„Zwei Stimmen für die Erinnerung. Paul Celan und Nelly Sachs“
Veranstaltung anlässlich des „Giorno della Memoria 2010“
Datum: 26. Jänner 2012 – 17:00 Uhr
Ort: Trient, Österreich Bibliothek, Via Roma 55
Teilnehmer: Irene Fantappiè (Universität Berlin) und Paola Maria Filippi (Universitäti Bologna).
Der Abend ist den zwei jüdischen Autoren, die den Holocaust überlebten, anlässlich des Gedenkens der Befreiung des Konzentrationslagers Ausschwitzt, gewidmet.
Paul Celan: wurde am 23. November 1920 in Czernowitz geboren. Er studierte Medizin in Frankreich und später Literatur in Czernowitz. Interniert in ein Konzentrationslager zwischen 1941 bis 1943, konnte er aber dem Tod entgehen. Ab 1945 arbeitete er als Lektor und Übersetzer in Bukarest. Celan ist ein exzellenter Schriftsteller und wurde mit den folgenden literarischen Preisen ausgezeichnet: Freie Hansestadt Bremen 1958, Georg Büchner Preis 1960 und Großer Kunstpreis von Nordrhein-Westfalen. Um den 20. April 1970 herum beging er Selbstmord.
Leonie Sachs: eher bekannt unter dem Pseudonym Nelly, wurde am 10. Dezember 1891 in eine jüdische, bürgerliche, Berliner Familie geboren; Nelly Sachs begann Verse zu verfassen, die das Interesse von Stefan Zweig weckten, der als Erster sich für deren Veröffentlichung einsetzte. In den späten 30er Jahren wurde die Schriftstellerin Mitglied der Jüdischen Lulturvereinigung. Durch die schwierigen Lebensbedingungen der Juden im Nazi-Deutschland und dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs beschloss Nelly Sachs nach Schweden zu emigrieren. Im Jahr 1954, ein Jahr nach dem Erwerb der schwedischen Staatsbürgerschaft, begann Nelly Sachs den Schriftverkehr mit Paul Celan, den sie 1960 dann in Frankreich besuchte. Es ist ein wichtiger Abschnitt im Leben der Schriftstellerin, in der sie entschied aus ihrer Isolation auszubrechen und schließlich auch eine Reise nach Deutschland zu unternehmen, wo sie 1960 und 1965 zwei wichtige Literaturpreise erhielt. Im Jahre 1966 hat sie den Nobel Preis zusammen mit Joseph Agnon erhalten.
