Österreich-Bibliotheken

Die seit 1989 an derzeit 63 Orten in mehr als 25 Staaten, überwiegend im mittel-, ost- und südosteuropäischen Raum eingerichteten Österreich-Bibliotheken bieten die Möglichkeit, österreichische Auslandskulturpolitik innovativ und flexibel zu gestalten. Sie bestehen jeweils in Partnerschaft mit lokalen Einrichtungen (Bibliotheken und Universitäten) im Gastland und bieten auf den jeweiligen Standort abgestimmte Informationen über österreichische Kultur und Wissenschaft.

Die Bibliotheken sollen österreichische Literatur sowie Informationen über Geschichte und Gegenwart Österreichs einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen. Die meisten Österreich-Bibliotheken organisieren deshalb neben der Bibliotheksarbeit - die Bestände umfassen rund 400.000 Bücher - Veranstaltungen auf dem kulturellen Sektor (Lesungen, Vorträge, Musik- und Filmabende, Ausstellungen, Videoabende, Konversationsstunden und Bibliotheksführungen wie auch Symposien), jeweils in Zusammenarbeit mit den Österreichischen Botschaften, Generalkonsulaten und Kulturforen. Sie stellen durch diese Tätigkeiten auch in jenen Städten, in denen Österreich weder durch eine Botschaft noch durch andere offizielle Einrichtungen präsent ist, eine kulturelle Anlaufstelle für die an Österreich und seiner Kultur Interessierten dar.

In diesen flexiblen und von lokalen Partnern geführten "Kultur- und Medienzentren", die jährlich von rund 350.000 Personen genutzt werden, findet Kulturaustausch unmittelbar statt. Der Erfolg hat mittlerweile zur Eröffnung von Österreich-Bibliotheken auch außerhalb der ursprünglichen Zielregionen - beispielsweise in Israel, der Türkei, im Kaukasus und in Zentralasien - geführt. Der Ankauf der Bücher für die Österreich-Bibliotheken erfolgt durch das Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres in Österreich. Seitens der ausländischen Trägerorganisationen werden die Infrastruktur und die Kosten für das Bibliothekspersonal getragen.

Die Österreich-Bibliotheken im Ausland stellen durch die Partnerschaft mit lokalen Universitäten und Forschungseinrichtungen zugleich ein Wissenschaftsnetzwerk dar. Für wissenschaftliche MitarbeiterInnen an den Österreich-Bibliotheken im Ausland, die sich zu gemeinsamen Forschungsprojekten thematisch jeweils zusammenschließen, wurde mit der Reihe „Transkulturelle Forschungen an den Österreich-Bibliotheken im Ausland“ eine Publikationsplattform geschaffen.
Biennale Konferenzen in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, die seit November 2007 stattfinden, ermöglichen den wissenschaftlichen MitarbeiterInnen und LeiterInnen von Österreich-Bibliotheken im Ausland einen gemeinsamen Gedankenaustausch sowie die Präsentation der publizierten Forschungsergebnisse. Seminare und Workshops unterstützen die Zusammenarbeit der Österreich-Bibliotheken innerhalb eines Landes und ermutigen auch die länderübergreifende Kooperation der einzelnen Österreich-Bibliotheken zur gemeinsamen Projektarbeit und Veranstaltungen.

Jeweils im Juni und September finden die Wiener Seminare für BibliotheksmitarbeiterInnen statt, die den TeilnehmerInnen mittels Vorträgen zu fachspezifischen Themen von international anerkannten ForscherInnen ermöglichen, einen besseren Zugang zur österreichischen Literatur, Geschichte, Kultur und Landeskunde sowie zu Kunst und Musik zu erhalten. Besuche von wissenschaftlichen und kulturellen Institutionen sowie Ausstellungen und kulturellen Veranstaltungen ergänzen das Seminar-Programm. Die aktuelle Situation jeder einzelnen Bibliothek vor dem Hintergrund laufender Evaluierungen wird in Workshops besprochen, die im Rahmen der Wiener Seminare vom BMEIA, Referat V.2d (Österreich-Bibliotheken, Buchaktionen) durchgeführt werden. Dabei erhalten die TeilnehmerInnen auch technische Schulungen, da das große Bibliothekennetzwerk durch ein online-basiertes Intranet administriert wird und über einen tagesaktuellen Webauftritt verfügt, der entsprechend gepflegt werden muss.

Das Web-Portal www.oesterreich-bibliotheken.at bietet detaillierte Informationen über Bestände, Aktivitäten und aktuelle Entwicklungen der einzelnen Bibliotheken. Es erfüllt aber auch eine Vernetzungsfunktion zur Bündelung der Informationen, zum Gedankenaustausch und es soll zur Erleichterung der Arbeit für die BesucherInnen der Österreich-Bibliotheken, der BibliothekarInnen in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesellschaft für Literatur, Wien beitragen.

Das Webportal listet im Rahmen der Datenbank Auslands-Austriaca weltweit übersetzte österreichische Literatur wie auch Forschungsbeiträge auf, die sehr oft im Umfeld der Österreich-Bibliotheken entstehen. Publikationen und Projekte der gemeinsamen Forschung stehen der Internet-Community auf der Wissenschaftsplattform der Österreich-Bibliotheken zur Verfügung. Mit dem "Wiener Kaffeehaus Feuilleton" und dem "Kaleidoskop der Kultur Österreichs" bietet das Portal der Österreich-Bibliotheken abseits der reinen Informationsvermittlung thematische Einblicke der besonderen Art für Kulturinteressierte. Das "Wiener Kaffeehaus Feuilleton" wird in Zeiten des Informationsüberschusses dem Bedürfnis gerecht, sich rasch eine Übersicht über die wesentlichen Kulturthemen und intellektuellen Debatten in Österreich sowie in Mittel-, Ost- und Südosteuropa zu verschaffen, das "Kaleidoskop der Kultur Österreichs" bietet ein Potpourri an Essays aus Kunst und Kultur in Österreich.

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Das Web-Portal www.oesterreich-bibliotheken.at bietet detaillierte Informationen über Bestände, Aktivitäten und aktuelle Entwicklungen der einzelnen Bibliotheken.

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