Belgrad, 29. November 2012 Aussendung

APA: Serbischer Premier: "Keine Alternative zu Normalisierung mit Kosovo"

Dacic für nachhaltige Lösung - Spindelegger pocht in Belgrad auf Korruptionsbekämpfung im Gegenzug für Unterstützung bei EU-Annäherung

Belgrad/Pristina (Prishtina)/Wien (APA) - "Keine Alternative" sieht der serbische Ministerpräsident Ivica Dacic zur Normalisierung der Beziehungen zwischen Belgrad und Prishtina. Gebraucht werde eine "nachhaltige Lösung" zwischen Serben und dem Kosovo, sagte Dacic am Donnerstag in Belgrad nach einem Arbeitsgespräch mit Außenminister Michael Spindelegger. Zu Zeiten des Regimes von Slobodan Milosevic war Dacic Pressesprecher von Milosevics Sozialistischer Partei.

Spindelegger betonte die Unterstützung Österreichs für die EU-Annäherung Serbiens: "Österreich ist davon überzeugt, dass Serbien einen Platz in Europa hat, dass es zur Europäischen Union gehört." Österreich setze sich bei den anderen EU-Mitgliedern für eine rasche EU-Annäherung Serbiens ein. Dafür müsse Serbien allerdings vor allem zwei Voraussetzungen erfüllen: "Wir erwarten uns, dass die Beziehungen zwischen Belgrad und Prishtina normalisiert werden. Wir erwarten uns, dass der Kampf gegen die Korruption - und damit das gute Wirtschaftsklima - weitergeführt werden."

Österreich ist der größte Auslandsinvestor in Serbien. Wirtschaftlich seien die Beziehungen "ausgezeichnet", sagte Spindelegger. Der Vizekanzler sieht aber "noch mehr Entwicklungschancen". Thema des Arbeitsgesprächs war auch die Donauraumstrategie der Europäischen Union. In diesem Rahmen dürfe sich Serbien finanzielle Förderung erwarten, dafür müssten aber "sehr konkrete Projekte erarbeitet werden".

Premier Dacic zeigte sich erfreut über den Besuch aus Österreich und erhoffte sich einen Besuch von Bundeskanzler Werner Faymann im kommenden Jahr, für den schon seit längerer Zeit eine Einladung bestehe. Dacic dankte Österreich für die Unterstützung bei der EU-Annäherung.

(Schluss) mri/ar/mhh

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