Netzwerk Menschlicher Sicherheit (HSN)

Das Netzwerk Menschliche Sicherheit (Human Security Network, HSN), eine Verbindung von 12 Staaten, hat sich zum Ziel gesetzt, das Konzept der menschlichen Sicherheit als Denkansatz in nationalen und internationalen Politiken und Projekten zu fördern. Die gemeinsamen Standpunkte des HSN sollen v.a. im Rahmen der Vereinten Nationen, in  Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Zivilgesellschaft, vorangetrieben werden. Das Netzwerk ging 1999 aus der erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Österreich, Norwegen und Kanada für ein internationales Verbot von Anti-Personenminen hervor. Derzeit sind Chile, Costa Rica, Griechenland, Irland, Jordanien, Mali, Norwegen, Österreich, Panama, Schweiz, Slowenien und Thailand Mitglieder des Netzwerks, Südafrika nimmt als Beobachter teil. Österreich übernahm im Mai 2014 den Vorsitz des Netzwerks von Chile.

Das Konzept der menschlichen Sicherheit wurde erstmals 1994 vom Entwicklungsprogramm der UN (UNDP) vorgestellt. Es steht für ein breites Sicherheitskonzept, das den Menschen und seine Grundbedürfnisse ins Zentrum der Bemühungen stellt. Menschliche Sicherheit bedeutet nicht bloß die Abwesenheit von Krieg und Gewalt, sondern ist vielmehr ein umfassender Sicherheitsbegriff, der im Wesentlichen den physischen Schutz, den Schutz der Grundbedürfnisse (Nahrung, Unterkunft und Gesundheitsversorgung) sowie ein Leben in Würde (Förderung und Schutz der Menschenrechte) beinhaltet.

Das Konzept der menschlichen Sicherheit kommt besonders in Konflikt- und Postkonfliktsituationen zum Tragen, wo Zivilisten meist zu den Gefährdetsten zählen. Daher sind die internationalen Menschenrechte, das humanitäre Völkerrecht und das Flüchtlingsrecht wesentliche Fundamente der menschlichen Sicherheit.

Im Abschlussdokument des Weltgipfels von 2005 haben die Staats- und Regierungschefs  folgendes dazu festgehalten: „Wir betonen das Recht der Menschen auf ein Leben in Freiheit und Würde, frei von Armut und Verzweiflung. Wir erkennen an, dass alle Menschen, insbesondere die schwächsten, Anspruch auf Freiheit von Furcht und Freiheit von Not haben, mit gleichen Möglichkeiten, all ihre Rechte auszuüben und ihr menschliches Potenzial voll zu entfalten.“ (Paragraph 143, Ergebnis des Weltgipfels 2005).

Darauf aufbauend hat sich die Generalversammlung der Vereinten Nationen im Jahr 2012 erstmals auf ein Gemeinsames Verständnis des Begriffs menschliche Sicherheit, und zwar in Resolution 66/290 (angenommen am 10. September 2012) verständigt.

In der Vergangenheit hat sich das HSN um die Förderung des Beitritts von Staaten zur Anti-Personenminen-Konvention und zum Internationalen Strafgerichtshof bemüht und auf die Kontrolle von Klein- und Leichtwaffen konzentriert. Zu den rezenteren Aktivitäten des Netzwerks zählen die Förderung von Frauen, Frieden und Sicherheit, der Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten, die Einhaltung der Menschenrechte und  des humanitären Völkerrechts, sowie die Fortsetzung des Dialogs zwischen Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen zum Konzept der menschlichen Sicherheit und seines Mehrwerts in der Arbeit der Vereinten Nationen.

Österreich war zuletzt 2002/2003 Vorsitzland des Netzwerks. Ein Hauptaugenmerk galt dem Themenbereich Menschenrechtsbildung als grundlegende Voraussetzung für die menschliche Sicherheit. Dazu hat das ETC Graz im Auftrag des BMEIA das Handbuch zur Menschenrechtsbildung "Menschenrechte verstehen" erarbeitet, welches mittlerweile in 15 Sprachen vorliegt.