Tadschikistan (de)
- Hauptstadt:
- Duschanbe 
- Int. Kennzeichen:
- TJ 
- Sprache
- Tadschikisch, Russisch, Usbekisch 
- Gängige Fremdsprachen:
- Russisch 
- Währung:
- Somoni 
- Zeitdifferenz zu MEZ:
- +4 h 
- Zeitdifferenz zu MESZ:
- +3 h 
- Elektrischer Strom:
- 220 Volt/50 Hertz Wechselstrom, (Zwischenstecker erforderlich - nur in internationalen Hotels gibt es Steckdosen, welche den österreichischen Normen entsprechen) 
Besondere Hinweise
Letzte Aktualisierung: 02.06.2010
Sicherheit
Allgemein wird auf das erhöhte Sicherheitsrisiko besonders in den Grenzgebieten hingewiesen. Die Sicherheitslage in der Hauptstadt Duschanbe stellt sich hingegen stabil und weitaus besser dar.
Unbedingt erforderliche Reisen außerhalb von Duschanbe und Chodschant sollten nur mit entsprechender Sicherheitsbegleitung durchgeführt werden. Ausgänge und Ausfahrten nach der Dunkelheit sind zu vermeiden.
Vor Reisen in das Karategintal und Raschtal (nordwestlich von Duschanbe, Gebiet um die Städte Garm und Tavildara) wird aufgrund der Gefahr von Überfällen abgeraten. Abseits der Hauptverkehrsstraße von Duschanbe nach Khorog zwischen Rogun und Kalaikum herrscht Minengefahr (teilweise schlecht markierte Minenfelder), ebenso in den Grenzgebieten zu Usbekistan, Kirgisistan und Afghanistan. Das Grenzgebiet zu Afghanistan sollte gemieden werden.
Das Fotographieren von militärischen Anlagen und Anlagen von strategischer Bedeutung ist verboten. Jeder Reisende, der sich in ein Gebiet mit einem erhöhten Sicherheitsrisiko begeben möchte, muss sich der Gefährdung bewusst sein. In diesem Fall wird dringend empfohlen, sich über die Sicherheitslage vor Ort genauestens zu informieren und diese gegebenenfalls während des Aufenthaltes regelmäßig zu überprüfen.
Auf dem gesamten Territorium ist die Kriminalität gegenüber AusländerInnen sehr hoch, Reisende sollten daher nur wenig Bargeld und keine Wertgegenstände mitführen, Dokumente sollten fotokopiert werden. Vor allem nach Einbruch der Dunkelheit wird zu besonderer Vorsicht geraten. Die TäterInnen zeichnen sich in der Regel durch hohe Gewaltbereitschaft aus, dies gilt nicht nur für Eigentums-, sondern vor allem auch für Gewaltdelikte, darunter auch Entführungen. Bei Überfällen sollte jeglicher Widerstand vermieden werden, das Tragen und die Verwendung von Schusswaffen durch Kriminelle ist stark angestiegen.
Einreise
Reisende benötigen ein Visum, das bei der für Österreich zuständigen Vertretungsbehörde des Landes beantragt werden muss. Ausländer, die eine Reise nach Tadschikistan planen, wenden sich vor dem Reiseantritt entweder über die diplomatische Vertretung ihres Landes oder über die e-Mail Adresse "www.kumid(at)tojikiston.com" an die Konsularverwaltung des tadschikischen Außenministeriums, wobei ein entsprechender Visumantrag auszufüllen und beizufügen ist. Ein Visum bei der Einreise am Flughafen Duschanbe zu erhalten ist nur dann möglich, wenn die Anreise aus einem Land erfolgt, in dem es keine tadschikische Botschaft gibt.
Ausländer sind verpflichtet, sich binnen drei Tagen nach Einreise bei den tadschikischen Behörden (in der Regel bei der jeweiligen Stadtverwaltung/Registrierungsstelle OVIR "Abteilung für Visa und Registrierung") zu registrieren. Ohne diese Registrierung drohen Ausreiseverzögerungen und Verwaltungsstrafen. Dies gilt auch bei Überziehung der Aufenthaltsdauer ohne rechtzeitige Verlängerung des Visums.
Für Reisen in das Hochgebirge im Osten des Landes (autonomes Gebiet Berg-Badachschan bzw. Pamir) wird ein spezielles Visum benötigt, das gesondert beantragt werden muss, und dessen Erteilung mehrere Wochen in Anspruch nehmen kann. Es wird empfohlen, sich vor der Abreise aus Österreich rechtzeitig an der zuständigen Botschaft Tadschikistans in Wien diesbezüglich konkret informieren zu lassen.
Einfuhr
Euros und US-Dollars können in den größeren Städten umgewechselt werden. Es gibt mittlerweile viele Bankomaten in Duschanbe, was die Versorgung mit Bargeld wesentlich erleichtert.
Ausfuhr
Keine Angaben.
Bitte beachten Sie bei der Einreise nach Österreich die geltenden Einfuhrbestimmungen.
Klima
Kontinentales Klima mit heißen und trockenen Sommern. Die Winter sind mild, nur kurzzeitig Frost.
Ratschläge
Die geographischen und klimatischen Verhältnisse im Land verlangen keine von der österreichischen verschiedene Lebensweise. Lediglich bei Reisen in die Pamirregion sollten die Auswirkungen der extremen Höhenlage nicht unterschätzt werden. Beim Auftreten der Höhenkrankheit kann nicht mit schneller ärztlicher Versorgung gerechnet werden. Für allgemeine Fragen: www.tajikistan.ru
Gesundheit
Laut der WHO-Vertretung in Tadschikistan wurden vor allem im Südwesten Tadschikistans (Grenzgebiete zu Afghanistan und Usbekistan) und in der Hauptstadt Duschanbe seit Jahrsbeginn in 141 von 432 gemeldeten Erkrankungsfällen eine Polioinfektion (WPV1) bestätigt (Stand 26.05.2010). Bislang soll es zu 12 Todesfällen gekommen sein.
Poliomyelitis, kurz Polio genannt, wird durch Polioviren ausgelöst und ist hoch ansteckend. Die Viren werden im Wesentlichen über Schmierinfektion übertragen, gelangen über den Mund in den Körper und dringen später in das Nervensystem ein, wo sie innerhalb von Stunden vollständige Lähmungen auslösen können. Die tadschikischen Gesundheitsbehörden arbeiten eng mit der WHO bei der Bekämpfung des Ausbruchs zusammen. So wurden bereits Impfkampagnen gestartet.
Wegen des Ausbruchs von Poliomyelitis in Tadschikistan wird allen Reisenden nach Tadschikistan und die Nachbarländer Usbekistan, Kirgistan und Kasachstan sowie Afghanistan dringend empfohlen, vor der Abreise ihren Polio-Impfstatus kontrollieren zu lassen und bei Fehlen für eine rechtzeitige Komplettierung zu sorgen.
Die sanitären und hygienischen Verhältnisse entsprechen nicht dem europäischen Standard. Krankenhäuser verfügen nur über veraltetes Gerät, die Versorgung mit Medikamenten ist schlecht. Aufgrund der schlechten hygienischen Zustände besteht ein hohes Infektionsrisiko bei ärztlicher Behandlung (insbesonders Hepatitis C, Tbc).
In der warmen Jahreszeit besteht das Risiko von Krim-Kongo-Fieber (CCHFV, Crimean-Congo-Hemorrhagic-Fever-Virus). 2009 wurden mehrere diesbezügliche Fälle aus Tadschikistan gemeldet.
Häufig auftretende Krankheit, insbesondere nach heftigen Regenfällen, ist Typhus. Wichtigste Vorbeugungsmaßnahme gegen diese hoch fieberhafte Salmonellenerkrankung ist sorgfältige Hygiene (z.B. häufiges Händewaschen). Auch bei Essen und Trinken muss auf Hygiene geachtet werden (nur abgekochtes Wasser oder heiße Getränke, nur frisch zubereitete Gerichte, kein Verzehr von rohem Gemüse und Obst, das nicht geschält werden kann). Eine Impfung gegen Typhus wird empfohlen.
Es kommen auch Milzbranderkrankungen vor.
Angesichts unzureichender bzw. oft fehlender ärztlicher Versorgung sollten sich Reisende über ein generell erhöhtes Reiserisiko im Falle einer Notlage im gesamten Staatsgebiet Tadschikistans bewusst sein. Auch einfache Unfallhilfe ist nicht immer gewährleistet.
Bei Reisen in die Pamirregion sollten die Auswirkungen der extremen Höhenlage nicht unterschätzt werden. Beim Auftreten der Höhenkrankheit kann nicht mit schneller ärztlicher Versorgung gerechnet werden.
Im Grenzgebiet zu Afghanistan gibt es ein potentielles Malariarisiko, sodass ein Schutz gegen Stechmücken zu empfehlen ist (z.B. langärmelige Kleidung, Anti-Mücken-Mittel – z.B. Autan). Zur Einnahme medikamentöser Malariaprophylaxe, etwa bei einem langfristigen Aufenthalt in dieser Regionen, beraten Sie sich bitte vorab mit einem Facharzt für Reise- und Tropenmedizin.
Eine Beratung bei einem medizinschen Fachinstitut für Reise- und Tropenmedizin, rechtzeitig vor Reiseantritt, ist in jedem Fall ratsam.
Impfungen
Bei der Einreise sind keine Impfungen vorgeschrieben, außer bei der Einreise über ein Infektionsgebiet bei Gelbfieber.
Abgesehen von einem Basisschutzprogramm für alle Reisenden (Diphtherie/Tetanus/Polio, Hepatitis A und B, Typhus, Cholera), ist es empfehlenswert, sich bei einem medizinischen Fachinstitut für Reise- und Tropenmedizin, über Impfungen zur Vorbeugung gegen weitere Gesundheitsrisiken in der Region, wie etwa Tollwut, zu informieren.
Vorsicht
Im Allgemeinen genügt die Einhaltung normaler Hygienemaßnahmen wie häufiges Händewaschen. Vorsicht ist beim Genuss von Fleischgerichten, rohem Obst und Salaten angeraten, Leitungswasser sollte nicht getrunken werden. Die Mitnahme einer Reiseapotheke, die nicht nur regelmäßig benötigte Arzneimittel, sondern auch Medikamente für gängige Reiseerkrankungen beinhaltet, wird dringend empfohlen.
Versicherung
Es besteht kein Sozialversicherungsabkommen mit Österreich. Der Abschluss einer Zusatzversicherung für den Krankheitsfall und Krankentransport wird nahe gelegt. Dies gilt vor allem auch für Krankentransportflüge, die von mehreren österreichischen Gesellschaften angeboten werden.
Verkehr
Öffentliche Verkehrsverbindungen: Inlandsflugnetz, Eisenbahnen, Busverbindungen. Bei Autofahrten sind der österreichische Führerschein und die Zulassung mitzuführen. Eine Haftpflichtversicherung muss an der Grenze abgeschlossen werden. Auf die erhöhte Gefahr im Straßenverkehr durch die schlechten Verkehrsbedingungen, unzureichende Beschilderung, den besonders im Winter desolaten Straßenzustand, sowie mangelnde Fahrdisziplin und technische Unzulänglichkeiten vieler Verkehrsteilnehmer wird hingewiesen. Überlandfahrten sollten nach Einbruch der Dunkelheit generell unterlassen werden. Vor der Nutzung privater Taxis wird wegen der Gefahr von Raubüberfällen gewarnt. Es sollten ausschließlich offizielle Taxis, die auf dem Dach und seitlich als solche gekennzeichnet sind, benutzt werden.
Im Inlands- sowie im grenzüberschreitenden Flug-, Bus- und Bahnverkehr kommt es häufig zu Verspätungen, die Einhaltung europäischer (Sicherheits-)Standards ist nicht gegeben.
Die in den Norden und in das Pamir-Gebiet führenden Überlandstraßen sind im Winter nicht passierbar und daher gesperrt. Diese Landesteile sind in den Wintermonaten nur mit dem Flugzeug erreichbar.
Besondere rechtliche Bestimmungen - Sonstiges
Als Bürger eines EU-Staates können sich Österreicher in Notfällen an die Vertretungsbehörden anderer EU-Staaten wenden (vor Ort in Duschanbe die deutsche Botschaft, Somoni 59/1, 734064 Duschanbe, Tel: +992-43-3773000, +992-37-22121189, +992-37-2212198, Fax: +992-43-3773080, +992-43-3773081, Email: info(at)dusc.diplo.de . (Außerhalb der Dienstzeiten, ausschließlich in Notfällen: Über den automatischen Anrufbeantworter wird die Telefonnummer des Bereitschaftsdienstes mitgeteilt.)
Homosexualität ist in Tadschikistan nicht strafbar aber gesellschaftlich nur in sehr geringem Maß akzeptiert.
Das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es keine Gewähr für die Vollständigkeit dieser Informationen sowie für gegebenenfalls daraus resultierenden Schaden übernimmt.
