Südasien

Der Aufstieg Indiens zur regionalen Großmacht, die Spannungen zwischen den beiden Nuklearmächten Indien und Pakistan sowie die Lage in Afghanistan prägen die Entwicklung Südasiens.

In Afghanistan begann 2011 eine Übergangsphase. Die afghanische Regierung soll schrittweise die Sicherheitsverantwortung im gesamten Land übernehmen, bei gleichzeitiger Rückführung der International Security Assistance Force (ISAF). Ende 2014 sollen keine internationalen Kampftruppen mehr in Afghanistan stationiert sein. Das internationale zivile Engagement soll allerdings fortgeführt werden. Ebenso sollen Ausbildungstruppen im Lande verbleiben. Neben der Sicherheit sind effektive Regierungsführung und wirtschaftliche Entwicklung Hauptprobleme.

Österreich beteiligt sich an ISAF und an der Europäischen Polizeimission EUPOL. Darüber hinaus unterstützt Österreich: bei der Bekämpfung des Drogenhandels und der Korruption (UNODC), Entminung, Grenzsicherheit (OSZE) und Stärkung der Stellung von Frauen und Kindern.

Indien ist bereits regionale Großmacht und auf dem Wege ein globaler Akteur zu werden. Außenpolitisch bemüht sich Indien um eine Stärkung der Beziehungen zu seinen Nachbarländern und die strategische und wirtschaftliche Annäherung an die Großmächte. Vor allem im gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus und im Bereich der zivilen nuklearen Zusammenarbeit strebt Indien eine enge Partnerschaft mit den USA an. In der Region versucht Indien – in zunehmender Konkurrenz zu China – stabilisierend auf krisengeschüttelte Nachbarländer einzuwirken.

Pakistan spielt aufgrund seiner geostrategischen Lage und seiner Größe eine entscheidende Rolle für die Sicherheit und Stabilität der Region, insbesondere Afghanistan. Der Kampf gegen Terrorismus und Extremismus ist von höchster Bedeutung. Im Entspannungsprozess zwischen Indien und Pakistan bemühen sich beide Regierungen um vertrauensbildende Maßnahmen und eine weitere Verbesserung der bilateralen Beziehungen. Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern werden vor allem durch den Konflikt um die Region Kaschmir bestimmt.

Bangladesch, ehemals Ostpakistan bis 1971, ist mit circa 160 Millionen Menschen auf einer Fläche von rund 150.000 km2 eines der dichtbesiedelten Länder der Welt. Geographisch bedingt ist das Land stark anfällig für Überflutungen und die Folgen des Klimawandels. Somit ist Bangladesch auf internationaler Ebene besonders für die Problematik der Klimaflüchtlinge relevant.

Das Himalaya-Königreich Bhutan verfolgt die Politik des „Gross National Happiness“ (im Gegensatz zum „Gross Domestic Product“). Bhutan ist eine konstitutionelle Monarchie, deren demokratische Entwicklung durch den Monarchen vorangetrieben wird. Österreich unterhält ein Büro für Entwicklungszusammenarbeit in der Hauptstadt Thimphu seit 1994.

In Nepal wurde die seit 240 Jahren bestehende Monarchie 2008, mit Ende des zehnjährigen Bürgerkriegs mit über 13.000 Toten, abgeschafft und die Republik ausgerufen. Das Land versucht weiterhin den Friedensprozess durch die Integration und Rehabilitierung ehemaliger Rebellenkämpfer und durch eine alle Parteien zufriedenstellende Machtaufteilung voranzutreiben.

In Sri Lanka konnten seit Ende des Bürgerkriegs und dem militärischen Sieg der Regierungstruppen gegen die tamilischen Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) im Mai 2009 Fortschritte auf wirtschaftlicher Ebene, beim Wiederaufbau, bei der Reintegration ehemaliger Rebellenkämpfer und der Rücksiedlung intern vertriebener Personen. Andererseits steht das Land weiterhin vor der schwierigen Herausforderung die Ereignisse des Bürgerkriegs aufzuarbeiten und eine politische Lösung für den jahrzehntealten Konflikt zwischen der tamilischen Minderheit und der singhalesischen Mehrheitsbevölkerung zu finden.

Auf den Malediven begann im Jahre 2004 nach 30-jähriger Alleinherrschaft von Präsident Maumoon Abdul Gayoom ein langsamer Demokratisierungsprozess. Die Demokratie ist aber weiterhin fragil und vom Antagonismus zweier politischen Lager geprägt.