Wien, 11. Oktober 2012 Aussendung

Lopatka fordert bessere Abstimmung in der Entwicklungszusammenarbeit

„Dialog Entwicklung“ - hochrangige Diskussionsveranstaltung im Parlament

Wien, 11. Oktober 2012 - „Kein Land wird die großen Probleme unserer Zeit alleine lösen können“, hielt Staatssekretär Reinhold Lopatka heute bei der Veranstaltung „Dialog Entwicklung“ im Parlament fest. „Das starke Bevölkerungswachstum, die klimatischen Änderungen, sowie die Verlagerung der wirtschaftlichen Wachstumszentren sind allesamt Faktoren, die die Internationale Gemeinschaft vor große Herausforderungen stellt. Unser Planet muss heute schon mehr als 7 Milliarden Menschen ernähren. Um 2020 rechnet man mit 8,17 Milliarden, 2050 mit 9,6 Milliarden - Tendenz steigend“, erklärte Lopatka. „Aufgrund der fortschreitenden Globalisierung muss auch die Politik globalisiert handeln.“

Entwicklungspolitik dürfe dabei nicht isoliert verstanden werden, sondern sei eng verknüpft mit Handels-, Landwirtschafts- oder Energiepolitik. „Der Schlüssel liegt in der Politikkohärenz: alle Initiativen und Projekte müssen besser aufeinander abgestimmt werden, damit bestmögliche Synergien unserer Maßnahmen erreicht werden“, so der Staatssekretär. 

Aufgrund ihrer rasch wachsenden Wirtschaft sind Länder wie Brasilien, Russland, Indien, China oder Südafrika von Entwicklungsgeldempfängern zu „neuen Gebern“ geworden. „Auch diese Staaten sind aufgefordert, ihre Verantwortung bei der Lösung weltweiter Probleme wahrzunehmen“, stellt Lopatka klar. „Nur gemeinsam mit den neuen Akteuren können die globalen Herausforderungen bewältigt werden.“ Etwa wenn es darum geht, mit den Sustainable Development Goals (SDGs) ab 2015 den entwicklungspolitischen Rahmen nach Auslaufen der Milleniumsentwicklungsziele (MDGs) zu ergänzen. 

„Solidarität zeigen und Verantwortung übernehmen ist ein wichtiger Teil unserer Außenpolitik und spricht für EZA“, so der Staatssekretär weiter.  „Wenn wir unseren eigenen Wohlstand sichern wollen, dann müssen wir einen Beitrag leisten, dass es auch unseren Nachbarn gut geht.“

Diese Nachbarn sind in einer globalisierten Welt längst nicht mehr nur die Menschen in Europa, sondern auch in Afrika, Südamerika und Asien. Deshalb braucht es Kooperation auch mit den Entwicklungs- und Schwellenländern, weil Wohlstand Arbeitsplätze schafft, Handel und Wirtschaft ankurbelt, Entwicklung in Frieden ermöglicht und Migrationsströme verhindert.  

„Österreich wird für eine nachhaltige Entwicklung mit klaren Schwerpunktsetzungen in den Bereichen Wasser, Energie, Land- und Forstwirtschaft, sowie im Aufbau von rechtsstaatlichen Strukturen seinen Beitrag leisten“, so Lopatka abschließend. 

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für europäische
und internationale Angelegenheiten
Presseabteilung
Tel.: ++43 (0) 50 1150-3262, 4549, 4550, 3739
Fax: ++43 (0) 50 1159-213
mailto:abti3(at)bmeia.gv.at
http://www.aussenministerium.at; http://www.bmeia.gv.at