EU-Twinning

Verwaltungspartnerschaften (Twinning) sind eine Initiative der Europäischen Kommission, die 1998 im Rahmen der Vorbereitungen auf die Erweiterung der Europäischen Union geschaffen wurde. Twinning wurde als Instrument für gezielte Verwaltungszusammenarbeit zur Unterstützung der Bewerberländer bei der Stärkung ihrer administrativen und justiziellen Kapazitäten zur Umsetzung der gemeinschaftlichen Rechtsvorschriften ("acquis communautaire") als künftige EU Mitgliedstaaten konzipiert.

Seit 2003 wird dieses praxisorientierte Instrument auch in Ländern der Europäischen Nachbarschaftsregion wie Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Moldau und Ukraine sowie im Mittelmeerraum Ägypten, Algerien, Israel, Jordanien, Libanon, Marokko und Tunesien genutzt.

Twinning-Projekte leisten einen wichtigen Beitrag beim Auf- und Ausbau institutioneller Strukturen. Österreich hat sich von Beginn an stark bei Twinning engagiert und ist bisher an über 345 Projekten beteiligt, wobei vor allem die Bereiche Umweltschutz, Justiz und Inneres, Finanzen und Landwirtschaft betreut wurden.

Im Rahmen von Twinning wird ein/e ExperteIn eines EU-Mitgliedstaates in den jeweiligen Partnerstaat entsandt, um als LangzeitberaterIn (Resident Twinning Advisor/RTA) bis zu zwei Jahre in der entsprechenden Behörde des Empfängerlandes mitzuarbeiten. Seine/Ihre Mitwirkung als KoordinatorIn und AnsprechpartnerIn trägt maßgeblich zur Umsetzung der genau definierten Projektziele bei. Mittelfristige Beratungen (bis zu sechs Monaten) werden in Form von flexibleren "Twinning-Light"-Projekten, die keine dauerhafte Anwesenheit eines ständigen Twinning-Beraters erfordern, abgewickelt.

Jeder EU-Mitgliedstaat bestimmt eine nationale Kontaktstelle für Twinning (National Contact Point - NCP), über die die gesamte Kommunikation zwischen Europäischer Kommission und Mitgliedstaat läuft, und die auch als zentrale Anlaufstelle für andere NCPs, sowohl der begünstigten Länder als auch der EU-Mitgliedstaaten fungiert. Als Koordinierungstelle für österreichische Twinning-Aktivitäten ist sie auch die Verbindungsstelle zu den Institutionen der österreichischen Verwaltung. In Österreich ist der NCP aufgrund der außenpolitischen Bedeutung, die Österreich den EU-Außenhilfeprogrammen generell und Twinning speziell beimisst, im Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres angesiedelt.

Kontakt

Nationale Kontaktstelle für EU-Twinning und TAIEX

Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres
Minoritenplatz 8
1010 Wien
Tel.: +43 (0)50 11 50 DW 3668
Fax: +43 (0)50 11 59 234
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