Zentraleuropäische Initiative

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Die Zentraleuropäische Initiative (ZEI) wurde 1989 von Österreich (neutral), Italien (NATO), sowie Jugoslawien (blockfrei) und Ungarn (Warschauer Pakt) gegründet und besteht heute aus 18 Mitgliedstaaten (davon zur Zeit zehn EU-Mitglieder): Österreich, Albanien, Belarus, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Italien, Kroatien, Mazedonien, Moldau, Montenegro, Polen, Rumänien, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ukraine, Ungarn.

2011 erhielt die ZEI den Beobachterstatus bei den Vereinten Nationen.

Die ZEI versteht sich als Brücke zwischen europäischen (Makro-) Regionen wie Adria, Balkan, Baltikum, Donauraum, Schwarzmeer, Südosteuropa. Sie stellt als größte und älteste zentraleuropäische Organisation ein überregionales Forum dar, das insbesondere die Staaten des Westbalkans in ihren Bemühungen um einen EU-Beitritt unterstützt. Durch die Ukrainekrise haben auch die drei östlichen EU-Partnerstaaten in der ZEI, Belarus, Moldau und Ukraine, an Bedeutung in der Organisation gewonnen.

Sitz der Organisation ist Triest; die Positionen des/der GeneralsekretärIn bzw. Alternierenden GeneralsekretärIn rotieren zwischen Österreich und Italien - den beiden größten Beitragszahlern und Gründungsmitgliedern der Organisation. Zurzeit steht der Italiener Giovanni Caracciolo di Vietri dem Generalsekretariat vor, die alternierende Generalsekretärin ist die österreichische Diplomatin Margit Wästfelt.

Die ZEI verfügt auch über einen bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) angesiedelten Entwicklungsfonds. Aus Beitragsmitteln werden Projekte im kulturellen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Bereich mit Schwerpunkt auf die EU-Beitrittskandidaten und die Europäische Nachbarschaftspolitik gefördert.

Im Zuge der EU-Erweiterung etablierte die ZEI im Jahr 2004 das Know-how-Exchange-Programme (KEP), das im Wesentlichen von Italien und Österreich finanziert wird. Ziel dieses Programms ist es, den Transformationsländern finanzielle und technische Unterstützung auf jenen Gebieten bereitzustellen, die für die Annäherung an die EU bzw. Übernahme von EU-Standards von Bedeutung sind. Das KEP fördert Projekte insbesondere in den Bereichen Energie, Europäische Integration, Landwirtschaft, Planung und Entwicklung von Infrastruktur sowie Umwelt.

2014, im 25. Gründungsjahr der ZEI, hatte Österreich den Vorsitz inne und organisierte unter anderem ein Treffen der AußenministerInnen (am 3. Juni parallel zu einer Westbalkan-Konferenz) sowie ein Treffen auf Ebene der MinisterpräsidentInnen, das am 24. November parallel zur jährlichen Veranstaltung des Vienna Economic Forums stattfand. Da Wien als Sitz der Vereinten Nationen ausgezeichnete Kontakte zu einer großen Anzahl internationaler Organisationen unterhält, legte der österreichische Vorsitz seinen Schwerpunkt auch auf die Stärkung der Kooperation und Synergien mit anderen internationalen und regionalen Organisationen.