Lernen und Studieren in der EU

Personenfreizügigkeit ist einer der Grundfreiheiten, auf denen sich die Europäische Union gründet. Trotz allem ist die Mobilität auf dem europäischen Arbeitsmarkt mit 3,1% relativ gering. Die Maßnahmensetzung auf europäischer Ebene zielt auf erhöhte Mobilität und somit insbesondere auf Jugendliche ab, die tendenziell mehr Bereitschaft zu Flexibilität bei Studien- oder Arbeitsortwahl haben. Vor dem Hintergrund verstärkter Internationalität und verbesserten globalen Standards bei Bildung und Forschung wird der Schwerpunkt auf lebenslanges Lernen gelegt. Eingebunden werden sollen sämtliche Altersgruppen und Bildungssparten, von der Lehre über das Grundstudium bis hin zu wissenschaftlicher Forschung. Zunehmende Vernetzung im internationalen Kontext erfordert einen kontinuierlichen Austausch. Gezielte Förderungsprogramme in den Bereichen grenzüberschreitendes Lernen, Arbeiten und Forschen sollen daher den Wissens- und Wirtschaftsstandort Europa nachhaltig sichern und die globale Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union weiter stärken.  

ERASMUS+

ERASMUS+ ist das neue Programm der Europäischen Union für die Bereiche Bildung, Jugend und Sport und zielt auf verbesserte Arbeitsmarktfähigkeit, Qualifikationssteigerung und einer Modernisierung von (Aus-) Bildung und Jugendbeschäftigungsmöglichkeiten ab. Die Europäische Union setzt vermehrt auf Investitionen in diesen Bereichen und hat das Budget gegenüber der letzten Finanzperiode für den Zeitraum 2014 bis 2020 um 40% auf € 14,7 Mrd. erhöht. Zusätzlich stehen rund € 1,68 Mio. für die Kooperation mit Partnerländern zur Verfügung. Österreich erhält im Jahr 2014 rund € 25,8 Mio. an Fördermitteln aus dem Programm ERASMUS+.

ERASMUS+ vereint sämtliche bisherigen EU-Programme in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung sowie Jugend. Das Programm soll lebenslanges Lernen, Schulbildung, Hochschulbildung, berufliche Aus- und Weiterbildung ebenso umfassen wie gezielte Förderungen bei Jugend und Sport. Neben dem Erwerb von einschlägigem fachrelevanten Wissen sowie Sprachkenntnissen sollen auch interkulturelle Kompetenz und transkulturelle Teamarbeit gefördert werden. Dabei soll der Fokus vor allem auf Mobilität und grenzüberschreitender Zusammenarbeit liegen, um so den Bildungsbereich näher an die Anforderungen des Arbeitsmarktes heranzuführen.

Der Bereich Bildung verfügt mit 77,5% der Gesamtmittel (€ 11,45 Mrd.) über den Großteil des ERASMUS+ Budgets. Konkrete Instrumente in diesem Bereich umfassen Förderungsmöglichkeiten für erhöhte Mobilität, strategische Partnerschaften und thematische Initiativen in den Sektoren Schul-, Berufs- und Hochschulbildung. Der Programmbereich Jugend ist mit rund € 1,4 Mrd. dotiert und gliedert sich in drei große Bereiche mit einer Reihe von Aktivitäten: Europäischer Freiwilligendienst, Jugendbegegnung, Mobilität für Fachkräfte der Jugendarbeit, transnationaler Jugendinitiativen, capacity building und strukturierter Dialog mit Verantwortlichen der Jugendpolitik. Der Schwerpunkt im Bereich Sport (€ 265 Mio. Fördermittel) soll auf den drei Hauptfeldern Sport und Gesellschaft, wirtschaftliche Dimension sowie Integrität des Sports liegen.

Teilnehmerstaaten im Rahmen von ERASMUS+

Alle EU Mitgliedstaaten, FYROM (Mazedonien), Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz und Türkei. Die Teilnahme folgender Staaten ist an bestimmte Aktionen und Bedingungen geknüpft: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Serbien, Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Moldawien, Ukraine, Belarus, Algerien, Ägyptern, Israel, Jordanien, Libanon, Libyen, Marokko, Palästina, Syrien, Tunesien und Russland.

Horizont 2020

HORIZONT 2020 ist das neue Forschungsrahmenprogramm der EU für den Zeitraum 2014 bis 2020. Im Rahmen des Programms stehen rund € 80 Mrd. für Forschung und Innovation zur Verfügung. HORIZONT 2020 ist damit das weltweit größte, transnationale Programm für Forschung und Innovation. Die Finanzierungs- und Förderformen reichen von Grundlagenforschung bis zu innovativen Produktentwicklung. Vor allem Klein- und Mittelunternehmen (KMUs) zählen zu den primären Zielgruppen des Programms, dessen zentrales Anliegen die Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ist. Es soll im Vergleich zum Vorgängerprogramm vermehrt innovationsorientiert und integrativ sein. Gleichzeitig sollen die nationalen Forschungsausgaben bis 2020 auf 3% des BIP erhöht werden.

Exzellente Forschung, wettbewerbsstarke Forschungs- und Unternehmensstandorte, ein breiteres Angebot an innovativen Produkten und Dienstleistungen sowie ein vereinfachtes Regelwerk sind die wichtigsten Ziele von HORIZONT 2020. Das Programm stützt sich insbesondere auf folgende drei Säulen:

  • Exzellente Wissenschaften: Ziel ist die Stärkung der wissenschaftlichen Basis, der Pionierforschung und der Exzellenz der Forschungsleistungen. Europa soll die besten Talente in der Forschung unterstützen und ihnen verbesserten Zugang zu Forschungseinrichtungen ermöglichen.
  • Marktführerschaft/Industrial Leadership: Ziel ist die Forcierung von Innovationsleistungen in den europäischen Industrien sowie in KMUs durch Investitionen in Schlüsseltechnologien und vermehrter Schaffung von Anreizen für private Investoren.
  • Gesellschaftliche Herausforderungen: Gesundheit/demographischer Wandel; Ernährungs- und Lebensmittelsicherheit sowie nachhaltige Land- und Forstwirtschaft; sichere, saubere und effiziente Energie; intelligenter, umweltfreundlicher und integrierter Verkehr, Klimaschutz/Umwelt, Europa in einer sich veränderten Welt, sichere Gesellschaften durch Schutz von europäischer Bürgerfreiheit und –sicherheit.

Österreich erhielt im Rahmen des letzten Forschungsrahmenprogramms 2007-13 rund € 1 Mrd. an Fördergeldern und war mit insgesamt 3180 TeilnehmerInnen an 2291 Projekten vertreten. Die Rückflussquote beträgt – gemessen am österreichischen Beitrag zum EU-Haushalt – somit 125% und ist als großer Erfolg für die österreichische Wissenschaft und Forschung zu sehen.