Kulturelle Veranstaltungen 2006
Mit der Ausstellung "Neue abstrakte Malerei aus Österreich" (April - Oktober) konnte an den Erfolg der Max-Weiler Ausstellung in der Chinesischen Nationalgalerie von 1998 angeschlossen werden und erstmals einer breiten Öffentlichkeit, die in China nach wie vor noch wenig zugängliche Thematik der Gegenstandslose Malerei näher gebracht werden. Nach Maria Lassnigs Teilnahme an der 1. Pekinger Biennale 2003, waren an der 2. Kunstbiennale in Peking (September 2005) bereits vier ÖsterreichInnen erfolgreich vertreten. Besondere internationale Aufmerksamkeit wird der 3. Biennale im Herbst 2008 - nicht zuletzt durch die gleichzeitige Abhaltung der Olympischen Spiele in Peking - zuteil werden.
Bildende Kunst aus Österreich wird auch 2006 weiterhin zu den Schwerpunkten des Kulturforums in seiner Auslandskulturarbeit zählen. Das nach wie vor expandierende Künstler-Viertel von Dashanzi rund um die teilweise stillgelegte "798 Factory" im Nordosten Pekings gewinnt als Veranstaltungsort für viele ausländische Künstler und Veranstalter immer mehr an Bedeutung und entwickelt sich zum Treffpunkt für Kunstinteressierte aus ganz China. Anknüpfend an die 2005 in China präsentierten Arbeiten von Gunter Damisch, nimmt das Kulturforum eine Ausstellung des chinesischstämmigen Damisch-Schülers CHEN Xi für Herbst 2006 in Aussicht.
Angeregt durch den großen Erfolg der österreichischen Ausstellung in der Chinesischen Nationalgalerie wurde bereits - ausgehend von einer Initiative Österreichs die Planung für eine große Ausstellung über Chinesische Gegenwartskunst 2007 in Österreich (Wien, Graz) in Angriff genommen.
Dem Themenbereich Architektur und Design wird vom Kulturforum auch 2006 angesichts der rasanten Veränderungen im Vorfeld der Olympischen Spiele in Peking 2008, die spannende Diskussionen über architektonische Entwicklungen in der Hauptstadt nach sich ziehen, mit der von Hans Hollein kuratierten Ausstellung über Architektur aus Österreich, die ab Juli wiederum im National Art Museum of China (NAMOC) gezeigt wird - Rechnung getragen. Parallel dazu wird ein die Ausstellung begleitendes Symposium in Zusammenarbeit mit dem Architekturzentrum Wien vorbereitet.
Der Bereich Österreichischer Literatur erhielt durch die Verleihung des Nobelpreises für Literatur 2004 an Elfriede Jelinek erwartungsgemäß in der VR China vor allem starken kommerziellen Auftrieb. Durch die Organisation der Lesereise des österreichischen Schriftstellers Wolf Haas im Dezember 2005 konnte nicht nur die Zusammenarbeit mit den drei österreichischen Lektoren (Peking, Shanghai, Chengdu) intensiviert werden, sondern auch der direkte Kontakt zu den chinesischen Hochschulen verbessert werden. Nachdem die Chinesische Forschungsgesellschaft 2005 ihre Jahrestagung dem Thema "Österreichische Moderne" gewidmet hatte, wird für 2006 Ingeborg Bachmann im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen, deren Geburtstag sich zum 80. Mal jährt. Gemeinsam mit dem Volksliteraturverlag wird eine Auswahl/Ausschnitte aus Ingeborg Bachmanns Erzählungen und Hörspielen in einem Sammelband in chinesischer Sprache erscheinen. Begleitet wird diese Publikation von einem Fachsymposium, das sich den sprachlichen Besonderheiten der Österreicherin widmen wird.
Im Bereich Darstellende Kunst und Theater wird 2006 dem Werk von Thomas Bernhard besondere Aufmerksamkeit zuteil. Eines seiner Theaterstücke bzw. Ausschnitte aus seinen Aufführungen sollen 2006 in einer chinesischen Fassung in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Regisseur und Dramaturgen Zhang Guangtian, dessen Stück "Konfuzius, der Weise" erfolgreich im Rahmen des Wiener Festwochen im Museumsquartier gezeigt wurde, aufgeführt werden.
Mit dem zur Zeit vom Kulturforum als Vorschlag ventilierten Projekt eines EU-Film Pavillons, d.h. der gemeinsamen Teilnahme möglichst aller EU-Mitgliedstaaten am Shanghai International Film & TV Festival im Juni 2006 soll anlässlich der Ratspräsidentschaft Österreichs im 1. Halbjahr auch im außereuropäischen Raum die Präsenz Österreichs im Kultur- und Bildungsbereich hervorgehoben werden.
Der Bereich Musik, der 2005 durch einen gemeinsamen Konzertauftritt der Länder Mitteleuropas um zeitgenössische Elemente ergänzt wurde, wird im Mozartjahr 2006 in der VR China erwartungsgemäß durch zahlreiche Auftritte österreichischer Orchester mit entsprechendem Repertoire gekennzeichnet sein. Als Auftakt zum Mozartjahr in China wird am 22. Jänner ein Konzertabend der etwas anderen Art (Dominik Hellsberg, Violine und Maria Radutu, Klavier, Gastauftritt Lang Lang) veranstaltet, gefolgt von einem Konzert der beiden Musiker am 26. Jänner im Konzerthaus der Volksbefreiungsarmee in Peking. Neben Konzerten des Mozarteum Orchesters Salzburg und der Chinatournee der Wiener Sängerknaben im Oktober, werden für den Zeitraum Herbst 2006 Auftrittsmöglichkeiten der Kammeroper mit einem frühen Mozartwerk bzw. Singspiel bzw. Auftrittsmöglichkeiten des Kammerorchesters geprüft. Darüber hinaus gastieren österreichische Kammermusikensembles in verschiedenen Städten Chinas.
Vom Kulturforum wird bei allen Kulturveranstaltungen im Amtsbereich und insbesondere bei Aufführungen Klassischer Musik aus Österreich mit Schwerpunkt Mozart im kommenden Jahr auf eine differenzierte Präsentation Wert gelegt. Durch ergänzende oder die Veranstaltung begleitende Dokumentationen (Wanderausstellung "Auf Mozarts Spuren") aber auch Ausstellungen soll dem chinesischen Publikum der über den musikalischen Aspekt hinaus großteils unbekannte historische Kontext des Wirkens des Komponisten näher gebracht werden, ebenso wie die Inspiration, die Mozart auf andere Kunstsparten und Künstler ausübt.
Diese Form der gebündelten Präsentation österreichischer Kulturaktivitäten soll auch zur Schaffung von Momenten der Aufmerksamkeit in der VR China zum Thema Sigmund Freud und seiner Leistungen eingesetzt werden. Für Anfang Mai wird vom Kulturforum die Veranstaltung eines Symposiums mit österreichischen und chinesischen Vertretern aus Psychologie, Medizin und den Geisteswissenschaften an einer chinesischen Hochschule vorbereitet.
