Indonesien (de)
- Hauptstadt:
- Jakarta 
- Int. Kennzeichen:
- ID 
- Sprache
- Indonesisch 
- Gängige Fremdsprachen:
- Englisch, Holländisch (nur ältere Personen); Verständigung außerhalb von Tourismusgebieten meist nur in Landessprache möglich 
- Währung:
- 1 Rupiah (Rp) = 100 Sen (S - keine Münzen im Umlauf) 
- Zeitdifferenz zu MEZ:
- +6 
- Information zur Zeitdifferenz:
- 3 Zeitzonen: westindonesische Zeit auf Sumatra und Java (MEZ +6 h, MESZ +5 h), ostindonesische Zeit auf den Molukken und Irian Jaya (MEZ +8 h, MESZ +7 h), ansonsten (z.B.: Bali, Lombok) zentralindonesische Zeit (MEZ +7 h, MESZ +6 h) 
- Elektrischer Strom:
- 220 Volt/50 Hertz Wechselstrom, Steckerformen uneinheitlich 
Besondere Hinweise
Letzte Aktualisierung: 21.07.2010
Indonesien liegt in einer geologisch höchst aktiven Zone, in der häufig Erdbeben und Vulkanausbrüche vorkommen. Die meisten Erdbeben verlaufen glücklicherweise fast unbemerkt und verursachen keine besonderen Schäden. In der Vergangenheit haben allerdings Vulkanausbrüche und Seebeben mit nachfolgenden Flutwellen (sog. „Tsunamis“) immer wieder verheerende Wirkung gezeigt. Aktuelle Informationen über Erdbeben und aktive Vulkane erhalten Sie bei:
BMKG - Informationen zu Erdbeben und aktiven Vulkanen
USGS - Informationen zu Erdbeben und aktiven Vulkanen
Nach beachtlichen Erfolgen der indonesischen Sicherheitsbehörden im Kampf gegen den Terrorismus (keine Terroranschläge seit 2006) kam es jedoch am 17.07.2009 zu zwei Bombenexplosionen in Hotels in Jakarta. Auf die weiterhin bestehende erhöhte Sicherheitsgefährdung, insbesondere für Jakarta und Bali, wird verwiesen.
Sie sollten unbedingt eine Reisekranken- und Unfallversicherung inklusive Rückholdienst abschließen, bevor Sie eine Reise nach Indonesien antreten. Informieren Sie Ihre Angehörigen, Bekannten oder Freunde vor Ihrer Abreise über die Versicherung. Nutzen Sie die Möglichkeit der Registrierung bei der Österreichischen Botschaft in Jakarta.
Sicherheit
Bei Reisen nach Indonesien wird auf die erhöhte Sicherheitsgefährdung hingewiesen (unverändert seit 06.02.2006). Es können sowohl Naturkatastrophen (Erdbeben, Vulkanausbrüche, Flutwellen, Über- schwemmungen), vom Menschen verursachte Katastrophen (Waldbrände, etc.), wie auch Terroran- schläge nicht ausgeschlossen werden.
Fertigen Sie von Ihren Reiseunterlagen, Dokumenten, Versicherungsnachweisen und Zahlungsmitteln Kopien an und führen Sie diese getrennt von den Originalen mit sich. Scannen Sie diese Papiere auch ein und hinterlegen Sie sie elektronisch, z.B. indem Sie sie als Beilage zu einem E-Mail an sich selbst bei einem Webmail-Provider ver- senden.
Beschriften Sie Ihre Gepäcksstücke innen und außen deutlich, damit Sie im Verlustfall rasch kontaktiert werden können. Geben Sie Ihre Erreichbarkeit während Ihrer Reisedauer an, denn an Ihrer Heimat- adresse ist unter Umständen niemand zu Hause und die Angabe Ihrer Wohnadresse kann mögliche Einbrecher auf Ihre Abwesenheit aufmerksam machen.
Die überwiegende Zahl der österreichischen Reisenden ist in Indonesien problemlos unterwegs. Bedenken Sie aber, dass viele Teile Indonesiens – mit Ausnahme der populären Gebiete auf Sumatra, Java, Bali, Lombok und Sulawesi – teilweise sehr isoliert sind: moderne Transport- und Kommunika- tionsmittel stehen oft gar nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung und die großen Entfernungen erschweren die Erreichbarkeit. Sie sollten sich nicht nur vor Antritt Ihrer Reise, sondern auch während Ihres Aufenthalts über eine allfällige Änderung der Situation mittels TV, Radio oder Internet informieren. Außerhalb der Tourismusgebiete und Großstädte wird nur vereinzelt Englisch gesprochen und ver- standen.
Halten Sie während Ihrer Reise mit Ihren Angehörigen, Bekannten oder Freunden einen regelmäßigen telefonischen oder E-Mail-Kontakt und denken Sie insbesondere daran, dass sich Angehörige bei Medienmeldungen über Geschehnisse in Ihrem Urlaubsgebiet unter Umständen Sorgen um Ihr Wohlergehen machen.
Indonesien ist eine lebendige Demokratie mit einem frei gewählten Parlament und Staatspräsidenten. Landesweit kann es anlassbedingt zu spontanen Demonstrationen und Protestkundgebungen kommen, die in gewalttätigen Auseinandersetzungen enden können. Es empfiehlt sich, Demonstra- tionen jedenfalls großräumig zu meiden.
Ethnische, religiöse oder soziale Spannungen haben in den letzten Jahren in einzelnen Landesteilen wiederholt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen geführt. Dies war in der Vergangenheit auf Kali- mantan, Zentral- und Süd-Sulawesi, Banda Aceh, West-Papua (ehem. Irian Jaya) und West Timor der Fall.
Der Terrorismus hat sich in der Vergangenheit auch in Indonesien gegen Ausländer oder Symbole westlichen Einflusses gerichtet: Die Bombenanschläge vom 12. Oktober 2002 auf Diskotheken in Bali, auf das Marriott-Hotel in Jakarta am 5. August 2003, die Australische Botschaft in Jakarta am 9. Sep- tember 2004, am 1. Oktober 2005 auf Restaurants in Bali und zuletzt bei zwei Bombenexplosionen am 17. Juli 2009 in Hotels in Jakarta kosteten hunderte Menschenleben. Obwohl die indonesischen Sicherheitsbehörden bei ihrem Kampf gegen den Terrorismus beachtliche Erfolge vorweisen können, ist es unmöglich, Terroranschläge vollkommen auszuschließen; sie können überall (also weltweit und nicht nur in Indonesien) und jederzeit stattfinden. Es ist naturgemäß schwierig, Terrorakte vorbeugend zu vermeiden, dennoch gilt allgemein, sich besonders in Ballungszentren, auf öffentlich Plätzen und Märkten und generell bei Massenansammlungen möglichst vorsichtig und unauffällig zu verhalten. Internationale Hotels, Einkaufszentren, Diskotheken, Flugplätze, christliche Kirchen insbesondere im großstädtischen Bereich, wie Jakarta, Bandung, Medan, Makassar und Surabaya, gelten als anschlags- gefährdet. Wegen der Symbolhaftigkeit erscheinen Anschläge während der Feiertage um Weihnachten und Neujahr wahrscheinlicher; sie sind aber in den vergangenen Jahren glücklicherweise ausge- blieben.
Die Malakka-Straße zwischen Malaysia und Indonesien sowie die Territorialgewässer zwischen den Philippinen und Indonesien verzeichnen immer wieder Fälle von Piraterie. Laut Piraten-Überwachungs- zentrum des International Maritime Bureau konzentrieren sich die Angriffe auf die Umgebung der Anambas-, Natuna- und Mangkai-Inseln im Norden Indonesiens. Zu Vorsicht wird geraten.
In den Grenzgebieten Ostkalimantans zu Malaysien und den Philippinen, insbesondere auf abge- legenen Inseln, sowie auf den an die Philippinen angrenzenden Inseln in Nord-Sulawesi könnte ein Risiko von Entführungen durch die in den Südwest-Philippinen operierende Abu Sayyaf-Gruppe bestehen.
Wegen der fallweise noch unklaren Sicherheitslage wird – trotz erheblicher Friedensfortschritte – von nicht unbedingt notwendigen Reisen nach Aceh abgeraten, sofern sie nicht im Zuge von Wiederauf- baumaßnahmen erfolgen. Aufgrund früherer Vorkommnisse können einzelne Angriffe gegen Ausländer nicht ausgeschlossen werden.
Für Reisen nach West-Papua (ehem. Irian Jaya) – ausgenommen Jayapura und Biak – benötigen Sie von der lokalen Polizei ausgestellte Passierscheine. Gewalttätige Ausschreitungen sind in diesem Landesteil besonders häufig. Eine Unabhängigkeitsbewegung hat in der Vergangenheit wiederholt Ausländer in abgelegenen Gebieten entführt. Bergsteigertouren in dieser Gegend müssen besonders sorgfältig vorbereitet werden. In der Vergangenheit ist öfters erschöpften Bergsteigern der Proviant ausgegangen, weil sie einen kürzeren Abstiegsweg, der durch das Gebiet einer privaten Bergbauge- sellschaft führt, nicht nehmen durften.
In West Timor gilt das Grenzgebiet zu Timor Leste als unsicher.
In Jakarta empfiehlt es sich, Taxis der „Bluebird-Gruppe“, also sogenannte „Bluebird“- oder „Silverbird“-Taxis zu nehmen bzw. Taxis telefonisch zu bestellen, denn bei anderen Unternehmen waren in jüngster Vergangenheit vereinzelte Raubüberfälle, insbesondere auf alleinfahrende Frauen, zu verzeichnen.
Seien Sie bei der Verwendung von Kreditkarten vorsichtig! Es müssen leider Betrugsfälle bei der Ab- rechnung von Belegen sowie das Ziehen sogenannter „Dubletten“ festgestellt werden. Lassen Sie deshalb Ihre Kreditkarte nie aus den Augen und gehen Sie mit dem Kellner oder Verkäufer zum Zahl- terminal.
Falschspielerbanden versuchen, häufig auf Bali, Touristen dazu zu verleiten, sich auf verbotene Glücks- spiele einzulassen, die dann derart manipuliert werden, dass die Touristen um ihr ganzes Geld ge- bracht werden.
Nehmen Sie sich vor besonders günstigen Grundstückskäufen und „Time-Sharing“-Angeboten, insbe- sondere auf Bali und Lombok in Acht, denn Ausländern ist der Grundbesitz in Indonesien grundsätzlich verboten und andere rechtliche Konstruktionen können zahlreiche, nachteilige Fußangeln beinhalten.
Bei Vulkanbesteigungen sollten Sie immer einen registrierten Führer engagieren, der sie nicht nur vor kriminellen Elementen (wie z.B. besonders häufig am Mount Rinjani auf Lombok) schützt, sondern Sie auch vor einem Verirren im oft sehr dichten, tropischen Regenwald bewahrt. Auch Tauchgänge sollten nur mit registrierten Tauchlehrern und an empfohlenen Tauchbasen gebucht werden.
Während der Regenzeit (landesweit unterschiedlich, aber meist von November bis März) kommt es häufig zu besonders starken Regenfällen und deshalb zu Überschwemmungen und Erdrutschen, die u. a. die Verkehrsinfrastruktur empfindlich beeinträchtigen können. Auch weite Teile der Hauptstadt Jakarta können für längere Zeit überflutet sein. Der Schiffsverkehr ist während der Regenzeit oft wegen hohen Seegangs und starker Winde gestört und gefährlich.
Einreise
- Visumspflicht: Ja (gewöhnlicher, weinroter Reisepass)
nein: Dienst- & Diplomatenpass, wenn Aufenthalt 30 Tage nicht übersteigen soll. Bestimmung erst seit 26.10.2008 in Kraft und bei indonesischen Grenzbehörden noch nicht hinreichend bekannt, daher wird die Mitnahme eines Ausdrucks des Abkommens (in englischer Sprache) empfohlen (abrufbar unter Länderinformationen: „Indonesien“, Thema: „Bilaterale Staatsverträge“ ). - Visum erhältlich: Indonesische Botschaft in Wien (für längeren Aufenthalt) oder „Visa on arrival“: für Touristen und Geschäftsreisende auch an der Grenze erhältlich: 30 Tage (USD 25,00) gültig, kann einmal um 30 Tage (Gebühr IDR 200.000,00) verlängert werden. „Visa on arrival“ werden auch auf manchen internationalen Flügen von „Garuda Indonesia“ erteilt. Nähere Auskünfte erteilt die Fluglinie.
- Reisedokumente: Reisepass
- Passgültigkeit: bei der Einreise noch mindestens 6 Monate
- Cremefarbiger Notpass: kein „visa on arrival“, ob bei der nächstgelegenen Indonesischen Botschaft ein Visum erteilt wird, ist wegen uneinheitlicher Behandlung durch die indonesischen Behörden unklar.
- Miteintragung von Kindern: bis zum 12. Lebensjahr
- Sonstiges: Alle Einreisenden müssen ein Einreiseformular ausfüllen, von dem ein Abschnitt im Reisepass verbleibt und der bei der Wiederausreise bei der Grenzkontrolle abgegeben werden muss. Die Vorlage eines Weiter- bzw. Rückflugtickets kann verlangt werden.
„Visa on arrival“ werden nur auf folgenden Flughäfen
- Soekarno Hatta – Jakarta
- Halim Perdana Kusumah – Jakarta
- Sam Ratulangi – Manado
- Adisumarmo – Solo
- Adisucipto – Yogyakarta
- Juanda – Surabaya
- Polonia – Medan
- Sultan Syarif Kasim II – Pekanbaru
- Tabing – Padang
- Ngurah Rai – Bali
- Selaparang – Mataram
- Sepinggan – Balikpapan
- El Tari – Kupang
- Hasanuddin – Makassar
- Hang Nadim – Batam
- Ahmad Yani – Semarang
- Husein Sastranegara – Bandung
- Sultan Mahmud Badaruddin II – Palembang
- Supadio – Pontianak
- Sultan Iskandar Muda – Banda Aceh
und Seehäfen
- Sekupang, Batu Ampar, Nongs, Marina Teluk Senimba, Batam Center Batam
- Bandar Bintan Telani Lagoi , Bandar Sri Udana Lobam – Tanjung Uban
- Sri Bintan Pura - Tanjung Pinang
- Belawan – Medan
- Sibolga
- Yos Sudarso - Dumai – Riau
- Teluk Bayur – Padang
- Tanjung Priuk – Jakarta
- Padang Bai , Benoa Bali
- Jayapura – Papua
- Bitung – Manado
- Tanjung Balai Karimun Riau
- Tanjung Mas – Semarang
- Tenau – Kupang
- Pare – Pare
- Soekarno Hatta – Makasar
- Maumere - Nusa Tenggara Timur
- Jayapura, Papua
sowie beim Grenzübergang Entikong (Kalimantan) erteilt.
Beachten Sie insbesondere, dass im Seehafen von Surabaya keine „Visa on arrival“ erteilt werden können.
Bei Flügen ist eine Flughafensteuer (Höhe zw. 30.000-150.000 Rupiah je nach Flughafen) pro Kopf (auch für Kinder) zu entrichten. Dieser Betrag ist nicht im Preis des Flugtickets inbegriffen.
Einfuhr
Gegenstände des persönlichen Bedarfs können zollfrei eingeführt werden. Technische Geräte müssen beim Zoll deklariert werden, wobei in der Praxis Mobiltelefonen und Laptops keine Beachtung geschenkt wird. Die Mitnahme von 200 Stück Zigaretten oder 50 Zigarren oder 100 Gramm Tabak sowie einer Flasche alkoholischer Getränke (gleich welchen Alkoholgehalts) ist zollfrei möglich. Die Einfuhr von Pflanzen, lebenden Tieren (Haustiere siehe weiter unten), Büchern, CDs, Videos und bestimmter anderer Güter unterliegt Einschränkungen bzw. der Zensur. Die Einfuhr pornografischer Materialien ist verboten.
Die Einfuhr von Valuta oder Wertpapieren im Wert oder Gegenwert von mehr als 100 Mio. IDR ist deklarierungspflichtig.
Es empfiehlt sich die Mitnahme von USD in bar (am besten bankfrische, unbeschädigte, ungefaltete Scheine ohne Markierungen, Ausgabe nach 2001), Reiseschecks und Kreditkarten. Euro-Banknoten werden in allen Touristenzentren zum Umtausch akzeptiert.
Drogendelikte werden in Indonesien strafrechtlich verfolgt und sind mit hohen Strafen bedroht. Schon der Besitz geringer Drogenmengen kann zu hohen Freiheitsstrafen führen und bei Drogenhandel droht unter Umständen sogar die Todesstrafe. Daher wird dringend vor dem Erwerb, dem Besitz, der Ver- teilung sowie der Ein- und Ausfuhr von Drogen aller Art gewarnt.
Die Einfuhr von Haustieren (Hunde und Katzen) nach Indonesien ist nur aus jenen Ländern zulässig, die seit mindestens zwei Jahren tollwutfrei sind. Der jeweils aktuelle Stand kann unter „Animal Health Information" abgefragt werden. Vor der Einfuhr muss eine Importgenehmigung beantragt werden, bei der Einfuhr müssen ein Gesundheits- und ein Impfzeugnis vorgelegt werden. Die Tiere werden für mehrere Tage in Quarantäne genommen, wobei zumindest diesbezüglich am Flughafen in Jakarta eine gute Betreuung und adäquate Unterbringung der Tiere festgestellt werden kann.
Ausfuhr
Die Ausfuhr von mehr als 100 Mio. IDR bedarf einer Genehmigung der „Bank of Indonesia“. Hinsichtlich der Ausfuhr von Waren sind keine Beschränkungen bekannt.
Bitte beachten Sie bei der Einreise nach Österreich die geltenden Einfuhrbestimmungen.
Klima
Heißfeuchtes tropisches Klima mit starken Regenfällen. Auf Java und Bali herrscht von Mai bis Oktober Trockenzeit.
Ratschläge
Nehmen Sie auf die asiatischen Sitten und Gebräuche sowie religiöse Gefühle Rücksicht! Bedenken Sie, dass Sie sich in das größte überwiegend islamische Land der Welt (240 Mio. Einwohner) begeben (Ausnahme: Bali, das einer hinduistisch-animistischen Religion anhängt). Die Verhältnisse in den Großstädten und auf Bali stehen oft in einem starken Gegensatz zur Situation in ländlichen Gegenden, wo eine traditionalistische Sichtweise vorherrscht. Ein bescheidenes und „lernendes“ Verhalten, das das Zeigen kultureller Überlegenheit und religiöse Diskussionen vermeidet, trägt zu einem schönen Reiseerlebnis bei.
Gesundheit
Lassen Sie sich vor Ihrer Abreise von einem auf Tropenmedizin spezialisierten Institut beraten. Abge- sehen von den Großstädten und Bali ist eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung in weiten Teilen des Landes nicht sichergestellt. Es ist deshalb unbedingt notwendig, über eine entsprechende Reiseunfall- und Krankenversicherung zu verfügen, die auch die Kosten eventuell notwendiger Ambu- lanzflüge nach Jakarta, Singapur oder Europa abdeckt.
Erfahrungsgemäß verschlechtern sich bestimmte Leiden im tropischen Klima. Dazu gehören auch psychische Beeinträchtigungen, wie z.B. Depressionen und Schizophrenie.
In der Eingewöhnungsphase keine größere physische Belastung! Besonders sollte auf eine aus- reichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Fette Kost und Alkohol sollten vermieden werden, denn sie setzen die ohnehin geminderte Leistungsfähigkeit des Körpers weiter herab.
Beachten Sie die allgemeinen Grundsätze für Reisen in den Tropen: Vorsicht betreffend Trinkwasser, Eiswürfel, Nahrung, Körperhygiene und Insekten!
Legen Sie großen Wert auf den passiven Schutz vor Insekten, denn die können Malaria und Dengue-Fieber übertragen: Langärmelige, nicht zu dunkle Kleidung, Insektenschutzmittel, eventuell Moskitonetz. Vermeiden Sie den Kontakt mit frei laufenden Tieren (Geflügel: Gefahr der Vogelgrippe, Hunde und Katzen: Tollwutgefahr!).
24 von 33 Provinzen Indonesiens melden Tollwut. Im bis 2008 tollwutfreien Bali ist Tollwut nun ein großes Problem geworden und mehr als 50 Personen sind nach Hundebissen mit Tollwutsympto- men gestorben; auch Übertragungen über Ratten wurden berichtet. Andere, stärker betroffene Gegenden sind Sumatra, Nias, Flores und Sulawesi. Die Impfstoffe zur Postexpositionsprophylaxe (nach einem Biss) sind lokal nicht oder manchmal nur zeitweise verfügbar. Es sollte deshalb jeder Reisende einen ausreichenden Impfschutz gegen Tollwut aufweisen. Selbst dann ist bei Biss eines verdächtigen Tieres noch eine zweimalige Nachimpfung empfohlen, für die man dann aber etwas mehr Zeit hat als bei nicht bestehender Immunität.
Tragen Sie leichte, nicht eng anliegende Kleidung vorzugsweise aus Baumwolle oder Leinen. Sorgen Sie für entsprechenden Sonnenschutz: Sonnenbrille, Kopfbedeckung, Sonnencreme mit hohem Licht- schutzfaktor.
Dialyse-Patienten finden im Allgemeinen entsprechende Einrichtungen in den größeren Städten Indo- nesiens. Taucher sollten sich vor Buchung des Reisearrangements nach dem Standort der nächsten Luftdruckkammer erkundigen.
Impfungen
Bei der Einreise nach Indonesien werden keine Impfungen verlangt, außer Sie reisen aus einem Gelb- fieber-Infektionsgebiet ein. Abgesehen von einem Basis-Schutzprogramm für alle Reisenden (Diphthe- rie, Tetanus, Polio, Hepatitis A und B, Typhus) sollten Sie mit dem tropenmedizinischen Institut oder dem Arzt Ihres Vertrauens besprechen, welche anderen, vorbeugenden Impfungen durchgeführt werden sollen: z.B. Cholera, Japan-B-Enzephalitis und insbesondere Tollwut. Generell wird zu Malariaprophy- laxe geraten. Jakarta und der Süden Balis galten lange Zeit als malariafrei, in den vergangenen Jahren sind aber immer wieder Einzelfälle aufgetreten. Das Dengue-Fieber, wogegen es keine vorbeugende Impfung gibt, gilt als größere Gefahr.
Vorsicht
Halten Sie sich an die normalen Hygienemaßnahmen: häufiges Händewaschen, vermeiden Sie nicht pasteurisierte Milchprodukte, offene kalte Getränke, Eiswürfel, rohe Salate, kalte Fleischgerichte, unge- schältes Obst, Mayonnaise und Eiscreme. Trinken Sie kein Leitungswasser, außer es ist lang genug abgekocht worden!
Nehmen Sie eine Reiseapotheke mit, in der Sie nicht nur die von Ihnen regelmäßig eingenommenen Medikamente und alles Notwendige für die Erste Hilfe finden, sondern auch Medikamente Eingang finden, die für die Behandlung gängiger Reiseerkrankungen bestimmt sind. Anstelle von Aspirin sollten Sie z.B. Paracetamol verwenden, da Aspirin bei bestimmten Dengue-Fieber-Erkrankungen kontraindi- ziert ist. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten!
Informieren Sie sich über die Ratschläge zur Vermeidung einer HIV-Infektion!
Versicherung
Zwischen Österreich und Indonesien besteht kein Sozialversicherungsabkommen. Da für Kranken- hausaufenthalte und Flugambulanztransporte erfahrungsgemäß enorme Kosten anfallen können, sollten Sie eine Reise nach Indonesien nur antreten, wenn Sie über eine ausreichende, möglichst großzügig bemessene Versicherung für die Berge-, Kranken-, Unfall-, und Transportkosten verfügen. Überprüfen Sie unbedingt bestehende Versicherungen, z.B. über Ihre Kreditkarte, ob sie den Anforde- rungen genügen und schließen Sie erforderlichenfalls zusätzliche Versicherungen ab.
Verkehr
Es stehen zahlreiche öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung:
Das Inlandsflugnetz Indonesiens ist dicht. Dank einiger Billigfluglinien sind die Tickets auch erschwing- lich und es reisen jährlich mehrere Millionen Passagiere. Die Flugsicherheitsstandards in Indonesien wurden in der Vergangenheit heftig kritisiert und einigen indonesischen Fluglinien ist der An- und Über- flug Europas untersagt: http://ec.europa.eu/transport/air-ban/list_de.htm. Reisebüros sind verpflichtet, Ihre Kundinnen und Kunden vor Buchung einer indonesischen Fluglinie darüber zu informieren. Folgende Fluglinien sind vom Verbot ausgenommen (Stand 6.7.2010): Garuda Indonesia, Airfast Indonesia, Mandala Airlines, Ekspres Transportasi Antarbenua, Indonesia Air Asia und Metro Batavia.
Einige der zahlreichen Fährschiffe halten oft die Sicherheitsregeln nicht ein, sind überladen und kentern deshalb bei etwas schwierigeren Wetterbedingungen leicht. Es kommt regelmäßig zu schweren Fähr- unglücken.
Öffentliche Busse sind auf den relativ schlecht ausgebauten Straßen meist mit zu hoher Geschwindig- keit unterwegs, sodass es immer wieder zu schweren Unfällen kommt.
Das Eisenbahnnetz ist auf Java recht gut und auf Sumatra teilweise gut ausgebaut und stellt für den ausländischen Reisenden eine Alternative zum Flugzeug dar. Wegen des desolaten Schienennetzes und nicht funktionierender Signalanlagen kommt es aber immer wieder zu schweren Zugsunglücken.
In Indonesien herrscht Linksverkehr!
Der Autoverkehr ist überaus dicht. Autobahnen existieren kaum. Wegen der mangelnden Ausbildung der indonesischen Autofahrer, des schlechten Straßenzustands, schwieriger Wetterbedingungen und mangelnder Einhaltung selbst rudimentärer Verkehrsvorschriften, ist die Unfallquote relativ hoch.
Österreichische Führerscheine werden nicht akzeptiert. Reisende benötigen einen Internationalen Führerschein. Der internationale Führerschein der Kategorie A berechtigt in Indonesien NICHT zum Lenken von Mopeds oder Motorrädern.
Vom eigenhändigen Lenken von Kraftfahrzeugen, insbesondere Mietwagen, wird wegen des starken Verkehrs und der ungewohnten Bedingungen nachdrücklich abgeraten. Fahrer können meist zu sehr erschwinglichen Preisen engagiert werden.
Besondere rechtliche Bestimmungen - Sonstiges
Sexuelle Handlungen in der Öffentlichkeit (dazu kann auch heftiges Küssen zählen) können als Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung geahndet werden. Die gemeinsame Unterkunft von nicht verheira- teten Personen ist im Allgemeinen möglich, allerdings nicht in jenen Landesteilen, in denen die „Sharia“ gilt, wie z.B. Banda Aceh. Dort droht unter Umständen die Prügelstrafe.
Homosexualität ist in Indonesien nicht strafbar, es gibt keine diesbezüglichen Verbotsbestimmungen. In manchen, besonders konservativen Landesteilen, wie z. B. Banda Aceh und Süd-Sumatra, gibt es aller- dings lokalrechtliche Handhaben, um gegen Homosexuelle vorzugehen. Ansonsten steht die indonesi- sche Gesellschaft Homosexualität – insbesondere in den Großstädten und auf Bali – eher tolerant gegenüber. Allerdings wird diskretes Verhalten erwartet.
Das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es keine Gewähr für die Vollständigkeit dieser Reiseinformation sowie für gegebenenfalls daraus resultierende Schäden übernimmt.
