Bukarest, 8. November 2010 Aussendung

APA: Treffen zur Donauraumstrategie in Bukarest

Delegationen aus 14 Donauländern

Bukarest (APA) - 22 Delegationen aus 14 Donauländern sowie Vertreter der Europäischen Kommission sind am Montag in der rumänischen Hauptstadt Bukarest zu Beratungsgesprächen über eine europaweite Donaustrategie zusammengetroffen. Zum Abschluss des Treffens soll eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet werden, über die im April 2011 im Europäischen Rat unter der ungarischen EU-Präsidentschaft abgestimmt werden soll.

Die österreichische Delegation wird von Außenminister Michael Spindelegger (V) geleitet. Wie Spindelegger beim Vorgängertreffen im April erklärt hatte, sei aus der ursprünglichen österreichisch-rumänischen Idee inzwischen "ein europäisches Kernprojekt" geworden. In einem gemeinsam mit dem rumänischen Außenminister Teodor Baconschi (sprich Bakonski) verfassten Kommentar in der rumänischen Tageszeitung "Romania Libera" schreibt Spindelegger, dass die Initiative das Potenzial der "Verringerung der sozialen und ökonomischen Unterschiede" zwischen West- und Osteuropa mit sich bringe.

Durch die Donaustrategie werde "eine neue, dynamischere und entwicklungsorientierte Art der Zusammenarbeit eingeleitet", sagte der rumänische Staatspräsident Traian Basescu, unter dessen Schirmherrschaft der Bukarester Gipfel stattfindet. Besonders schwierig sei es allerdings, die Finanzierung sowie das "Interesse der beteiligten Länder längerfristig aufrecht zu erhalten".

An den Bukarester Gesprächen ist auch EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso beteiligt. Dieser erklärte laut der rumänischen Nachrichtenagentur Agerpres, dass "die Möglichkeiten, die durch die Donaustrategie eröffnet werden, immens sind".

Auch die Ministerpräsidenten Bulgariens, Ungarns, Kroatiens und Moldawiens (Republik Moldau) - Bojko Borissow, Viktor Orban, Jadranka Kosor und Vlad Filat - sowie die Vizepremiers Tschechiens, der Slowakei und Serbiens - Karel (Karl) Schwarzenberg, Jan Figel und Bozidar Djelic - waren beim Donau-Gipfel zugegen.

Es handelt sich um das dritte Treffen zur Donauraumstrategie. Ähnliche Konferenzen hatten heuer im April in Wien sowie im Februar in Budapest stattgefunden.

Angestrebt werden bei der Strategie Synergieeffekte in vier Hauptbereichen: Vernetzung - einschließlich nachhaltige Entwicklung der Transport- und Energieinfrastruktur. Umweltschutz, wirtschaftliche Entwicklung und Regierungsführung. Der dazugehörige Aktionsplan und die Erreichung der darin festgesetzten kurz-, mittel-und langfristigen Ziele werden von der EU-Kommission überwacht.

Rumänien hat bereits mehr als 10.000 Projekte angekündigt, unter anderem den Bau eines Kanals zwischen Bukarest und der Donau, die Errichtung von zwei weiteren Brücken, die das Land über die Donau mit Bulgarien verbinden sollen, und auch die Einrichtung eines internationalen Instituts zur Erforschung des Donaudelta-Ökosystems.
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APA0403    2010-11-08/14:32