernetzung von ausgezeichneten Germanisten und Übersetzern mit Verlagshäusern in China kann die Qualität von Übersetzungen österreichischer Literatur in die chinesischen Sprache positiv beeinflusst werden.
