Gustav Klimt 2012 - 150. Geburtstag des Malers
Gustav Klimt (1862-1918)
Gustav Klimt (* 14. Juli 1862 in Baumgarten bei Wien; † 6. Februar 1918 in Wien-Neubau) war ein bedeutender österreichischer Maler und einer der berühmtesten Vertreter des Wiener Jugendstils, auch Wiener Secession genannt.
Gustav Klimt war der Sohn des aus Böhmen stammenden Goldgraveurs Ernst Klimt d. Ä. und der Anna Rosalia Finster. Er wurde als zweites von sieben Kindern in der damaligen Wiener Vorstadt geboren. Seine Brüder Ernst Klimt d. J. und Georg Klimt waren ebenfalls Künstler.
Klimt sollte erst den Beruf des Vaters erlernen, erhielt jedoch ein Stipendium, sodass er zwischen 1876 und 1883 an der Wiener Kunstgewerbeschule des k.k. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie bei Ferdinand Laufberger, Victor Berger und Michael Rieser studieren konnte.
Von 1883 bis 1892 bildete er mit seinem Bruder Ernst und Franz Matsch eine als Compagnie geführte Ateliergemeinschaft, die unter anderem Vorhang- und Deckengemälde für die Theater in Reichenberg, Karlsbad, Fiume, Deckengemälde in der Wiener Hermesvilla, die Zwickel- und Interkolumnienbilder im Stiegenhaus des Kunsthistorischen Museums und die Deckenfresken in den beiden Stiegenhäusern des Burgtheaters produzierte.
1890 erhielt Klimt den Kaiserpreis als Anerkennung für ein Bild der Innenansicht des danach abgerissenen alten Burgtheaters in Wien. Er wurde 1891 Mitglied des Wiener Künstlerhauses. Am 24. Mai 1897 trat er dort aus und gehörte zu den Gründern der Wiener Secession, deren erster Präsident er von 1897 bis 1899 wurde. Für deren Zeitschrift Ver Sacrum lieferte er zahlreiche Bildvorlagen und vereinzelt Illustrationen.
Im Jahr 1900 erreichte sein Gemälde Philosophie eine Goldmedaille auf der Pariser Weltausstellung, wurde jedoch als Fakultätsbild für den großen Festsaal der Universität Wien vom Kollegium abgelehnt. 1902 schuf er den Beethovenfries für den linken Seitensaal des Wiener Secessionsgebäudes (mit Beethovenstatue Klingers). 1905 trat Klimt mit einer Gruppe anderer Künstler, unter anderem Carl Moll, aus der Secession aus, weil ihm einige Malerkollegen einen zu „naturalistischen“ Stil verfolgten, unter anderem Josef Engelhart. Seine Bilder wurden aus dem Secessionsgebäude entfernt. 1908 hatte die aus der Secession ausgetretene Klimt-Gruppe ihre erste Ausstellung.
Eine enge Freundschaft verband Klimt mit den Gründern der Wiener Werkstätte Josef Hoffmann und Koloman Moser. 1904 wurde Josef Hoffmann mit dem Entwurf eines Stadtpalais für den belgischen Großindustriellen Adolphe Stoclet in Brüssel betraut. Gustav Klimt wurde in diesem Rahmen mit einem in der Wiener Werkstätte auszuführendem Fries (sog. Stoclet-Fries) für den Speisesaal des Palais beauftragt. Seine Arbeit dürfte der Künstler 1905 durch die Anfertigung von Werkzeichnungen (heutiger Aufbewahrungsort: Museum für angewandte Kunst) begonnen haben.
Zahlreiche Ausstellungen im Ausland zeugen von Klimts Bedeutung im damaligen Kunstbetrieb. Er stellte 1908 in Prag und Dresden aus, 1909 in München, 1910 in Venedig an der IX. Biennale, 1911 in Rom, 1912 wieder in Dresden, 1913 in Budapest, München und Mannheim sowie 1916 an der Ausstellung des Bundes Österreichischer Künstler in Berlin mit Schiele und Kokoschka.
Von 1900 bis 1916 war Gustav Klimt vorwiegend am Attersee auf Sommerfrische. Hier entstand der größte Teil seiner Landschaftsgemälde. Im Jahr 1917 wurde Klimt Ehrenmitglied der Akademie der bildenden Künste Wien und der Münchner Akademie.*
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