New York, 16. November 2010 Aussendung

APA: Graz mit Projekt "Face Human Rights" bei UNO in New York zu Gast

Eröffnung mit Ban Ki-moon, Spindelegger und Bürgermeister Nagl - "Menschenrechte keine Selbstverständlichkeit"

New York (APA) - Nach knapp zwei Jahren als nichtständiges Mitglied im UNO-Sicherheitsrat peilt Österreichs Diplomatie einen Sitz im UNO-Menschenrechtsrat an. Dafür will Außenminister Michael Spindelegger am (heutigen) Dienstag bei seinem bilateralen Besuch in Waschington auch seine US-Amtskollegin Hillary Clinton um Unterstützung bitten. Quasi als Ouvertüre dazu wurde am Montagabend (Ortszeit) im UNO-Hauptquartier in New York das aus Graz stammende Projekt "Face Human Rights" eröffnet. Und das in allen Ehren: Nach Spindelegger sprach UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon höchstpersönlich einleitende Begrüßungsworte.

Das Projekt will laut seinen Proponenten allen Menschen in der globalisierten Gesellschaft ein Gesicht geben, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder Geschlecht. Der Künstler Oskar Stocker malte auf einer Fläche von 200 Quadratmetern 124 Öl-Porträts von in Graz lebenden Menschen aus 124 Nationen. Vor seiner Reise über den Atlantik wurde es bereits in Graz und Wien gezeigt. Daher konnte der Generalsekretär zufrieden feststellen, dass er die Montage nach einem Österreich-Besuch nun bereits zum zweiten Mal zu sehen bekam.

"Es wirkt bereits vertraut auf mich", meinte Ban und erinnerte auch an seine Zeit als südkoreanischer Botschafter in Österreich, in der er der Stadt Graz mehrmals Besuche abgestattet habe. Die Porträts seien für ihn so etwas wie "The Spirit of the United Nations", lobte der UNO-Chef. Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl präsentierte Graz als "Stadt der Menschenrechte" und hob die lange Geschichte der Mur-Metropole hervor. Er vergaß aber nicht darauf hinzuweisen, dass es darin auch durchaus dunkle Seiten gab. Allerdings gehöre er bereits einer Generation an, die das Glück gehabt hätten, bereits nach dem Zweiten Weltkrieg geboren worden zu sein, so der ÖVP-Politiker des Jahrgangs 1963.

Spindelegger erinnerte in Anwesenheit des Oberrabbiners der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Paul Chaim Eisenberg, daran, dass Menschenrechte nicht als selbstverständliches Gut angesehen werden dürften. Weiters sprach er die Rolle Österreichs als Gastgeber diverser UNO-Organisationen mit Sitz in Wien an. Sie würden dazu beitragen, eine Welt zu gestalten, in der es "weniger Waffen, weniger Drogen und weniger Organisierte Kriminalität" geben sollte.

Der Filmemacher Rudi Dolezal präsentierte einen Video-Clip zum Thema, in dem Menschen verschiedenster Herkunft in verschiedensten Sprachen Schlagwörter wie "Freiheit", "Heimat" oder "Kinderrechte" propagierten. Der flotte Clip ist aber nicht nur jenen Menschen zugänglich, die Zutritt zum UNO-Hauptquartier haben. Vielmehr ist er dieser Tage auch am New Yorker Times-Square zu sehen. (Schluss) ed/hf

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