Vogelgrippe
Die Vogelgrippe – auch unter dem Namen 'Geflügelpest' oder 'Aviäre Influenza' bekannt – ist eine seit langem bekannte und immer wieder auftretende Tierseuche, die in erster Linie Wildvögel und Geflügel in Tierhaltung (hierbei vor allem Hühner und Puten) befällt. Seit 2003 verbreitet sich der für Tiere sehr ansteckende Virustyp H5N1, vor allem durch Zugvögel, von Asien ausgehend und ist 2005 das erste Mal in Europa aufgetreten. In Österreich und in den meisten anderen entwickelten Ländern gibt es laufend aktualisierte Krisenpläne und es werden entsprechende Maßnahmen unternommen, um die Einschleppung der Seuche zu verhindern bzw. sie bei Ausbruch einzudämmen. Die Weltgesundheitsorganisation für Tiergesundheit (OIE) sieht die Situation unter Kontrolle, mahnt jedoch zur Wachsamkeit.
Österreichische Behörden – wie auch das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMeiA) – erarbeiten, koordinieren und verbessern ihre Vorkehrungen und Notfallpläne, um die BürgerInnen im Anlassfall bestmöglich schützen bzw. versorgen zu können. In einem solchen Fall werden die jeweils aktuellen Informationen auf den entsprechenden Websites – einschließlich DIESER – sowie bei den örtlich zuständigen österreichischen Botschaften und Konsulaten abrufbar sein. AuslandsösterreicherInnen vor allem in Ländern bzw. Regionen mit schwachen Gesundheits- und Transportsystemen wird jedoch geraten, bereits jetzt Überlegungen und ev. Vorkehrungen für den Fall des Ausbruchs einer großen Influenza-Epidemie in ihrer Region anzustellen.
Übertragung
Eine Übertragung des Virus von Tieren auf den Menschen ist äußerst selten und kam bisher fast ausschließlich bei engem Kontakt mit infizierten Tieren bzw. durch direkte Übertragung von bereits infizierten Familienangehörigen vor. Die Übertragung erfolgt durch Einatmen von Staub und Kot von erkrankten Tieren, durch Essen von infizierten Geflügel(produkten) oder Kontakt mit Sekreten und Blut infizierter Tiere. Laut WHO sind seit 2003 weltweit 360 Erkrankungen von Menschen registriert worden, davon 226 mit tödlichem Ausgang (Stand Februar 2008), wobei Indonesien, Ägypten, Vietnam und China besonders betroffen waren. Die Gefahr besteht allerdings darin, dass das Virus mutieren, somit leichter von Mensch-zu-Mensch übertragen werden und eine weltweite Influenza-Pandemie auslösen könnte. Bisher ist eine solche Mutation nicht erfolgt, weshalb die WHO derzeit keine Änderung der Bedrohungslage sieht und die Warnstufe 3 ("keine oder nur sehr beschränkte Mensch-zu-Mensch-Übertragung) weiterhin aufrecht bleibt.
Empfehlungen
In den betroffenen Regionen wären je nach Verbreitungs- und Gefährdungslage sowie unter Berücksichtigung der Effizienz veterinär- und humanmedizinischer Dienste folgende Vorsichtsmaßnahmen zu beachten:
- Greifen Sie keine kranken oder toten Wild- und Wasservögel an; eine Erkrankung erkennt man u.a. daran, dass er bei Annäherung durch Menschen nicht wegfliegt.
- Vermeiden Sie bei regionalem Befall von Zucht- und Hausgeflügel den Kontakt mit lebendem und totem Geflügel sowie mit Eiern und Federn. Besuchen Sie keine Märkte, auf denen mit Geflügel oder Eiern gehandelt wird, sowie Bauernhöfe und Tierfarmen.
- Das Virus tritt besonders stark in den Exkrementen von Vögeln auf. Meiden Sie daher mit Vogelkot verschmutzte Plätze, einschließlich Ufer von Gewässern.
- Verzichten Sie in Gegenden bzw. Ländern, wo Haus- und Zuchtgeflügel befallen ist, auf den Genuss von rohem bzw. nicht ausreichend (über 70°C) und lange gekochtem Geflügel. Geflügel(produkte), die ausreichend gekocht wurden stellen nach bisherigen Erkenntnissen kein Infektionsrisiko dar.
- Geflügel(produkte) aus den betroffenen Regionen bzw. Ländern dürfen keinesfalls von dort mitgenommen werden.
- Nutzen Sie die Möglichkeit von saisonalen Grippeimpfungen, dh. lassen Sie sich gegen die "normale" Grippe impfen, um eine gleichzeitige Erkrankung durch mehrere Virenstämme zu vermeiden.
- Eine Liste der betroffenen Staaten, in denen die Vogelgrippe aufgetreten ist finden Sie unter OIE.
Vor Abreise in verseuchte Gebiete:
Um einen bestmöglichen medizinischen Schutz sicherzustellen, appelliert das Außenministerium an die Eigenverantwortung der Reisenden, sich vor Reiseantritt
- über die aktuelle Situation in der Zielregion zu informieren
- im Falle mangelnder oder schlechter medizinischer Versorgung im Reiseland weiterstgehend medizinische Eigenvorsorge nach entsprechender ärztlicher Beratung zu treffen (z.B. Verschreibung und Mitnahme von Neuraminidase-Hemmern)
Nach Rückkehr aus verseuchten Gebieten:
Bei Auftreten von Grippesymptomen nach Reiserückkehr sollte ein Arzt konsultiert und ihm mitgeteilt werden, dass die Reise durch ein Vogelgrippe-Gebiet geführt hat.
Das Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend stellt nachstehende Broschüre mit Informationen für Reisende in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung:
Infektion von Säugetieren:
Auch Säugetiere, wie z.B. Schweine, können sich mit dem H5N1-Virus infizieren; bisher sind aber nur vereinzelte Fälle bekannt geworden. In Österreich besteht keine Gefahr der Ansteckung durch Haustiere. Hinsichtlich Katzen in Regionen mit H5N1-Fällen, z.B. Schutzzonen auch in Österreich, wird Folgendes empfohlen:
- Halten Sie Hauskatzen IM HAUS und vermeiden Sie Kontakte mit möglicherweise infiziertem Geflügel.
- Halten Sie (halb-)wilde Katzen AUSSER HAUS und vermeiden Sie Kontakt mit diesen.
- Bei Erkrankung Ihrer Katze nach möglichem Kontakt mit Vögeln kontaktieren Sie die lokalen Veterinärbehörden.
Weiterführende Informationen zur Vogelgrippe entnehmen Sie bitte den Quicklinks rechts oben!
Letzte Aktualisierung: 15.02.2008
