Internationale Kooperation
Der kulturelle Austausch zwischen Österreich und Italien kann nicht losgelöst und isoliert von anderen kulturellen Entwicklungen, Strömungen und Initiativen in Europa gesehen werden. Folglich arbeitet das Österreichischen Kulturforum in Mailand traditionell eng mit Kulturinstituten anderer europäischer Länder zusammen und führt mit diesen gemeinsame Projekte durch.
Bereits im Jahr 1997 wurde die Vereinigung der Europäischen Kulturinstitute in Mailand - AICEM in ihrer italienischen Abkürzung - gegründet, die neben dem Österreichischen Kulturforum das Centre Culturel Français, das Schweizerische Kulturzentrum, das Institut Cervantes, den British Council und das Goethe-Institut umfasste. Insbesondere im Gefolge der EU-Erweiterung 2004 traten einige diplomatische Vertretungen der neu beigetretenen, aber auch einiger "alter" EU-Mitgliedsstaaten als Beobachter bei und nahmen in der Folge an einer Reihe gemeinsamer Projekte teil. Von Anbeginn ihrer Tätigkeit entwickelte AICEM eine breite Palette gemeinsamer Veranstaltungen im Bereich der zeitgenössischen Kunst und Kultur, etwa die gemeinsame Teilnahme an europäischen Initiativen wie dem Performing Arts Festival UOVO, der Musikreihe Eurotribu oder dem Festival Techné. Renommierte italienische Partner wie das Piccolo Teatro (Zyklus "Dichter des 20. Jahrhunderts", 2008 erstmals "Großes Theater der Poesie") und die Società del Quartetto (Zyklus "Junges Europa in der Musik") stellen jedes Jahr gemeinsam mit AICEM junge Talente aus der Welt der Literatur und Musik vor. Im Juni 2007 wurde erstmals ein von AICEM organisiertes Musikfestival mit Musikgruppen aus den Mitgliedsländern im Innenhof des Palazzo Stelline veranstaltet, eine Initiative, die in den folgenden Jahren wiederholt werden wurde.
Am 1. Jänner 2006 übernahm das Österreichische Kulturforum Mailand den Vorsitz von AICEM. Am 1. April 2008 wurde die Vereinigung der europäischen Kulturinstitute in Mailand mehr als 11 Jahre nach ihrer Gründung in einen Cluster des Netzwerkes EUNIC umgewandelt, womit einer Entwicklung innerhalb der Europäischen Union Rechnung getragen wurde: EUNIC ist die Vereinigung der nationalen Kulturinstitute in der EU, die sowohl auf Ebene der Zentralstellen besteht als auch in mittlerweile mehr als 25 Städten weltweit auf Ebene der dort ansässigen Kulturinstitute. In Mailand wurde der erste EUNIC Cluster in Italien ins Leben gerufen. Den Vorsitz führte das Österreichische Kulturforum bis zum August 2008, danach übernahm ihn das Goethe-Institut. Weitere Mitglieder von EUNIC sind das Goethe-Institut, das Centre Culturel Français und das Cervantes Institut. Über einen Beobachterstatus, der die gleichberechtigte Teilnahme an gemeinsamen Projekten ermöglicht, verfügen darüber hinaus das Schweizer Kulturinstitut, der British Council, das polnische Generalkonsulat und das niederländische Generalkonsulat. Ziel von EUNIC ist der Aufbau dauerhafter Partnerschaften und Netzwerke zwischen nationalen Kulturinstituten im Hinblick auf die Förderung der kulturellen Vielfalt und die Verbesserung des Verständnisses innerhalb der Gesellschaften Europas auf. Des Weiteren werden der internationale Dialog und die kulturelle Zusammenarbeit mit Ländern außerhalb Europas gefestigt. Erstes gemeinsames Projekt des EUNIC Clusters Milano war die Durchführung eines gemeinsamen Musikfestes am 19. Juni 2008 in Mailand, mit Unterstützung und Beteiligung der Provinz Mailand. Im Jahr 2009 wurde der Zyklus "Giovane Europa in Musica" mit den "Serate Musicali" als neue Partnerorganisation fortgeführt.
Neben seinen Aktivitäten im Rahmen von AICEM bzw. EUNIC arbeitet das Österreichische Kulturforum in Mailand im Rahmen der "Plattform Kultur - Mitteleuropa" traditionell eng mit den diplomatischen Vertretungen bzw. Konsulaten Polens, der Slowakei, Sloweniens, der Tschechischen Republik und Ungarns, die für Norditalien zuständig sind, zusammen. Gemeinsam mit den Partnern aus Mitteleuropa wurden bereits mehrere große internationale Tagungen durchgeführt, darunter eine über die Rolle der Kultur im Jahr 2002, eine über die Rolle der Städte im Prozess der Erweiterung der Europäischen Union im Jahr 2004 und eine weitere über die Rolle der Frauen in der europäischen Integration im Jahr 2006. Ein weiteres Großprojekt ist anlässlich des 20. Jahrestags des Falls der Berliner Mauer und des Eisernen Vorhangs am 7./8. Mai 2009 in Mailand geplant.
